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Tag: 12. August 2021

Ungeweint.

Ungeweint.

es ist 16.54 an diesem donnerstagnachmittag, draußen ist es sonnig und viel zu heiß und ich bin gerade eben erst von der arbeit nach hause gekommen.

tobi ist nicht da, der ist heute zum grillen eingeladen, ausstand von einem arbeitskollegen, der die abteilung wechselt. eigentlich dachte ich, ich würde tobi noch antreffen, ehe er losfährt, jedoch musste ich spontan länger arbeiten – wie so oft – und tobi ist wohl doch etwas früher losgefahren, ganz offensichtlich.

 

ich sitze hier und höre ein lied. welches, das kann ich nicht sagen.

ich merke, dass ich einfach niemandem vertraue. gar niemandem. seit zwei jahren gehe ich immer wieder in gedanken meine freunde durch, nicht nur die, auch meine flüchtigen bekannten, online-kontakte, sonst wer, um zu evaluieren, mit wem ich reden könnte. ich meine.. über alles. aber da gibt es niemanden. der einzige, dem ich vertraue, der würde es nicht verstehen. also steh ich wieder ohne da.

ich glaube immer, alle wollen mir etwas böses. wenn ich so meine freunde abwäge, erscheint vor meinem inneren auge eine person, die ich für vertrauenswürdig halte, und sofort danach schießt es mir durch den kopf: „ach nee, die könnte ja….“ – die könnte mir in den rücken fallen. und ganz ehrlich, eigentlich kommen mir einige in den sinn, von denen ich verstandesmäßig weiß, dass die mir niemals was böses tun würden. weil sie mich mögen. oder weil ich ihnen wichtig bin. oder warum auch immer. vielleicht auch, weil ihnen die sache scheißegal ist. aber das ganze ist wie… eine magersucht oder sowas geworden. wie so eine zwangsstörung. und wenn man einmal etwas gesagt hat, kann man es auch nicht mehr zurücknehmen. man kann wissen nicht mehr rückgängig machen. und genau das ist auch die wurzel von so einem zwang. denn selbst, wenn man irgendwas nicht mehr zurücknehmen oder rückgängig machen kann.. das sollte scheißegal sein. das ist wie die angststörung. mein „dummding“. oh gott, ja nicht irgendwas blödes auf arbeit sagen, nachher denken alle, dass du dumm bist. und deshalb sagst du nie irgendetwas. wobei es darauf gar nicht ankommt, ob die anderen denken, dass man dumm wäre oder nicht, selbst, wenn sie es denken und selbst, wenn man tatsächlich dumm wäre, das is doch egal? .. es sollte zumindest egal sein.

 

und am liebsten würde ich die sache, über die ich nicht reden kann, einfach.. selber erledigen. ich würde einfach.. machen, was ich machen will, und fertig. sehen, was passiert. aber tatsächlich kann ich es einfach nicht machen. und das hat null komma gar nichts mit irgendwelchen ängsten oder zwängen oder so zu tun, sondern es geht de facto gar nicht. das ist, wie wenn ich sagen würde, ich .. keine ahnung, ich hab mein handy versehentlich statt nach münchen auf den mond geschickt und jetzt liegt mein handy auf dem mond und ich wills unbedingt zurück haben, aber de facto kann mich keiner ins all und auf den mond schießen. zumindest nicht momentan.

und so sitze ich einfach die situation aus. und warte darauf, dass ich auf den mond geschossen werden kann.

aber hin und wieder ist das aussitzen ziemlich nervenaufreibend. neunundneunzig prozent der zeit isses okay, aber dann kommt das eine prozent raus und treibt einen in den wahnsinn.

 

ich hab so unendlich viele fragen. so viele fragen. und ich wüsste gar nicht, wem ich die stellen sollte.

 

 

kennt ihr das, man schreibt einen eintrag und mit einem schlag fühlt man sich nicht mehr so und dann würde man .. naja, nicht am liebsten alles löschen, aber irgendwie alles zurücknehmen? .. ich meine, nicht nur einfach löschen, denn dann ist es wie „nie gesagt“, sondern paradoxerweise zu dem da oben, was ich über „zurücknehmen“ gesagt habe, möchte ich den eintrag diesmal so stehen lassen, quasi es aussprechen, aber schlussendlich korrigieren und sagen: „ach nee, ist doch ganz anders.“ ich meine, ich könnte es ja jetzt auch einfach löschen, aber .. irgendwie hab ich mich jetzt doch dazu entschieden, es stehen zu lassen.. vielleicht auch mit dem weiteren verlauf eine korrektur, ein „ach nee, es ist doch ganz anders“ anzustreben, weiß ich noch nicht. und selbst wenn, blickt eh keiner, was ich da zusammendichte. also nicht nur das geheimnis an sich, sondern auch dieses… zurücknehmen versus löschen. ist zumindest mein eindruck, manchmal verstricke ich mich so hart in details, bzw. gehe immer tiefer und noch tiefer ins detail oder sagen wir in diesen funken einer emotion, und denke mir irgendwann: „gott, das kapiert doch keiner.“ oder kapierts jemand?

 

 

und was könnte ich sonst so erzählen? .. bzw. was KÖNNTE ich erzählen? höhö.

keine ahnung, ich fühle mich so.. ungeweint. als ob die traurigkeit noch im gesicht steckt und raus will, aber irgendwie.. fehlt die spannungsspitze. trauriges ist noch nicht traurig genug.

 

 

ach was weiß ich, tausend jahre auf diesen bildschirm jetzt gestarrt und mir fällt einfach nix anderes ein. beim nächsten mal wieder was g’scheit’s!

 

suzaku

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