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Tag: 7. Juni 2018

Ironie.

Ironie.

wenn ich nach der arbeit noch einkaufen gehe, so wie heute, nur ein paar kleinigkeiten im kaufland oder so besorge, und ich bin alleine, dann schauen und lächeln mich männer immer an. ich merke das. und ich bin es gewohnt, dass sie es tun. ich weiß, es mag arrogant klingen, aber ich bin es gewohnt, dass man mir hinterherguckt. und es liegt nicht an dem, sagen wir, gottgegebenen, natürlichen aussehen, ich muss ja zugeben, ich tue ja auch ein bisschen was dafür, dass es so ist und bleibt. nicht der männer wegen, sondern ich möchte in den spiegel gucken und mir denken können: „ja. geil.“ nicht nur männer gucken mir hinterher, auch frauen. meistens eher zickig. ich hab aber auch schon komplimente von frauen bekommen, einfach so. auf arbeit, beim einkaufen, im alltag.

ich gebe es ungern zu, aber wenn ich dann nach hause komme und es ist niemand da, tobi ist noch auf arbeit und die menschen, die einen eben noch bewundert haben, die, die einem heimlich nachsehen und sofort weggucken, wenn man sie erwischt, wenn die nicht mehr da sind, dann fühlt man sich einsam. es war früher so, es war lange nicht so, seit ich mit tobi zusammen bin, aber seit dieser sache mit meinem chef kenne ich das wieder. nicht oft, nur selten, aber heute war es wieder da.

ich fühle mich manchmal wie 2007. als tobi mich verlassen hat und nichts die leere füllen konnte. ich fühle mich manchmal wie damals, als ich so gehungert habe. ich war damals richtig, richtig schlank und ich fand, ich habe zu der zeit auch richtig gut ausgesehen. wenn ich abends weggegangen bin oder, so wie heute auch, einfach nur einkaufen war, haben mich die jungs angeflirtet, angesprochen, angeschaut. aber dieser eine war nicht dabei. dieser allgegenwärtige hunger, den ich damals durch diese mager-scheiße hatte, passte einfach auf die ganze situation. diese leere im magen fühlte sich genauso an wie die restliche leere.

 

ich komme mit schwankungen nicht klar. egal, welcher art. wenn alles gleich bleibt, ist es okay. sehe ich ihn wie gewohnt zum frühstück, sehe ich ihn wie gewohnt zum mittagessen, und sonst nichts weiter, dann ist alles gut. doch jetzt, wo die messe immer näher kommt, geht es mir immer schlechter. also nicht, dass ich zuhause sitze und heule, aber ich merke diese innere leere wieder. eigentlich sollte ich mich freuen. aber ich merke jetzt schon die angst davor, mich an solche ereignisse wie die messe zu gewöhnen. drei abende zusammen mit ihm. ich gehe mal davon aus, dass ich ihn tagsüber eher nicht sehe, da er so einen blöden dienst auf einem besonderen stand hat, und demnach nicht mit mir rumlaufen wird. kotzt ihn selber an, hat er gesagt.

morgen macht er um elf schon feierabend. ich habe noch die letzte besprechung mit ihm zusammen, ehe er sich ins wochenende verabschiedet, da er zusammen mit seinen jungs vom fußball und den jeweiligen frauen dazu nach maastricht fährt. altherrenausflug, machen sie jedes jahr. er kommt dann direkt am sonntag nach frankfurt zur messe. wenn ich mir vorstelle, alleine von unserer firma sind da circa siebzig mitarbeiter vor ort, im firmenverbund sind fünf firmen, das heißt, da sinds dann nochmal einige von der jeweiligen firma. ich seh schon, ich werde meinen geburtstag mit 300 fremden menschen feiern, höhö. muffi meinte schon, ich kann mich schon mal darauf gefasst machen, dass diese 300 mann ein geburtstagsständchen für mich singen werden und ich mich auf der bühne bedanken muss. na wers glaubt. ich hoffs ja nicht XD aber gut, damit hätte ich auch kein problem. bin doch gerne im rampenlicht lol.

 

im übrigen, ich musste heute wieder kurz zum tittenglotzer. heute war er sogar netter. okay, sagen wir, er war neutraler. aber – ! – er hat anfangs, als ich auf ihn wartete – er war noch am telefonieren – und er dann auflegte, gemeint: „ich würde mir noch schnell einen kaffee genehmigen..?“ – „ja, kein ding“ – „auch einen?“ .. woooooooooooot? bekomme einen kaffee von ihm angeboten!? ganz so arschig kann er ja dann nicht sein. nun ja, ich muss aber auch zugeben, heute hat er nicht so sehr auf meine boobies geglotzt. er hat sogar zwei, drei mal in mein gesicht geschaut, wohoo XD ansonsten war die zusammenarbeit mit dem ganz okay, nicht ganz so vernichtend und angsteinflößend wie ich dachte.

 

beim mittagessen saß mir holly gegenüber und neben ihm der fo-mensch, also chef der forschung. den mag ich ja total, weil man mit dem immer viel quatsch labern kann. holly hat ja standdienst, was ihn total nervt, und er meinte, er dürfe da nicht mal ein sacko tragen, weil alle nur im hemd und schwarzer hose da rumstehen müssten. er meckerte rum, weil er taschen bräuchte für handy und co., kann ja nicht alles in die hosentaschen stopfen. und der fo-mann gleich: „ja, dann nimmst halt so eine bauchtasche.. oder so wie mein kleiner, der hat so eine kindergartentasche, neben dran hast dann noch deine wasserflasche..“ – und ich so: „ja, so ne tasche, wo vorne die busfahrkarte noch drin ist“ XDDD gott, haben wir gelacht, ey.

ich saß dann wie gesagt mit denen so beim mittagessen und wir haben halt gelacht und gealbert, später kamen noch der liebe onkel und die masterstudentin dazu und wir haben in der gruppe weitergeredet. da, wo wir in der pause immer sitzen, ist dann auch der gang, den alle nehmen müssen, wenn sie raus wollen. also, ob sie nun mit vollen tabletts kommen und sich einen platz suchen, oder mit leeren und schon wieder am gehen sind. und so lief dann irgendwann mal ein gruppenleiter aus der konstruktion, mit dem ich schon desöfteren geschäftlich zu tun hatte und den ich auch ganz nett finde, an uns vorbei, schaute zufällig in meine richtung und ich nickte ihm lächelnd zu. ganz normal, zur begrüßung halt, wie man das halt so macht, wenn man sich kennt. er lächelte überhaupt nicht, er schaute mich nur weiter an. neutral. irgendwann war er dann vollends vorbeigelaufen, ohne zu lächeln oder zu grüßen. – „du solltest aufpassen, die von der konstruktion finden das meistens nicht so geil, wenn man mit chefs abhängt“, meinte mein kollegen (der mit dem verstorbenen vater) mal zu mir, „zumindest sollte dir das bewusst sein, auch wenn du – so wie ich dich kenne – vermutlich eh drauf scheißt, was andere denken.“

es ist mir bewusst. das sagte ich ihm damals auch. und er kennt mich auch richtig, es ist mir scheißegal. und ich muss auch klarstellen, selbst, wenn ich holly nicht so finden würde, wie ich ihn finde, würde ich mir da genaus wenig was sagen lassen (also ich meine jetzt nicht meinen kollegen, sondern grundsätzlich von leuten, die mich blöd angucken oder nicht mehr grüßen – mein kollege ist ein ganz lieber). ich differenziere nicht, ob jemand ein chef ist oder nicht. tatsächlich muss ich aber schon zugeben, dass ich fast nur chefs kenne und fast nur mit chefs… ich sag mal „befreundet“ bin. ich komme zwar grundsätzlich mit allen gut aus, wenn ich so aufm gang jemanden treffe und mal doch mit jemandem schnacke oder so, aber richtig freizeit wie frühstücks- oder mittagspausen oder wenn irgendwelche anderen aktivitäten sind (gemeinsam auf betriebsversammlungen gehen oder sowas), dann bin ich eher mit chefs verabredet. aber das hat sich auch irgendwie einfach so ergeben, ohne, dass ich da groß was dazu konnte. als meine schulung damals vorüber war und ich trotzdem noch jeden morgen zum frühstück in die kantine gegangen bin, kannte ich nur holly, da meine schulungskollegen alle nicht mehr beim frühstück waren, sondern das nur für die schulung so gehandhabt haben. erst durch mich kam dieser eine wieder morgens vorbei. und holly verbringt halt seine zeit mit anderen chefs. wusste ich anfangs auch gar nicht, da alle sagten, dass er viel kontakt zum vertrieb pflegen würde (er war ja vorher vertriebler) und ich automatisch dachte, die leute seien meistens irgendwelche vertriebskollegen. erst später fiel mir auf: moment mal, du bist der einzige am tisch, der keine personalverantwortung hat. – außer eben mittlerweile ein paar einzelne wie souvlaki oder die masterstudentin. und sogar leute, die ich nicht durch holly kenne, sind chefs. ich hab ja noch einen kollegen, der nach mir erst bei der firma angefangen hat, den ich aber noch von meiner alten firma kenne. (das ist nicht der ex-wiederkollege, dessen chef der tittenglotzer ist, sondern ein anderer.) – ich hab mich dann auch mal mit dem zum mittagessen verabredet, bzw. der wollte mit mir essen gehen, als holly nicht da war, und wie ich so mit dem am tisch saß und mit ihm gegessen und über alte zeiten geredet habe, fiel mir plötzlich auf: oha, schon wieder ein chef. ist nämlich der boss vom marketing. witzig.

 

schlussendlich isses mir auch egal. dann sollen halt viele denken, dass ich mich bei chefs einschleimen würde. mir war im leben sonst auch immer wurscht, was andere von mir dachten (also außer, ich wäre dumm XD), bloß früher war ich halt der evil außenseiter. heute bin ich der evil chef-arschkriecher. mir egal.

 

witzig. wenn ich so in der firma rumlaufe, gucken mich auch oft die leute an. ich gebe zu, das „normale volk“ redet nie mit mir, also von sich aus. es setzt sich auch niemals einer zu mir, wenn ich in der kantine alleine sitze und auf meine chef-kumpels warte. es setzen sich nur chefs zu mir. aber nie monteure, konstrukteure oder irgendwie .. ich sag mal meinesgleichen. die masterstudentin meinte auch, ich wirke auf andere menschen einschüchternd und unnahbar, und das ist nicht das erste mal, dass ich das höre, das haben schon viele in den letzten zehn jahren zu mir gesagt.

für mich irgendwie ironisch. dass ich so eine ausstrahlung haben soll, wo ich doch wegen sozialphobischen problemen in einer klinik war. für mich witzig, dass andere glauben, ich würde mich bei holly und den anderen einschleimen und skrupellos mich nach oben flirten, wo es mir doch jedes mal das herz zerbricht, wenn ich ihn sehe. wie menschen oft glauben, man sei so .. planend und berechenbar, dabei bin ich die meiste zeit einfach nur von gefühlen getrieben und plane nie irgendwie irgendwas.

 

witzig.

 

fenza.

 

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