Durchsuchen nach
Tag: 3. Oktober 2020

Müde.

Müde.

es ist 23.34 und es ist eigentlich viel zu spät, um jetzt noch einen eintrag zu beginnen. ich bin auch schon etwas müde, aber irgendwie… fühle ich mich gerade etwas .. einsam? .. allein? .. hm, klingt alles so dramatisch. sagen wir, etwas bedrückt.

tobi ist nicht da, der ist über’s wochenende mit kumpels in mainz, männerwochenende. find ich gut. ich genieße die zeit alleine, auch wenn ich gerade noch meinte, ich fühle mich… irgendwie einsam.

meine sonstigen gesprächspartner sind alle schon seit zwei, drei stunden offline und so hab ich die letzten stunden eigentlich.. keine ahnung, was ich gemacht habe. dumm am handy rumgedrückt, ohne irgendetwas sinnvolles zu tun. ich wollte eigentlich singen, aber so spät kann ich das nicht mehr, da ich meine nachbarn nicht abfucken will (wobei die nie was sagen würden, aber naja, ich weiß ja selber wie es ist, wenn nachbarn laut sind..), mal abgesehen davon bin ich schon vor lauter üben heiser.

und da ich nicht viel zu tun hatte und auch keiner online war, mit dem ich mich hätte unterhalten wollen, .. bin ich einfach gedankenlos mal all die bilder durchgegangen, die so auf meinem handy sind. also hauptsächlich die letzten drei jahre.

da waren also all die bilder von meiner .. holly-zeit. dem neuen job und all die aufregung um ihn, ich meine mit „aufregung“ nicht nur negativ, sondern generell den ganzen… wirbel, den er verursacht hat. später dann all das, was darauf folgte.. bis ich dann bei den bildern aus dem hier und jetzt angekommen war.. hmm. jetzt. die letzten drei jahre sind so erschreckend schnell vorbeigezogen.

holly und der neue job.. die bsb-zeit.. und dann jetzt die geschichte, über die ich nicht reden kann. die geschichte, die hier nur als .. schwarzes loch erscheint. weswegen ich eigentlich seit monaten hier schweige, weswegen ich mich ja so verändert hätte. aber im grunde genommen.. habe ich mich gar nicht verändert. das einzige, was ich vielleicht aus der holly geschichte gelernt habe, ist, dass man hier nicht alles .. aufschreiben darf.

aber ich fühle, dass meine aktuelle geschichte sich dem ende neigt. ich will auch wieder öfter schreiben. das soll sich nicht als versprechen oder hoffnungsschimmer an die, die mich seit jahren verfolgen, lesen, sondern… als mein wunsch. ich will wieder schreiben. aktuell hapert es nur an der zeit. mein job hat sich in den letzten monaten so sehr verändert, nicht unbedingt wegen corona, aber das kommt noch on top. ganz ehrlich, .. der job ist die reinste katastrophe. der chef ist die reinste katastrophe. und damit meine ich nicht holly, sondern einen anderen. die strukturen sind eine katastrophe. der andere kollege, der affe, der dreht auch schon am rad. um ehrlich zu sein, sind wir uns beide gegenseitig unser letzter anker. ich merke auch, wie er psychisch immer mehr abbaut, auch wenn wir sonst nicht so close sind, also… wir verstehen uns schon sehr gut, aber eben total auf kumpel-kollegen-basis und nicht .. „sich emotional öffnend“, reden wir mittlerweile immer öfter darüber, wie sehr uns dieser job belastet. und wie sehr keiner der anderen kollegen oder unser chef das versteht oder einsehen will. es ist einfach von allem zu viel. es ist zu viel arbeit, zu viel stress, zu wenig zeit, null komma überhaupt gar keine einarbeitung, es werden dinge von dir verlangt, die absolut utopisch sind, wo jeder menschenverstand und jede logik einfach.. abschaltet. ich will da auch gar nicht zu sehr ins detail gehen, denn sonst drehen sich die nächsten zehntausend zeichen nur da drum und da hätte weder autor, noch leser spaß dran. es ist einfach nur zum kotzen und ich bin jetzt schon dabei meine fühler auszustrecken, um mir einen neuen job zu suchen, da ich mittlerweile sogar die hoffnung auf besserung aufgegeben habe. in der firma will ich bleiben, aber die position muss sich ändern. ich wäre sogar bereit finanziell einzubüßen, wenn ich nur da wegkomme. ich sitze manchmal heulend daheim im homeoffice vor meinem rechner, weil ich gar nicht mehr klarkomme, und wenn ich mir meinen kollegen ansehe, dann weiß ich, dass es ihm genauso geht.

aber das mal .. nur so am rande. dank der klinik habe ich gelernt, nicht zu hundert, aber zu neunundneunzig prozent, abzuschalten. wenn ich nicht in der situation bin, die mich belastet, und wenn ich an dieser auch erstmal nicht viel ändern kann, muss man kraft aus den ruhigen moment ziehen, damit man die blöde situation, wenn man sich dann wieder in ihr befindet, aushalten kann. oder zumindest ablenkung, wenn schon keine kraft.

und ablenkung, die hab ich. die hab ich.

ich sitze hier und höre eine cover version von avicii – „wake me up“, es ist genau genommen ein lied von vor zwei, drei jahren, das.. auch aus der holly-zeit stammt. aber glücklicherweise ist diese nicht so… damit behaftet.

es ist erschreckend, wie schnell die zeit vorbei gegangen ist. das tut sie immer, wenn man in diesen .. süchten steckt, in diesen.. krassen phasen. wenn sich alles nur um eine sache dreht. und irgendwann… eigentlich immer, da passiert irgendetwas, das den kopf aus den wolken, aus dem nebel, aus was auch immer, wieder kurz rauszieht und dann denkt man sich: „alter….“ – dann kommt man wieder zu sich, und damit meine ich wirklich.. zu sich, zu sich selbst, und denkt sich: „wo war ich eigentlich?“.. wie ein ganz langer ads-aussetzer.

es klingt so.. schrecklich dramatisch und nach hilfe suchend, ist es aber gar nicht, aber ich fühle mich gerade einfach zum heulen zumute. aber nicht, weil es mir ach so furchtbar ginge oder ich hyper depressiv wäre, sondern… weiß nicht, manchmal hat weinen einfach was befreiendes, was gutes. ich fühle mich einfach…. nicht in der lage zu sprechen. nicht hier, und nicht mit demjenigen, um den es geht. aber ich fühle so eine schreckliche sehnsucht nach… ruhe. und erleichterung. im normalfall würde ich auch sagen nach liebe. aber ich glaube, das wäre mir gerade zu viel.

keine ahnung, was ich schreiben will. ich sitze seit fünf minuten nun hier und starre den bildschirm an. alles, was ich tippen möchte, wäre ein satz zu viel. moment weiß ich gar nicht, wie es weitergehen soll. und auch das klingt so verzweifelt, ist es aber nicht. ist eher… hm, sich wundernd? .. oder eher sich nicht vorstellen können. ich glaube, in der momentanen situation … ist es nur eine frage der zeit, bis ich wieder kaputt bin. ich meine.. klinik-kaputt. der kurs steht richtung unten. nur gehts jetzt linear bergab und nicht mehr so steil, während das früher flutsch exponentiell nach unten gekracht ist. ja. da merkt man doch einen hauch meines technischen berufs.

klingt doof, aber ich habe so ein bisschen.. das ziel verloren. oder den sinn. ich meine, ich suche nicht den sinn des lebens, für mich.. hat leben keinen sinn, das habe ich schon so oft gesagt. there’s gotta be more to life than chasing down every temporary high to satisfy me, heißt es in einem popsong, den ich früher gern gehört habe. die frage habe ich mir – ganz entgegengesetzt zu dem, was man nun erwarten würde – nie gestellt. weil ich weiß, dass es da nicht more gibt. für mich ist genau das leben, jedes hoch schnappen, um mich selbst zu befriedigen. jedes fünkchen aufmerksamkeit, liebe, jedes bisschen high zu schnappen, um das loch, das meine eltern hinterlassen haben, zu stopfen. und das werde ich mein leben lang tun. immer. ich glaube nicht, dass es hier „heilung“ gibt, das mag zwar so total depri und selbstaufgabe-mäßig rüberkommen, aber ich fühle mich hier, wenn ich das sage, total .. selbst reflektiert, nüchtern, klar. das ist einfach so. und das habe ich akzeptiert. nicht mal wirklich akzeptiert, denn ich hatte nie was dagegen. ich mag meine hochs. aber jedes mal, wenn das aktuelle hoch schwindet, kommt man doch wieder ins grübeln. nicht, weil man die .. „vorgehensweise“ anzweifelt oder scheiße findet, oder weil man sich doch fragt, ob es da more gibt, sondern… wie es wäre, wenn es anders wäre.

ich frage mich wirklich, ob.. ein kind diesen unstillbaren durst nach liebe sättigen könnte. ich meine.. ob die liebe zu und von einem kind das heilt, was meine eltern zerstört haben. das habe ich mich schon so oft und so lange gefragt. das heißt nicht, dass ich eins will. ich bin vollkommen im reinen mit dem gedanken, niemals mutter zu sein oder zu werden. aber.. ich frage mich das so oft, ob da mein bruder .. „weiter“ ist. das bezweifle ich allerdings. wenn ich etwas gelernt habe, dann dass das gras auf der anderen seite nicht grüner ist. das merke ich auch stets, wenn ich mich mit meinem bruder unterhalte, und auch, wenn ich mich selbst betrachte. ich denke nicht, dass er, was selbstreflexion angeht, … so weit ist wie ich. aber ich frage mich, ob mein gras grüner wäre, würde ich welches säen. jedoch ist es unsinnig, sich länger an den gedanken festzubeißen, wenn ich keinen willen nach gras, oder lassen mir von der metapher ab, nach einem kind habe. ich sehe so oft bilder von meinem bruder und seiner familie und frage mich, ob es mir seelenfrieden verschaffen würde, würde ich auch eine familie haben.

aber… wisst ihr, was paradox ist? .. wenn ich mir das versuche auszumalen, wenn ich mir vorstelle, ich wäre schwanger und mein mann würde sich liebevoll um mich kümmern, weil er sich ebenfalls auf sein kind freut und seine ehefrau liebt.. dann… sehe ich da nur den mann. ich sehe das kind als mittel zum zweck. ich glaube, das ist .. einfach das siegel dafür, dass ich keine mutter bin. emotional. naja oder zumindest ein anhaltspunkt. aber mir ist schon bewusst, dass, wäre ich schwanger und würde ich dann ein kind haben, es vermutlich ganz anders wäre. so wie sie alle predigen, hast du erstmal ein kind, wirst du es lieben! – achso, aha. nicht immer. gibt genug gegenbeispiele. naja. blödes thema. eigentlich wollte ich mich auf das kinderthema ja/nein gar nicht einlassen, will ich auch nicht. es war nur so ein gedanke auf emotionaler basis, bzgl. des eigenen seelenheils.

 

ich bin müde. ich meine nicht nur körperlich jetzt im moment, sondern insgesamt… ich bin müde und erschöpft. bevor ich zum kinderthema abgedriftet bin, da war ich noch beim… high hinterherjagen. oder zumindest solche… etappenziele. für mich waren diese etappenziele urlaube. seit ich mit tobi zusammen bin, sind es die urlaube. früher waren es männer. bevor ich mit tobi zusammen war, waren es menschen, denen ich hinterhergejagt bin. dann waren es die reisen. hauptsache immer auf der suche nach dem kick. irgendwie.. ist das mit holly etwas verloren gegangen, der hat mich wieder auf die schiene „kick durch menschen“ gebracht, darum auch die bsb-sucht. darf ich aber nicht. ich hab ja einen freund. ich kann nicht mich wild durch die gegend verlieben und vögeln. ich denke, deshalb hat das mit dem urlaub auch über die jahre irgendwie schon immer funktioniert. aber jetzt.. jetzt ist da corona. corona macht einen strich durch die urlaubsrechnung. aber auch durch die menschenrechnung, denn da kann man keine kennenlernen. corona nimmt mir irgendwie alles, was mir sonst den kick gibt, und das, was da noch bleibt ist die arbeit, und die ist .. naja, scrollt nach oben. weiß nicht… darum der kurs nach unten. darum auch die frage danach, wie es weitergeht. ich weiß nicht. ich fühle nur einfach, wie all meine batterien ausgesaugt sind. und selbst, wenn ich jetzt ein, zwei wochen frei hätte, wo ich schlafen und mich erholen könnte… das gibt mir nichts. das schafft keine erholung. ich sehe keinen sinn. ich sehe keinen sinn, kein hoch, ich weiß nicht, wie ich die nächsten jahre überstehen soll, solange dieser covidfuck vorherrscht. ich bin einfach… müde. ich bin müde.

es ist spät und ich sollte ins bett gehen.

suzaku

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen