Das ist nicht, wer ich sein will.

Das ist nicht, wer ich sein will.

hmm.. ich hatte gestern eine unterhaltung mit jemandem aus meinem freundeskreis, in der ein satz fiel, der mich irgendwie zum nachdenken gebracht hat. also jetzt nicht die ganze konversation an für sich, sondern erstmal nur dieser eine satz.

und zwar lautete der satz bzw. die beiden sätze: „ich mag diesen teil an mir nicht. das ist nicht, wer ich sein will.“

es ging um verschiedene macken und charakterzüge, die man eben, wie man schon raushört, an sich selber nicht mag. und die man versucht zu unterdrücken oder zu ändern.

ich kann das sehr gut verstehen. generell konnte ich in dieser unterhaltung mein gegenüber sehr gut verstehen, was derjenige meint, ich würde auch sagen, nicht nur verstehen, also kopfmäßig, sondern auch emotional nachfühlen. und gerade weil ich das so gut kann, habe ich überlegt, warum ich es kann und was ich dann demnach an mir so störend finde, dass .. es mir nicht gefällt und ich es gerne komplett unterbinden oder ändern würde oder von dem ich sogar sage: das ist nicht, wer ich sein will.

hmm. das ist nicht, wer ich sein will.

ich habe gestern ja diesen einen freunschaftsabsatz verfasst, den ich schlussendlich wieder gelöscht hatte, in dem es um thanksgiving ging. ein satz darin war zunächst, dass ich es eigentlich nicht mag, dass ich einladungen bzw. materielles (geschenke, einladen, etc) irgendwie so ein bisschen… aufwiege. sprich, wenn ich jemanden ständig einlade, werde ich unzufrieden und stutzig, wenn der mich viel seltener einlädt. ich wäre gerne super generös und so, dass ich darauf überhaupt keinen wert lege oder dem beachtung schenke. bei näherem hinsehen muss ich aber sagen… ich mag, dass ich so bin. so will ich auch sein. ich bin bis zu einem gewissen punkt großzügig und auch „nachsichtig“, wenn andere mich nicht wirklich groß einladen, aber nicht bis ins unendliche. wobei, das einladen, das is mir wirklich egal. mir gehts um die wertschätzung, nicht um das materielle oder das geld. wenn ich ständig leute zum grillen einlade, müssen die mich quasi nicht in return einladen, aber wenigstens ein: „das ist toll, dass du immer einlädst“ oder vielleicht sogar ein: „kann ich was mitbringen?“ wäre schon schön. und genau genommen bin ich damit auch mit mir selbst im reinen, dass ich da nicht bis auf die knochen und bis zum ausnützen hin selbstlos bin.

woah, das klingt jetzt vielleicht echt eingebildet, aber.. tatsächlich gibts, glaub ich, nicht eine einzige eigenschaft an mir, die ich ändern würde. das, was ich vielleicht nicht so prickelnd an mir selbst finde, habe ich in gewisser weise so weit akzeptiert, dass ich es mir nicht aktiv weg wünsche.

im ersten moment war ich dann etwas irritiert, dass ich die aussage von der konversation gestern so sehr nachfühlen konnte, obwohl ich selbst überhaupt nicht so bin. aber als ich gerade, während des schreibens, kurz auf der toilette war und drüber nachgedacht habe, wie gut ich mit mir selber klarkomme, schoss mir mein lieblingssatz „wer hätte das gedacht, dass ich das mal sage“ durch den kopf. und als zweites: „wenn man bedenkt, was für einen selbsthass ich mal auf mich hatte.“ und da ging mir ein lichtlein auf.

trotzdem lässt mich die aussage bzw. dieser eine satz nicht wirklich los. also nicht, dass ich mir da jetzt unentwegt gedanken oder gar sorgen machen muss, aber ich finde, dieser satz birgt so viel… potenzial für weitere gedanken, erkenntnisse, selbstreflexion. nur leider kann ich auf die näheren umstände nicht eingehen, weil ich hier nicht die probleme meiner freunde breittreten will, selbst, wenn man nicht weiß, um wen es geht.

ich frage mich, ob .. eigenschaften, die man selbst an sich nicht mag, die man aber trotzdem hat, und damit meine ich nicht irgendwelche ticks wie „ich kaue immer auf meiner unterlippe“, sondern richtige charakterzüge, nicht irgendwie… hm. keine ahnung, wie ich meinen gedanken jetzt ausdrücken soll. ich meine, ob solche charakterzüge nicht einfach doch ab und an der wahrheit entsprechend. also oft sind manche „charakterzüge“ ja auch nur irgendwelche symptome von tieferliegenden problemen, zum beispiel, dass ich früher immer so schnell ausgerastet bin und total am rumschreien war und alles. würde ich jetzt nicht behaupten, dass das so ein .. stinknormaler charakterzug ist, vor wut gegen die wand zu schlagen. aber manchmal sind solche unausstehlichen charakterzüge ja wirklich… ein bestandteil des eigenen seins. oder? . wenn z.b. jemand hardcore arrogant ist, dann.. wird das in vielen fällen, behaupte ich jetzt mal eiskalt, doch auch so eine art selbstschutz sein. oder tiefere unsicherheit, weil man evtl. doch nicht so allwissend ist, wie man vor versammelter mannschaft tut und das selber sehr genau weiß. oder eine gewisse egozentrik, weil man zb immer allein gelassen wurde und automatisch sich auf sich selbst konzentrieren musste, keine ahnung. eine folge von irgendwelchen problemen halt.
aber gut. manchmal mag man einfach nur nicht, dass man selbst zb schüchtern ist, weil man viel lieber offen und kommunikativ wäre. ist das aber dann nicht auch eine folge von angst? … puh. schwierig.

keine ahnung, man kann sich total in das thema verstricken, wie man sieht, bis man dann den wald vor lauter bäumen nicht sieht. da bin ich auch ganz groß drin. ist aber auch keine eigenschaft, die ich an mir ätzend finde, haha 😀

schlussendlich empfinde ich aber für diese person, mit der ich diese konversation gestern hatte, sehr viel mitleid. weil ich weiß, wie es ist, wenn man bestimmte sachen an sich nicht ausstehen kann (oder auch seine ganze person) und trotzdem immer wieder darin verfällt. und leider kann ich dieser person selber nicht helfen, im gegenteil. ich glaube, ich fördere hier nur das schlechte. das ist auch eine neue seite, die ich an mir kennengelernt habe. ich bin offensichtlich doch nicht so .. gandhimäßig. schlussendlich denke ich doch an mich selber und an meine eigene gier und bin nicht.. selbstlos. wobei ich das in anderen bereichen schon von mir kannte. das ist genauso wie wenn ich bei squid game mein leben für jemand anderen opfern würde, dann nur, um der tolle märtyrer zu sein und nicht, damit der andere leben darf. tja. ist halt so. kann ich mit leben. ist eine eigenschaft, wie ich bin und wie ich auch sein will.

suzaku

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