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Tag: 16. November 2021

Mindfuck.

Mindfuck.

komische zeiten sind das these days. ich kann es gerade nicht mal so richtig beschreiben, zum einen, weil ich mit dem meisten eh hinterm berg halte, zum anderen, weil .. hm. irgendwie ist die emotion verflogen und ich versuche sie wieder zu greifen. normalerweise habe ich eine emotion und daraufhin wird der eintrag „geboren“, aber manchmal fange ich den eintrag an, um meine emotion wiederzuerlangen. eigentlich in beidem fall, um sie schlussendlich zu zerpflücken und irgendeine erkenntnis rausziehen zu können.

als ich heute morgen zur arbeit gefahren bin, kam mir auch irgendwie ein lustiger gedanke. und zwar hörte ich „stay with me“, ein cover von davina von sam smith. und irgendwie fühlte sich dieser song richtig an, also um dazu bzw. während des hörens einen eintrag zu schreiben. und dann kam mir, wie.. sowas einen beeinflusst. okay, mich beeinflusst. ich meine, wie viel anders ein eintrag wird, wenn man dann etwas anderes nebenbei hört, obwohl man genau die gleichen gedanken hatte oder genau das gleiche thema vor augen, als man den eintrag anfing.

aber ich war bei komische zeiten. richtig komische zeiten.

noch zu beginn des jahres fühlte ich mich auch.. ganz anders als sonst. ich fühlte mich so vollkommen, vollendet, fertig. also letzteres im positiven sinne. ich fühlte, als hätte ich das letzte 0,1% dessen, was mir irgendwie zur selbsterkenntnis oder zur inneren ausgeglichenheit, zur erfüllung des lebens fehlte, noch gefunden. als gäbe es nichts mehr, was man noch entdecken müsste. könnte ja, aber nicht müsste.

und zehn monate später .. bin ich an einem ganz anderen punkt. aber nicht, dass ich jetzt zurückrudere und sage, ok, da taten sich doch noch dinge auf. nee, sondern.. es fühlt sich an, als hätte ich .. issues auf einer ganz anderen ebene. aber nicht schlimmer oder besser, sondern nur anders.

ich dachte das nicht wirklich, aber es fühlte sich so an, als gäbe es nichts mehr zu entdecken. und doch findet man neues zu entdecken, was .. an für sich gar nicht neu ist, aber die ebene, auf der man es erfährt, fühlt sich neu an. nee, ebene ist auch das falsche wort, denn ebene impliziert irgendwie eine art „steigerung“, aber .. wie gesagt, ich meine das ohne wertigkeit, es ist nur… anders.

wie ihr wisst, bin ich ein sehr selbstreflektierter mensch, genau genommen kenne ich gar niemanden, weder online, noch im reallife, der selbstreflexion so exzessiv betreibt wie ich. und genau in diesem moment frage ich mich, warum ich so bin. ich reflektiere quasi meine reflexion. muss doch auch irgendwie eine macke sein oder etwas, das man kompensiert, bzw. einen ursprung haben. ist vielleicht auch, ganz unspirituell und fantasielos, richtig pragmatisch, einfach nur ein symptom von irgendwas, was da oben nicht ganz richtig ist. aber uff, das thema allein birgt schon potenzial für einen riesen-mords-über-eintrag.

zurück. permanente reflexion. ich bin es daher gewohnt, dinge an mir als erster und sofort zu erkennen. zumindest, wenn es um so.. tiefere verhaltensmuster geht. ich meine jetzt nicht sowas ‚oberflächliches‘ (meine ich gar nicht so abwertend, sondern fand ich tatsächlich impressive), was tobi schon aufgefallen ist, nämlich dass es zum beispiel ein muster gibt, wann ich wo kitzelig bin. je nach position, in der ich sitze oder liege, sind bestimmte körperregionen mehr oder weniger kitzelig. wäre ich im leben nicht drauf gekommen, ihm aber schon oft. fand ich lustig. ist mir nie aufgefallen, stimmt aber.

aber was so .. psychisches angeht, denkstrukturen, verhaltensweisen, bin ich es gewohnt, es als erster und in manchen dingen auch, so behaupte ich mal, als einziger zu bemerken. ich habe die sachen dann in der regel schon zu tode analysiert, bis irgendjemand drauf kommt, ich könnte so und so ticken.

die letzten tage hat mich jemand sogar gleich zweimal auf die gleiche sache hingewiesen (einmal etwas weniger deutlich und gestern volle granate), also eher .. indirekt und doch so direkt, dass man da eigentlich schon gar nicht mehr von „indirekt“ sprechen kann, dass es mich total.. durcheinanderbringt. vorallem, und da kommen wir nochmal auf einen der vielen absätze weiter oben zurück, nachdem ich mir anfang des jahres noch so … nicht sicher war, aber .. irgendwie so .. ‚erfüllt‘ war, dass es solche „klöpper“ nicht mehr gibt. also .. was heißt „nicht mehr gibt“? klar gibts immer noch etwas neues an sich zu entdecken, solange man lebt, aber .. ich hätte nicht gedacht, dass mich eine neue erkenntnis nochmal so .. sprachlos machen wird. schon allein wegen meiner mir antrainierten art, mit sachen umzugehen. also nicht, dass das leben keine überraschungen mehr für mich parat hat, sondern dass ich aufgrund meiner denkstruktur mittlerweile so .. gesetzt bin, so dem ‚wandel‘ angepasst, dass mich so schnell nichts aus der bahn mehr wirft.

im wesentlichen hat mich diese person auf zwei sachen hingewiesen. ok, eigentlich nur auf eine sache, die aber so … offensichtlich und ‚ausgesprochen‘ war, dass mich diese sache sofort zu einer erkenntnis brachte, die für mich absolut.. naja, irgendwie neu ist. sprich, derjenige hat nur die erste tür aufgemacht, aber so dolle, dass ich selber schon durch die zweite durchgefallen bin. hm. also. ich hätte bzgl. dieser erkenntnis schon gesagt: „ja ok, das stimmt, so bin ich“, ergo es war nicht soooo neu, aber .. in welchem ausmaß ich so bin und noch dazu in welchen bereichen, also .. das war mir nicht bekannt. und witzigerweise – und ich glaube, das ist das meiste, was mich hier so abfuckt (im sinne von verwirrt, nicht aufregt) – ist, dass ich das nicht wirklich nachfühlen kann. also ich habe diese erkenntnis nicht mit so einem gefühlten lichtlein, das mir aufgeht, sondern.. ich weiß objektiv betrachtet: „ok stimmt.“ – aber mir fehlt dieses überraschte: „boah ja… oh man, krass.“ – in der therapie hätte ich jetzt gesagt: „ok, dann ist es das nicht. wenn dir das licht nicht aufgeht, dann wars das nicht.“ aber diese erkenntnis is so .. bombenfest und so stimmig – objektiv betrachtet, nicht emotional stimmig – das kann man gar nicht mehr abstreiten, schön reden oder irgendwie anders sehen.

die sache, auf die ich hingewiesen wurde, kann ich, das konntet ihr euch sicherlich bereits denken, nicht eins zu eins hier widergeben, da dies im weiteren sinne etwas mit dem berühmten schwarzen loch zu tun hat oder haben könnte.

aber die erkenntnis, die kann ich euch sagen.

ihr lacht jetzt (also darüber, dass mich das so abfucken kann), aber.. ich bin egoistisch. ich hätte nicht gedacht, dass ich so egoistisch bin. und ich bin es auf eine ganz seltsame art, auf eine art, die ich so nicht greifen kann. ohne zu sehr ins detail gehen zu wollen oder zu können, aber ich bin auf eine so merkwürdige art egoistisch, dass ich das mit selbstlosigkeit verwechsle. ich weiß, das macht überhaupt keinen sinn, weil man den umstand nicht kennt.

und ja, ich hab mich jetzt nicht für den selbstlosesten gandhi-menschen ever gehalten. aber für so arschlochig eigentlich auch nicht.

aber ich bin so egoistisch, dass mir das leid anderer scheißegal ist. sogar von vermeintlich wichtigen personen. und selbst, nachdem ich „entlarvt“ wurde, sogar noch von genau diesen personen, ist mir das .. irgendwie wurscht. das ist das, was mich so schockiert. und auch das verhältnis schockiert mich. das steht in gar keinem verhältnis, ich meine, das leid ist zehntausend mal wichtiger und größer und schlimmer als .. mein bedürfnis meinen willen durchzukriegen.

und was mich auch irgendwie so .. nicht abfuckt, oder doch abfuckt, also wieder im sinne von verwirren, ist, dass .. ich das gar nicht ändern kann. also.. selbst, wenn ich das objektiv betrachtet nicht toll finde (und mir auch das unverhältnis total bewusst ist), vorallem nicht in dieser angelegenheit, in der mir das eben zugetragen wurde, weiß ich das gar nicht anders zu empfinden als eben egoistisch.

das ist, wie wenn ich .. jemanden erschieße und derjenige ist nun tot und der hatte null komma überhaupt gar keine schuld oder mir grund gegeben, warum ich denjenigen töten sollte. und ich steh jetzt vor der leiche und die mutter des toten steht vor mir und konfrontiert mich mit dem mord. normalerweise würde ich da… keine ahnung, ich hab noch nie jemanden getötet, aber ich schätze mal, ich würde auf jeden fall IRGENDETWAS empfinden. reue oder schmerz, weil ich keinen anderen ausweg sah, als denjenigen umzubringen, vielleicht auch befriedigung und genugtuung, weil ich mich im recht sehe und ihn endlich getötet habe, oder was weiß ich, aber .. ich meine IRGENDETWAS. vorallem, wenn man direkt mit der sachlache von leuten, die unmittelbar von den konsequenzen (dann auch noch negativ!) betroffen sind, konfrontiert wird.

aber in dem fall bin ich irgendwie wie emotional tot. selbst, wenn ich es bedauern oder bereuen oder anders empfinden wollen würde, weiß ich gar nicht, wie ich das… machen soll!? ich meine, ich kann ja nicht beeinflussen wie ich empfinde. zumindest nicht so krass.

und das finde ich so heftig. ich bin ganz offensichtlich mit meinem egoismus konfrontiert worden und zwar von demjenigen, der unter meinem egoismus leiden muss. und zwar total… ohne vorwürfe, derjenige hat es nur angesprochen, hegt aber keinerlei groll gegen mich. und normalerweise würde ich doch spätestens im falle des angesprochen-werdens irgendwie ein.. schlechtes gewissen kriegen oder meine handlungsweise oder empfindungsweise überdenken, aber ich empfinde nicht den geringsten funken von „überdenken“ oder zweifel meiner taten oder sichtweise. und das .. ewwww, irritiert mich jetzt auch, wenn ich mit dieser person spreche, denn eigentlich müsste ich mich entschuldigen, ich habe mich auch entschuldigt, aber wir wissen beide, dass es mir eigentlich nicht leid tut, weil.. ja, kann ich jetzt nicht näher sagen, ohne die sache an für sich auszusprechen. aber es KANN mir gar nicht leid tun, weil sich das total widersprechen würde.

und was NOCH weirder ist, der, der unter meinem egoismus leidet, ist auch noch derjenige, der mir dazu verhilft, meinen willen durchzukriegen. also sollte ich doch zumindest irgendwie reue heucheln, damit ich es mir nicht verscheiße? das macht doch alles gar keinen sinn?! ich fühle mich hier wie… gestört.

und ich kann es mir auch nicht so hindrehen, dass ich voll das opfer wäre und gar nichts für meinen egoismus kann, denn spätestens nach der erkenntnis, dass ich wohl ein opfer bin, kann ich mein opferdasein umkehren. denn wenn ich wissentlich das opfer bin und jemand muss darunter leiden und ich bin mir über diesen umstand bewusst, bin ich doch spätestens da nicht mehr (nur) opfer, sondern auch täter. zumindest würde ich wenigstens den WILLEN, aus der vermeintlichen opferrolle rauszukommen, hier als mindestvoraussetzung…… voraussetzen, dass man bisher nicht einfach nur aus egoismus gehandelt hat, sondern aus einer notsituation heraus. aber auch hier… nicht den funken eines willens.

 

keine ahnung, der ganze sachverhalt, alles daran, irritiert mich, fuckt mich ab. und je länger ich diesen eintrag hier schreibe, desto mehr verwirre ich mich selber. ich glaub, ich muss mich da mal in einer ruhigen minute nochmal hinsetzen. keine ahnung.

sorry, war jetzt ein total witzloser eintrag, mit dem keine sau nun was anfangen kann. nicht mal ich selber.

 

suzaku

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