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Tag: 13. Dezember 2022

Wegkratzen der Kruste.

Wegkratzen der Kruste.

an manchen tagen fällt es mir schwerer, dass ich keinen aufschrieb über die ganze sache habe. keine dokumentation, nix. ich bin es nicht gewohnt, dass es irgendetwas in meinem leben gibt, das auch nur annähernd diese wichtigkeit hat, worüber es kein protokoll gibt. einerseits fühlt sich das .. unabhängig und losgelöst an, frei, und gleichzeitig das komplette gegenteil. denn zum einen kann man keinen aufschrieb verlieren und andererseits verliert man aber doch irgendwie die erinnerung. und manche erinnerung ist für immer eingebrannt.

ich frage mich aber auch, ob ich überhaupt nachblättern und alte einträge lesen würde. lese ich seit ein paar jahren, seit wordpress, nur keine mehr, weil seitdem nix interessantes mehr passiert ist (oder es zumindest nicht aufgeschrieben habe), oder würde ich es auch so nicht mehr nachlesen? hm. ich glaube, selbst, wenns hier stehen würde, würde ich nicht mehr so oft nachlesen.

aber es ist so komisch ohne protokoll. wenn man sich an einen tag oder so zurückerinnert, also vom kopf her, so wie es quasi normale menschen tun (lol), dann hat man nur so .. spannungsspitzen, die man noch weiß, und alles andere is so.. pff, keine ahnung, was da war. aber wenn man tagebuch führt, und bei gewissen ereignissen sehr detailliert, dann fügen sich diese spannungsspitzen, die man noch im kopf hat, wie so ein puzzle zusammen. und so … weiß ich aber nur noch die einzelnen brocken.

und manchmal fühlt es sich so .. unrealistisch an, dass bestimmte sachen auch wirklich passiert sind. wenn man es nochmal nachliest, hat man für sich selber den beweis: „nö, das war wirklichkeit. da stehts doch.“ und nicht nur das, die sachen, die man vergessen hat, die eben deine spannungsspitzen wieder zu einem ganzen puzzle zusammenflicken und dabei einen „aha“-effekt auslösen, sind auch der beweis dafür, dass man nicht alles irgendwie geträumt hat.

ich weiß auch gar nicht, ob das so wäre, wenn ich es aufgeschrieben hätte, und ob das früher, wenn ich manche sachen aufgeschrieben habe, genauso war, aber .. manchmal kommen so momente wieder hoch. so eine spannungsspitze, an die man sich noch erinnert. da fühle ich mich, als ob ich immer noch in dem moment drinstecken würde, egal, wie lange er vielleicht schon her sein mag.

und irgendwie ist dieser … zwang, hier so wenig wie möglich darüber preiszugeben, immer noch in mir drin, so wie ich früher umgekehrt den protokollierzwang hatte. immer, wenn ich hier doch davon erzähle, lösche ich sätze, ganze abschnitte, wieder raus.

ich finde es krass, wie sich manche dinge so .. wiederholen. also ich meine jetzt nicht, dass eine ganze geschichte sich wiederholt, wie jetzt zum beispiel, keine ahnung, die ganze beziehung zu daniel oder was weiß ich. sondern wie ich hier sitze und exakt die gleichen gefühle habe, wie ich sie auch schon bei zig einträgen hatte. dass man sich so unverändert, gleich fühlen kann. wo man sich doch ständig irgendwie .. verändert und so oft in einer ganz anderen tagesverfassung ist.

was das schwarze loch angeht, fühle ich mich wie .. konserviert. wie als ob man irgendwie immer im gleichen zustand bleibt. bei jedem anderen.. dingsbums war es wenigstens irgenwdie immer… anders? .. mensch, schreib ich beschissen lol. bloß weil man ständig umhertänzelt und nicht zu viel verraten will. klar kann man sich einen großen teil denken, aber was sich jemand denkt, wenn er mein tb liest, ist mir ja grundsätzlich egal, sondern das, was de facto hier steht, ist mir wichtig. aber zurück. bei sowas wie .. keine ahnung, holly, da war wenigstens alles ein auf und ab mit einer tendenz zu eww. LOL. „ein auf und ab mit tendenz zu eww.“ das schreit ja eigentlich nach einem tb titel. aber was das schwarze loch angeht, bleibt immer alles gleich. und es ist auch gar keine überraschung, dass alles immer gleich bleibt.

was auch das lustige an tagebucheinträgen wie diesem hier ist, ist, dass es sich anfühlt, als wäre man eine ratte in eine schuhkarton, die anfängt an ihrem eigenen schwanz zu knabbern. die erfüllen nämlich gar keinen sinn, außer, sich irgendwie selber in der wunde rumzustochern. anfangen kann ein leser mit dem zeug hier nichts. weder direkt, also dass entertainment oder klatsch und tratsch oder whatever erfolgt, noch, dass man selber irgendetwas daraus ziehen kann. so von wegen: „aha, bei ihr ist das so und so, wie wäre das bei mir?“ – oder „wow, wie gehts da bei ihr weiter?“ … nee, man checkt einfach gar nichts. und bis auf wunden-rumgestocher bringt mir selber das ja eigentlich auch nichts. wenn ich das nachträglich je nochmal lese, dann isses ja auch nicht so, dass ich mich an sachen erinnere, nö. ich denke mir selber: „hmm, da gings mir offensichtlich schlecht und hab in der wunde rumgestochert.“ abgesehen davon fühle ich mich danach nicht mal irgendwie besser oder freier oder sonstwas. ist einfach nur das wegkratzen der kruste auf einer wunde. und dann wartet man ein bisschen bis die kruste wieder da ist und kratzt die von neuem weg. total sinnlos, eher destruktiv und eigentlich nur zeitverschwendung. von eurer und meiner zeit.

hmm. das ist doch mal ein gutes wort zum schluss.

suzaku

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