Der Roman in der Hand des Analphabeten.

Der Roman in der Hand des Analphabeten.

moin!

ich höre gerade das lied.. j’en ai mis du temps von meinem fiori natürlich:

das ist so eine spezielle acoustic-version, das lied gibts auch noch in „normal“, aber mir hat früher als teenie diese acoustic-version immer besser gefallen. das war das lied, als fiori meine hand gehalten hatte ;O; .. ja, ihr müsst euch auch heute wieder meine schwärmerei reinziehen (oder auch nicht XD), aber ich finde fioris stimme einfach so toll. das klingt voll hohl, aber genau genommen finde ich das voll „intim“, wenn man jemandem zuhört, also auch beim singen oder so. ich meine, das kommt richtig vom innersten des körpers, keine ahnung, is irgendwie was anderes, als wenn man jemandem einfach nur ins gesicht guckt, keine ahnung, komischer gedanke. das erinnert mich an eine unterhaltung, die ich mal mit dem schwarzen loch hatte. ich meinte, wenn wir vor der wahl stünden, ob wir entweder taub oder blind werden müssten, würde ich immer lieber blind wählen, weil ich mir das nicht vorstellen kann, ohne musik zu leben. aber nichts ist so schön (AUSSER FIORI NATÜRLICH XD), dass ich das stundenlang anglotzen könnte und mich das total glücklich machen würde, aber musik hören, hmm, da gibt es fast keins der lieder, die ich so höre, die nicht irgendetwas in mir auslösen. egal, wie unpraktisch oder praktisch es im alltag wäre eher taub oder eher blind zu sein, ich würde daher immer eher auf mein augenlicht verzichten als auf die fähigkeit zu hören. das schwarze loch meinte, er würde immer lieber sehen wollen. ich bin es eigentlich gewohnt, dass so ziemlich gar niemand meiner „meinung“ in dieser sache ist, ich habe diese unterhaltung schon so oft mit leuten geführt und noch nie wollte jemand eher blind als taub sein. wobei ich sagen muss, beim schwarzen loch hätte ich es aber schon in erwägung gezogen, dass er mit mir d’accord (HA FRANZÖSISCH) gehen würde, weil ihm musik sehr, sehr viel bedeutet.

aber zurück zu fioris stimme, gosh. also, das sag ich ja schon immer, aber er hat die schööööönste stimme, die’s gibt. tobi findet den gesang von fiori ganz furchtbar, für ihn ist das „operngesang“, aber, puh, ich krieg da gänsehaut. ich liiiiiebe seinen vibrato (OK, AUCH DAS KANN MAN ANDERS AUFFASSEN XDDDDD), ich liebe einfach alles an ihm XD IM ÜBRIGEN, HAB ICH DAS ERZÄHLT? … ach, doch hab ich, verdammt. dieses kinderbuch von fiori, das wollt ich erzählen. das ist so toll XD ich könnt mir das wie son kleines kind abends zum schlafengehen reinmachen und anhören, nur dass ich im gegensatz zu dem kleinen französischen kind kein bisschen verstehe. aber ich liebe auch seine sprechstimme xD er strahlt einfach sowas knuffiges aus ;_;

oh, was ganz anderes. heute hat übrigens holly geburtstag. lustig. früher hätte ich da voll drauf hingefiebert, auf solche sachen. letzte woche hatten wir mal einen netzwerkausfall auf arbeit und holly kam vorbei, weil ich ja gerade die stellvertretung für meinen gruppenleiter mache und er wollte mich halt darüber informieren, wie es weitergeht. er setzte sich dann zum nasenbohrer und zu mir und wir quatschten ein bisschen. ich glaub, das war das längste mal, dass ich mit ihm geredet habe, seit .. corona. seit zweieinhalb jahren. wir haben dann zu dritt rumgealbert und ein paar witze gerissen und ich muss sagen, so ein bisschen kann ich es schon nachvollziehen, dass ich so auf den gestanden habe. also auch wenn sein charakter echt nicht der einfachste ist, ganz im gegenteil, der ist so ziemlich die schwierigste (im negativen sinne) person, die im betrieb rumrennt, aber .. er hat schon charme. und strahlt sowas .. keine ahnung, schon irgendwie was aus, was, glaub ich, ne menge frauen erstmal anzieht. nicht umsonst hat der so eine erfolgreiche und hübsche ehefrau, obwohl der .. so schwierig ist. dachte ich so, als ich ihn angesehen hab, wie er mit dem nasenbohrer rumgelacht hat. aber bin ich total drüber hinweg. gott sei dank. so ändern sich zeiten.

gott, was sich aber niemals ändert, ist das geschisse mit meinen eltern, selbst jetzt, wo die hälfte schon gestorben ist. und zwar isses ja so, dass meine mutter quasi null komma nichts an rente hat, also nur ein paar hundert euro, weil sie ja die meiste zeit selbstständig war (gezwungenermaßen, sie durfte ja nicht arbeiten gehen von meinem vater aus, als selbstständige, die zuhause arbeitet, kann sie ja nebenbei noch kinder hüten…..). mein vater hat ja eine recht gute rente bezogen und meine mutter ist ja aufstockerin. jedenfalls isses nun ja so, dass die beerdigung ja auch einiges kostet und sie versucht das jetzt halt mit dem rest an geld zu bezahlen, was noch da ist, also auf dem konto meines vaters. und da mein vater auch alles andere als sparsam war, könnt ihr euch ja vorstellen, wie viel kohle da noch übrig ist. klar, sie kriegt auch witwenrente, aber die bekommt sie erst im november und es werden auch ein paar kosten vom amt getragen, weil meine mutter ja quasi nichts hat, aber das geld ist halt auch alles noch nicht da und ob das dann reicht, ist eine andere frage (hab grad nicht alle zahlen im kopf). naja. und jetzt isses so, dass ich ihnen zu den lebzeiten meines vaters ja schon mit knapp 700 euro ausgeholfen habe, weil die da was vercheckt haben. also das schrieb ich damals ja schon, das war so, dass irgendwie was schief lief mit den bezahlungen und es wurde dann ein halbes jahr kein geld vom konto meines vaters vom altenheim abgebucht. und mit einem schlag wollten sie dann sämtliche rechnungen von dem halben jahr beglichen haben. nun reichte das geld aber nicht mehr aus, weil ursprünglich hätten die nach ein paar monaten schon kostenerstattungen beantragen können, da aber sowohl das altenheim, als auch meine eltern alles schleifen gelassen haben (normalerweise würde mir ja auffallen, wenn ein, zwei monatelang keine altenheimkosten abgebucht werden!? ich meine, mir fällt doch auch auf, wenn meine miete nicht abgebucht wird?! aber da sieht man halt mal, wie … zuverlässig meine eltern sind), ist eben diese schwelle überschritten gewesen und irgendjemand hätte zumindest mal .. naja, ich sag mal „aushelfen“ müssen, bzw. irgendjemand musste eben das geld vorstrecken. dreimal dürft ihr raten, wer IRGENDJEMAND ist =D .. also gut, von wegen „müssen“, ne? .. aber ich kann ja meine mutter nicht da so rumrudern lassen, das is sonst die nächste, die in der kiste landet, weil sie dann einen zweiten herzinfarkt kriegt. und wegen 700 euro mach ich da nicht rum. jedenfalls hab ich das dann bezahlt, und nun ist halt wieder was und nun braucht sie wieder 500 euro, weil eben das geld erst im november kommt. und nun hat sie mir erzählt, dass sie kein geld mehr hat, ich hab ohne zu zögern gesagt, dass ich das für sie überweise, passt schon. ganz ehrlich, ich rechne gar nicht damit, dass ich das geld je wiedersehe. das is mir, um ehrlich zu sein, auch egal. das einzige, was mich nicht mal richtig ankotzt, sondern .. naja, sagen wir, was SCHÖN WÄRE, WÄRE ES ANDERS, ist, dass quasi null komma gar nicht gewürdigt wird, dass ich bereitwillig und ohne zu motzen meinen geldbeutel öffne, OHNE DASS SIE MICH ÜBERHAUPT FRAGEN MUSS. sondern sie teilt mir ihre sorgen mit und ich sag: „ja komm, ich leg dir das geld aus.“ – NORMALE, damit meine ich … irgendwie .. empathische, geistig normal funktionierende, halbwegs intelligente menschen, keine .. emotional verkümmerten, inkompatiblen, kaputten leute, würden sagen: „oh, das is lieb, danke.“ fertig. ich mecker ja nicht mal, ich meine, bin ja auch selber schuld, wenn ich ihr helfe. ich sage nur, es wäre schön, wenn man sowas mal hören würde – ja und sogar DAS hab ich mir weitestgehend abgeschminkt, weil ich weiß ja, wie meine mutter tickt. die schnallt das überhaupt nicht, wie zuverlässig und hilfsbereit ich bin und wie BEHINDERT (sorry, politisch nicht korrekt) mein bruder ist. da wird halt einfach gesagt: „ja der is halt blöd“ und fertig. oder: „ja der kann halt nicht mit geld umgehen“ oder so. ich meine, ja, das weiß ich, aber … MAN BRAUCHT AUCH MAL EIN BISSCHEN HUI HUI, NE? .. HUI, SUZA, DANKE! DAS IST JA TOLL. DU MACHST ES GUT. DU BIST NETT. DU HAST DEIN LEBEN IM GRIFF.

aaaaaaaaaaaber *schläfe massier*… das wird nicht passieren. das ist die letzten siebenundreißig jahre nicht passiert, dann wird das auch nicht die kommenden siebenunddreißig jahre passieren. und das ist auch vollkommen okay so, weil .. ich brauch keine mutter, die mir sagt, wie toll ich mein leben meister. ich muss nur auf mein leben schauen und sehe: „jupp. ich meister mein leben toll.“

……nervt nur, wenn die mutter dann mal ankommt und dann nur durch ein bisschen chatten wieder so ne grundsatzdiskussion vom zaun gerissen wird. jetzt jammert sie mir die ohren voll, wie blöd ihre mutter zu ihr war. äh lol.

find ich lustig, wie ich .. keine ahnung… hm. ich dachte immer, die ansicht auf mein leben oder meine familie würde dadurch beeinflusst werden, wenn mal einer von meinen eltern stirbt. aber im grunde genommen hat sich auch über den tod meines vaters hinaus rein gar nichts verändert. es wird immer noch gejammert, mein bruder verpisst sich immer noch, ich sehe mein leben immer noch genauso wie davor auch. mit davor meine ich immer wie nach der therapie, also quasi mit mir selbst im reinen.

das hatte ich gestern auch mit dem nasenbohrer. er und ich waren abends noch lange auf arbeit und haben uns irgendwann über familienstreitigkeiten und geld unterhalten. dem hab ich dann die story von dem hausverkauf erzählt, als meine eltern sich doch so super dämlich angestellt haben, und das haus an den erstbesten heini verkauft und ihm hinterher sogar noch mehr geld zurückgegeben haben, weil der sein dach dämmen wollte. schlussendlich wurde das haus total unter wert verkauft und meine eltern hätten eigentlich richtig gut kohle draus schlagen können, aber sie waren halt einfach ….. dumm.

„deshalb hast du so ein schlechtes verhältnis zu deinen eltern..“, meinte der nasenbohrer. – „nö, das liegt eher an den schlägen.“ – „an den schlägen?“ – „die mit dem kochlöffel von meiner mutter, als ich klein war.“ – er zog verwundert die augenbrauen nach oben. „ach du, ich könnte dir geschichten erzählen, willst gar nicht wissen, was da schon alles war..“ – „das ist aber …. nicht schön“, meinte er etwas bedrückt. – „nö, aber ich hab meinen frieden damit geschlossen. schon okay so.“

genau. ich muss nur in den chat mit meiner mutter gucken und mir durchlesen, wie sie über ihre mutter jammert. und dann weiß ich: so will ich nie (wieder) sein. und das wird auch nicht durc 1200 euro beeinflusst, die ich bezahle und von denen ich mir denken kann, dass ich das geld nie wiedersehe. ich selber weiß, dass ich das richtige tue, indem ich ihr helfe, ich selber weiß, dass ich eine gute tochter bin, ich selber wertschätze meine eigenen taten (sofern man das kann), da brauch ich nicht die wertschätzung und das lob von ihr. das ist wie ein wunderschöner roman in der hand eines analphabeten. der kann das buch ja dann auch nicht loben und sagen: „wow, was für ein toller roman!“, wenn er überhaupt nicht lesen kann. und genauso sehe ich das auch mit meiner mutter. wie soll die denn wertschätzen, dass ich ihr jedes mal helfe, wenn sie überhaupt nicht in der lage ist, das zu erfassen? da kann man ihr ja nicht mal böse sein. (und ja ich weiß, ich lobe mich selbst, indem ich mich als wunderschönen roman bezeichne.)

ist okay. das passt schon so. und jetzt muss ich weiter französisch lernen. mein kleiner fiorilein muss doch auch irgendwann erfahren, wie ich ihn wertschätze, mein kleiner pups XD <3

suzaku

2 Gedanken zu „Der Roman in der Hand des Analphabeten.

  1. Sei mir jetzt bitte nicht böse wegen dem was ich jetzt schreibe. Ich lese Deine Tagebücher schon seit der Anfangszeit von MyTagebuch und ich liebe das, was Du schreibst. Aber die letzten Einträge über diesen Fiori nerven etwas. Liebe Grüße. Matthias

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