2020 ist wie ein einziger Sonntag.

2020 ist wie ein einziger Sonntag.

ewig nicht mehr geschrieben und auch heute ist es nur ein kurzer ausflug ins tb-land. je länger man nicht schreibt, desto mehr verliert es sich, wenn ich auch trotzdem nicht davon überzeugt bin, dass ich je aufhören werde zu schreiben. ganz abhanden kommen werde ich nie und es wird immer kontakt zu lesern bestehen – sofern diese das dann noch wollen.

das jahr 2020 zieht einfach so an mir vorbei. nicht, dass es .. hm. leer ist, aber .. keine ahnung, es ist .. nicht so gedankenvoll, reflektierend, bewusst. ganz offensichtlich, sonst wären hier in den letzten monaten mehr einträge gekommen. es ist eher beschäftigt und voll, stressig und anstrengend. keine zeit und keine lust auf protokollierung.

durch corona und eben durch die neue gruppe auf arbeit, die jetzt auch schon fast ein jahr alt ist (aber in firmen, wo über jahrzehnte die gleichen prozesse herrschten, ist eine neue gruppe nach einem jahr immer noch eine neue gruppe), habe ich auch .. viel zu tun. nicht immer schön. eigentlich nie schön. hatte ich ja jetzt schon mehrfach erwähnt. ich merke, dass meine alten ängste zurückkehren, aber ich kann wesentlich bedachter und besser damit umgehen als früher. von daher ist es schon okay und nicht wirklich besorgniserregend. jedoch weiß ich jetzt schon, dass ich in diesem job nicht sehr alt, sondern auf kurz oder lang mich nach etwas anderem umsehen werde, natürlich innerhalb der firma, denn die firma an für sich mag ich sehr und ist auch von den konditionen her super.

ansonsten… bleibt das hier leer von informationen. 2020 ist.. wirklich ein jahr, das es so noch nie gegeben hat, seit ich tb schreibe. nicht mal unbedingt wegen der pandemie. gefühlt steht hier 1% von meinem leben dieses jahr und dann auch nur .. unwichtiger kram. sogar meine freunde haben sich extrem gewandelt seit letztem jahr, ich hab zu leuten, zu denen ich noch täglich kontakt hatte, mittlerweile gar keinen mehr oder nur noch alle paar monate mal flüchtig, dafür sind andere leute in mein leben gekommen, mit denen ich 24/7 in kontakt stehe. auch die themen haben sich alle gewandelt, die mich beschäftigen. und die neuen finden aus so vielen gründen hier keinen platz. lange zeit hat mich das bedrückt, dass ich hier momentan nicht frei schreiben kann, mittlerweile will ich das gar nicht mehr. man entwöhnt sich tatsächlich und fühlt sich auch gut dabei, dass nicht mehr jeder über alles bescheid weiß. schweigen fiel mir anfangs schwer, nun ist es .. eine „ungewohnt gewohnte“ tätigkeit geworden, die mir spaß macht. es ist nur schade, dass mir mein eigenes lebensprotokoll – zumindest für dieses jahr – dadurch abhanden kommt, ich freu mich trotzdem darüber, dass ende dieses jahres vermutlich keine zwölf stunden für einen jahresrückblick drauf gehen werden.

ja corona.. corona ist merkwürdig. 2020 ist merkwürdig. es fühlt sich ganz anders an als all die jahre zuvor, aber an diese andersartigkeit hat man sich irgendwie auch schon gewöhnt. klingt eigenartig, aber für mich fühlt sich dieses jahr wie ein einziger gammeliger sonntag an mit einer durchzechten samstagnacht. ich fühle mich ein bisschen wie im zombie-modus, anstrengend, irgendwie alles vorbeiziehend, ohne ziel, ohne absolute spannungsspitzen. irgendwie, finde ich, hat man so .. die linie im leben verloren, alles geht ein und aus und es is einem scheißegal geworden. trotzdem ist das einzige, was sich tatsächlich geändert hat, dass .. es keinen urlaub mehr gibt. urlaube gestrichen, bsb konzerte gestrichen, wobei mir die gerade auch ned so wichtig sind. aber alles, auf das man sonst so hingefiebert hat, wird einem genommen, nur die arbeit bleibt übrig.

es klingt traurig, aber meine haupt-alltags-freude ist essen. man konzentriert sich wieder auf die aller aller grund grundbedürfnisse. und das is jetzt nur essen. ich hab auch mittlerweile 6kg zugenommen und ich esse auch wieder alles, fleisch, käse, fisch, egal. nur milchprodukte und eier finde ich nach wie vor eklig, essen würde ich sie aber trotzdem, wenn es irgendwo drin ist.

auch wenn eigentlich sich durch corona nur wenig verändert hat, hat sich aber so die grundeinstellung geändert. scheißegal ist an der tagesordnung. alles egal. ein beispiel ist.. hm… ich hab bestimmt seit nem monat nicht auf mein konto geschaut. warum auch – ich weiß, dass es gedeckt ist, ich geb ja auch nix aus. gibt ja keine chancen mehr, geld auszugeben. alles, was ich ganz toll über trendy-quarantine-2020-onlinehandel erwerben könnte, ist unwichtig geworden, ich brauchs ja nicht mehr. ich brauch kein teures make-up, ich brauch auch keine schönen klamotten, gibt ja keine events, wo ich das zeug benutzen könnte. und damit fallen natürlich auch die tickets für die events weg. alles is scheißegal geworden.

das ganze klingt zwar total … bedrückend, ist es aber überhaupt nicht. nee, nicht bedrückend, sondern… gleichgültig. gleichgültig ist exakt das richtige wort.

aber es geht mir gut. das wollte ich sagen. es geht mir gut. ich hoffe, das bleibt so. und ich hoffe, es geht euch auch gut.

suzaku


4 Gedanken zu „2020 ist wie ein einziger Sonntag.

  1. Dieser und auch die letzten Einträge lesen sich ganz komisch für mich. Als hätte sie jemand anderes geschrieben. Wirklich strenge. Ich bin sehr froh, dass es Dir gut geht. Ich vermisse jedoch die alte Art von Einträgen. Aber nichts ist für die Ewigkeit.

    Liebe Grüße

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    1. Exakt mein Eindruck… der Tonus ist völlig verändert; dachte erst, ich wäre im falschen TB gelandet… umso mehr bin ich gespannt auf mehr. Liebe Grüße an beide 😉

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  2. Ja – hab an Dich gedacht, weil vermisst. 😉 Sag, schminkst Du Dich noch? Rentiert es sich für Dich noch, wo doch fast überall Maskenpflicht vorgeschrieben ist?
    Ich hab mal wieder mit einem Schneidezahn ein Problem, denk, wenn ich bei Tageslicht lächele, wird es sichtbar. Wird aber erst NACH meinem Frisörtermin repariert. Die ZA-Helferin erinnerte mich daran, daß ich beim Frisör eh die ganze Zeit Maske tragen muss …

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