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Tag: 1. Dezember 2021

Lob.

Lob.

irgendwie bin ich schon die ganze woche neben mir. ich hatte ja montag frei und, keine ahnung wieso, ich bin gestern und heute schon die ganze zeit so hardcore müde. und kopfweh habe ich seit ungefähr.. puh, bestimmt schon seit einer woche.

heute ist mittwoch, ergo habe ich heute gesangsunterricht, und .. das fühlt sich total strange an. normalerweise wache ich mittwochs quasi schon mit dem gefühl auf: „oh, heute muss ich zum unterricht.“ so ein termin, bei dem ich pünktlich sein muss. ich bin da eh hardcore gewissenhaft, überall pünktlich, alles wichtig, muss muss muss.

apropos, ich habe gestern mal mit meiner mutter geschrieben. und zwar hat mein vater in den letzten tagen, wochen, immer wieder schluckbeschwerden gehabt, sodass er jetzt mittlerweile nur noch 77kg auf die waage bringt, da er fast gar nichts mehr gegessen hat. (dazu muss man sagen, dass mein vater eigentlich schon immer mindestens 95kg wiegt.) inzwischen hat er aber endlich medikamente bekommen, die auch helfen, sodass er wieder auf dem weg der besserung ist.

aber darauf wollte ich eigentlich nicht hinaus. eigentlich wollte ich meiner mutter überhaupt nicht davon erzählen, weil… ugh.

und zwar hat ja meine mutter seit jeher immer auf mir rumgehackt, also früher richtig extrem. ich meine daran habe ich mich gewöhnt, aber ich meine diesmal in richtung…. kochen. genau. als ich mit tobi zusammenkam – ach was, schon viel früher, hat sie immer gesagt, blah, ich soll gefälligst kochen lernen (bzw. eigentlich sollte ich es bereits können, quasi, ohne noch den prozess des lernens zu durchlaufen). ich meine, ich war nie sonderlich interessiert an kochen, liegt aber viel mehr daran, dass ich eine fucking angst vor ihr hatte und die küche ihr „revier“ war. und mir alles peinlich war, vor ihr, mit ihr, allgemein alles, was damit zu tun hat. find ich so krass, wie prägend einfach die ersten paar jahre sind, also ich meine.. da verkackt man ganz kurz was, meinetwegen nur die ersten zehn jahre, und der mensch trägt sein ganzes leben lang womöglich schäden davon. finde ich immer wieder faszinierend. aber gut, das ist ja mit allem im leben so. ich kann auch mühevoll monatelang ein haus aufbauen, irgendwo die statik versemmelt und schon bricht der ganze karren in windeseile in sich zusammen. (GOSH, WAR DAS JETZ EIN TECHNISCHES BEISPIEL, I AM FUCKING IMPRESSED!) oder, um beim kochen zu bleiben, ich koche drei tage lang für thanksgiving, gefressen isses innerhalb ner halben stunde ha =D ..

naja, aber zurück. jedenfalls war alles seit jeher unangenehm mit ihr, vorallem.. KOCHEN. gosh, hab ich das gehasst. ich habe diese ganze.. SITUATION gehasst. immer wissend, meine mutter ist komplett überfordert mit hausarbeit, selbstständigkeit, job in der pflege etc, dieses ständige schlechte gewissen, aber noch viel schlimmer diese angst vor ihr, irgendwas falsch zu machen, weil man a) eh in ihren augen der dümmste mensch on earth ist und b) durch schläge und geschrei eh schon eingeschüchtert ist. meine ganze kindheit fühlt sich an wie ein einziger zwiespalt zwischen: „willst du, dass deine mutter sauer auf dich ist, weil du dumm bist, oder weil du faul bist?“ ich hab mich für faul entschieden, weil ich die dummheit nicht ertragen konnte. darum hab ich nie irgendwas gemacht und das schlechte gewissen im stillen ertragen, weil die alternative für mich nur viel schlimmer gewesen wäre.

so. das nur kurz … revue passiert. ich leide da jetzt nicht wirklich drunter und will auch nicht groß auf meiner kindheit blabla rumreiten, da bin ich drüber. aber .. sagen wir, als wundervolle einleitung dessen, was ich eigentlich erzählen will.

thanksgiving.

ursprünglich wollte ich ihr überhaupt nichts von meinem dinner und meiner damit verbundenen koch-challenge erzählen, aus.. verschiedenen gründen. hauptsächlich deshalb, weil ich es einfach leid bin, mich vor ihr zu beweisen. ihr zu zeigen, wie ach so toll ich bin, nur um mal ein fünkchen lob von ihr zu bekommen. ich hab da schon gar keinen bock mehr drauf und .. ihr lob bedeutet mir auch heute nicht mehr viel. man investiert so verdammt viel zeit, arbeit und leidenschaft darin, irgendwelche leute zu beeindrucken, ohne je mal wirklich ein auge auf die leute zu werfen.

ich meine das eigentlich nicht richtig böse oder beleidigend, auch nicht überheblich, aber mal im ernst… schauen wir uns doch meine mutter an. warum um alles in der welt sollte es irgendwie.. wichtig sein, ob sie von meiner kochkunst beeindruckt ist oder nicht? oder mich mal lobt? sie ist.. ein armes würstchen. das es nicht mal schafft, sich selbst nur … durchschnittlich glücklich zu machen.

wenn jemand deinen wert nicht erkennt, sagt das über denjenigen viel mehr aus als über dich.

ich habe diese geschichte schon mal erzählt, aber ich denke, man kann sie nicht oft genug erzählen. ich habe mal in einem forum gelesen, wie jemand sagte, dass die schönsten kirschen ganz oben am baum hängen. doch diese werden nie gepflückt, weil sie eben am schwersten zu erreichen sind. daraufhin fühlen sich die kirschen schlecht und minderwertig gegenüber den schlechteren kirschen, die weiter unten hängen, die aber jeder pflückt. aber es sagt einfach viel mehr über die menschen aus, die sich mit den unteren früchten abfinden als über die kirschen selbst.

zwar nicht genauso, aber so ähnlich ist es mit meiner mutter.

warum sollte ich also wahnsinnig viel power da hinein investieren meiner mutter zu gefallen, wo es doch nicht an mir liegt, dass ich ihr nicht gefalle, sondern daran, dass sie gar nicht die fähigkeit besitzt, zu erkennen, was ihr an mir gefallen könnte?

also.. brauch ich ihr auch nicht erzählen, dass ich anscheinend doch in der lage bin, irgendwas an essen zuzubereiten. so wie sie es immer wollte. „du musst kochen lernen, sonst verlässt dich tobi.“ – oh achso. und selbst wenn er das täte. dann wäre er genauso wie meine mutter. sieht man mal wieder, sie würde mich womöglich deshalb verlassen, weil man immer von sich auf andere schließt. oder sie fürchtet verlassen zu werden, wenn sie nicht kochen kann, das wohl eher.

naja. aber gestern war ich dann mit ihr so am schreiben und .. um ehrlich zu sein, war ich einfach nur neugierig auf ihre reaktion. also ich habe kein lob erwartet oder sowas. wenn ich ihre reaktion hätte voraussagen müssen, hätte ich vermutlich auf irgendein „butter aufs brot streichen“-mist gesetzt, sowas wie: „siehste, musstest du also doch noch kochen lernen!“ oder „hab ich dir doch gesagt, dass das wichtig ist, hättest mal auf mich gehört.“

ich hab ihr dann das video weitergeleitet, das ich auch online gestellt habe, auf dem man den gedeckten tisch sieht. mit dem satz: „schau mal, das ist von samstag.“

ihre erste reaktion war: „oh, wo wart ihr denn essen? oder ist das bei euch zu hause?“ – „bei uns daheim.“

ihre zweite reaktion war: „bist kein veganer mehr?“

um ehrlich zu sein, hat mich diese reaktion viel mehr genervt als wenn sie einfach nur eins der butter-aufs-brot-sätze gesagt hätte. und witzigerweise schoss mir auch sofort durch den kopf, warum mir solche „beleidigungen“ lieber gewesen wären – weil ich sie a) vorausgesagt hatte und b) weils so wunderbar einfach gewesen wäre, meine mutter innerlich einfach als den bösewicht abzustempeln. das mit dem veganer hat mich sogar eher kalt gelassen. ich bin kein veganer (mehr), ich weiß das. stehe ich zu. komme ich klar mit. vielleicht irgendwann mal wieder, vorerst aber nicht.

zu einem kleinen lob konnte sie sich aber doch noch herablassen, sie meinte hinterher dann noch: „sehr schön hast gekocht.“ aber um ehrlich zu sein, hat das gar nichts mit mir gemacht. ich habe mich weder aufgeregt, noch gefreut. was mir einfach nochmal bestätigt, dass das, was ich oben geschrieben habe, tatsächlich so ist. meine ganze einstellung zum thema „um lob meiner mutter kämpfen“.

hm. eigentlich habe ich jetzt schon wieder viel zu viel darüber geschrieben, dabei wollte ich nur das mit dem thanksgiving erzählen. najoooo. egal. hättets ja nich lesen müssen XD

im übrigen, danke noch für die messages, die ich zu meinem gestrigen eintrag bekommen habe. den rückmeldungen zufolge schien mein eintrag relativ… intensiv gewesen zu sein. hatte ich eigentlich gar nicht so gedacht. mir gehts aber eigentlich ganz „gut“, also .. ich befinde mich in meinen wolken, in meinem tunnel, ohne sicht auf links und rechts und das ist.. die meiste zeit ganz gut so. man würde sicherlich keine „unangenehme“ situation lange mitmachen, wenn man sie nicht auch irgendwie „genießen“ würde.

in diesem sinne…

suzaku

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