Dienstreise.

Dienstreise.

heute war die dienstreise. naja, nicht die dienstreise, denn die war ja schon im november. ich hatte, nachdem ich ja letzte woche meinem chef gestanden habe, dass ich in ihn verliebt bin, gar keinen bock mehr drauf, den ganzen tag mit ihm heute zeit zu verbringen. außerdem hat mich das gespräch mit meinem gruppenleiter so dermaßen abgefuckt, dass mein ganzes selbstvertrauen, das ich mir die letzten monate so schön aufgebaut hatte, den bach runter ist und ich schon in der nacht wieder solche angst hatte, dass ich kaum schlafen konnte. sozialphobie, da bist du ja wieder. herrlich. auch allein der gedanke, dass ich dann da sitze, rechts von mir mein chef und links von mir einer der konstruktionsgruppenleiter, und dann ich … ich mit null plan. super. keine ahnung von nix. aber hauptsache, ich bin auch dabei. nur weil ich so eine komische exceltabelle erstellt habe. schön.

tatsächlich muss ich sagen, wars auch am anfang schlimm. wenn man unter sozialen ängsten leidet, dann… vergisst man die eigentliche sache. heute habe ich deutlich gespürt, wie krass die unterschiede sind. zum einen die letzten monate, in denen es mir supergut ging, und dann heute, so, wie es sich jahrelang jeden tag anfühlte. heute saß ich die erste stunde nur da und hatte fürchterliche angst. ich saß in dem meeting mit meinem chef und diesem gruppenleiter von unserer seite aus, und dann noch weiteren acht herren von unserer partnerfirma, die ich ja auch allesamt nicht kannte. sie haben dann wundervoll über gemeinsame arbeitsthemen diskutiert und ich konnte einfach, aufgrund meiner geringen zeit in der neuen firma, überhaupt nichts sagen. wobei ich auch sagen muss, dass das eigentlich.. joa.. klar ist. also ich denke nicht, dass mein chef verlangt, dass ich jetzt hier übelst bescheid weiß. ich komme ja mit, um dann später bescheid zu wissen. trotzdem kommt man sich dumm vor, wenn man dann da sitzt und das maul nicht aufkriegt, zum einen aus angst und zum anderen, weil man überhaupt rein informativ gesehen nichts zu sagen hat, und das wiederum verstärkt die angst und so schaukelt sich das hoch.

ich saß also da und dachte nur an so einen scheiß wie: oh gott, wie soll ich dasitzen? soll ich das bein übereinanderschlagen? oh, dann sieht man aber ganz blöd meinen socken. oh nee, dann lieber so sitzen. aber das sieht doch doof aus?! und unbequem isses auch. oh, sollte ich das aufschreiben? aber wenn ich das aufschreibe, liest es der neben mir und denkt sich: wieso schreibt die das auf? das ist doch total irrelevant. vorallem, das davor hat sie nicht aufgeschrieben, dabei ist das doch voll wichtig!? – schreib ich aber gar nichts auf, denkt er sich bestimmt: alter, die macht sich nicht mal notizen. die kann ja echt gar nichts. kapiert die überhaupt irgendwas? .. und der laptop vor mir, wieso hast du ihn überhaupt mitgenommen? sieht mega wichtig aus, aber zeigen kannst du doch auch nichts. hast ja nix. kapierst ja nicht mal was. dein chef hat doch eh den laptop auch dabei, und der gruppenleiter auch. oh man. jetzt steht er schon da. hättest ihn am besten gar nicht erst rausgeholt, dann würde er nicht provokant da so stehen und aus sein. wenn ich ihn aber anmache und nur der desktop leuchtet, kommt es doch auch doof. und ach verdammt, jetzt hast du holly schon wieder viel zu lange angestarrt, das merkt doch jeder, dass du auf ihn stehst, guck mal besser auf wen anders. oh der da drüben, der schaut aber böse. der denkt sich bestimmt: ja, die alte. sitzt nur da, warum is die überhaupt dabei, wenn sie nix zu sagen hat? is bestimmt nur so ein hohles püppi und grinst dumm und macht dem chef schöne augen – womit er dann sogar auch noch recht hätte.

und so ging das EWIGKEITEN. irgendwann habe ich gemerkt, dass .. ich einfach nur angst habe. nur angst. ich hab überhaupt nicht aufgepasst, also hätte ich es gar nicht kapieren können, selbst, wenn es tatsächlich nicht über meinem horizont war. irgendwann fing ich dann „einfach“ an zuzuhören. was die so redeten. und siehe da, ich hab sogar kapiert, um was es ging. zwar nicht aus der sicht unserer firma, weil ich dazu viel zu kurz da bin, aber aus sicht der konkurrenz, wo ich ja die letzten fünf jahre war. mir fielen lauter dinge auf, die sowohl unsere firma, als auch die partnerfirma, anders machen, im vergleich zu meinem alten arbeitgeber. dann traute ich mich sogar bei einem thema was zu dem gruppenleiter zu sagen und dann.. ging es. irgendwann merkte ich sogar, dass ich überhaupt keine angst mehr hatte, weil ich.. die angst einfach vergessen habe. und ab da war ich wieder.. die alte. naja, die neue alte. die neue alte mit dem selbstvertrauen.

eine meiner größten ängste sind ja solche geschäftsessen. oh gott, was bestelle ich, beklecker ich mich, wie esse ich, wie halte ich die gabel, wie das messer, wo muss ich mich mit dem tablett anstellen, wo setze ich mich hin, was rede ich mit den leuten, was ist, wenn die mich was übelst fachliches fragen, oh gott oh gott oh gott. und dann wäre ja noch ein weiterer stolperstein: vegan.

kurz vor dem mittagessen musste holly dann aufs klo, also warteten wir alle. ich musste eigentlich auch zur toilette, aber ich war da so.. ängstlich, dass ich dann lieber mit den anderen, fremden leuten – denn der gruppenleiter war beim rauchen – da stehen blieb. sich nicht rühren. dann begann einer der chefs der fremdfirma mich anzusprechen. – „und wie lange sie sind nun schon dabei?“ – „bei diesem projekt, in der firma oder in der abteilung oder wie meinen sie?“ – „allgemein. in der firma, bei herrn hpa in der abteilung, bla?“ – „ich bin jetzt seit september in der firma und davor war ich bei xyz.“ – „aaach, da schau her, bei der konkurrenz. ja, mit denen haben wir auch öfter kontakt.“ – ich lachte und meinte: „ja, ich kann leider zu unserem heutigen thema nicht viel beitragen, es sei denn, sie wollen es aus der sicht von xyz.“ – alle lachten und das eis war gebrochen. ab da war ich wieder die super charmante, witzige frau fenz. smalltalk-queen. nix sozialphobie. und beim mittagessen dann holte ich mir einen großen salat und ein brötchen. das geht immer. man hat so seine notfall-essen als veganer. mein chef isst ja lowcarb und so hat er meistens nur ein stück fleisch mit soße auf dem teller und einen salat. ich kenne den anblick ja bereits. – „oh, das sieht aber leer aus. keine beilage?“, kommentierte einer der chefs das essen von holly. dieser erzählte davon, dass er bissl trennkost machen würde und dementsprechend kohlenhydrate weglässt. – „ja aus diätgründen oder wieso?“ – „zum einen wegen dem gewicht, zum anderen wegen dem training.“ er erzählte vom joggen und auch von seiner wette, die er am laufen hat. alle lachten, ich brachte mich auch mit ein und neckte meinen chef ein wenig, weil er sich mit einem 20 jahre jüngeren kerl beim joggen anlegte und wie viele bierkästen er verlieren würde. sie fragten, wie schnell holly laufen würde, und er meinte: „naja, irgendwie werde ich nicht schneller.. trotz der anderen ernährung und dem gewichtverlust.“ – ich lachte: „tja holger, ich würde dir ja gerne meine ernährung ans herz legen, aber ich fürchte, das wäre nichts für dich.“ – der chef schaute auf meinen teller und meinte: „vermutlich hauptsächlich salat, oder?“ .. ich schaute auf, lächelte und zusammen mit holly, der die frage auch beantworten wollte, sprachen wir synchron wie im chor: „vegan!“ wow. der chef schien beeindruckt. – „und wann haben sie damit angefangen?“ – „die umstellung begann vor vier jahren, da ließ ich milchprodukte und eier weg.“ – „und was war die motivation?“ – „anfangs nur neugier und je mehr man sich damit befasst, desto weniger möchte man zurück… aus ethischen, gesundheitlichen und umwelttechnischen gründen.“ – er nickte sofort und meinte: „ja, das stimmt.“ – er wirkte, als wäre ihm das thema nicht ganz fremd, also zumindest nicht in der theorie.

naja, der tag ging weiter.. wir besichtigten noch ein paar maschinen, wir liefen so in der halle rum und es wurden einige sachen erklärt. es war wie damals, wie die erste dienstreise, als wir im november das werk einer anderen firma besichtigten. ich stand immer ein paar schritte von holly entfernt weg, er trug damals sogar die gleiche hose wie heute, und ich begutachtete ihn immer von der ferne. es war wie damals.

alles war wie damals. alles ist wie damals. es scheint sich mit meinem geständnis nichts verändert zu haben. und das ist zum einen erleichternd, zum anderen aber extrem frustrierend.

keine ahnung, wie „entlieben“ funktionieren soll. ich schaute ihn heute immer wieder an. während der hin- und rückfahrt saß ich neben ihm. wie damals. wie jedes mal, wenn ich bei ihm im auto mitfahre, ob es zu dienstreisen ist, oder wenn wir abends was trinken waren. die sonne schien und er setzte schon am morgen seine rayban pilotenbrille, also so eine sonnenbrille, auf. oh gott. fuck. ohne scheiß, er sah so verdammt heiß mit dieser scheiß brille aus. ich liebe seinen style einfach, ich liebe diesen style. über seinem weißen firmenhemd trug er eine schwarze lederjacke – nicht diese superteure, aber die war mit sicherheit nicht viel günstiger – und diese rayban brille. meine fresse, er sieht einfach so verdammt gut aus, oh gott. könnte mich den ganzen tag vor ihn hinsetzen und ihn anglotzen. echt.

einfach frustrierend. einfach frustrierend, mehr kann ich dazu nicht sagen. heute war es einfach wieder exakt genauso wie vor ein paar wochen und monaten. rein gar nichts hat sich geändert.

ich weiß aber nicht, ob sich für ihn was geändert hat. ich weiß es nicht. er sagt zwar, er will alles so lassen wie immer und bisher ist es ja auch so, dass er halt.. ja, wie soll ich sagen? er fragt mich ja jeden tag danach, ob bzw wann wir zusammen mittagessen gehen und so. es hat sich so gesehen nichts geändert. aber irgendwie frage ich mich, ob es ihm.. unangenehm ist, mit mir zusammen zu sein, jetzt, wo er es weiß. den gedanken hatte ich gestern das erste mal. gestern war er schlecht drauf, weil er müde war und ich hatte nach der mittagspause die ganze zeit zweifel, ob er unsere „geschäftsbeziehung“ (die er freundschaft nennt) wirklich immer noch genauso empfindet wie vor meinem geständnis.
wir waren beide zusammen mittagessen, unser tisch war komplett leer, außer uns beiden eben. irgendwie war.. das gespräch so erzwungen. ich kam mir teils wie ein alleinunterhalter vor und er wirkte auf mich, als ob er händeringend in der ferne nach.. anderem kontakt oder nach distanz sucht. er hat jeden hans und franz beobachtet und/oder begrüßt, sprach von sich selber aus relativ wenig und war generell nicht so gut drauf. irgendwie hatte dann souvlakis kollege uns in der kantine nicht entdeckt, sodass er sich woanders hinsetzte. als souvlaki dann mit seinem tablett kam, brüllte holly durch die halbe kantine, dass souvlaki sich doch zu uns setzen solle. also so wie er sonst auch jeden tag bei uns sitzt. souvlaki machte eine kopfbewegung zu seinem kollegen, mit dem er andeutete, er würde sich trotzdem zu ihm setzen. und so ging das .. verkrampfte gespräch weiter. bis dann der fo-mensch kam und sich mit seinem tablett zu uns setzte. daraufhin unterhielten sich mein chef und der fo-mensch über allmögliche sachen, zu denen ich rein gar nichts sagen konnte und nur stumm dasaß. ein einziges mal nickte holly grinsend zu mir, er war jetzt wieder super gut gelaunt und lachte nur, während er früher mich ständig versuchte in gespräche zu integrieren. sogar der fo-mensch suchte mehr augenkontakt zu mir als mein chef.

nach dem heutigen tag empfinde ich das aber nicht mehr so wie gestern. ich könnte ja jetzt übelst analytisch und tiefgründig hineininterpretieren, dass holly nur müde war und dann keine lust auf mögliche .. emotionale gespräch hätte, mit denen ich ja hätte kommen können, jetzt, wo wir vermeintlich „alleine“ waren. aber ich denke, holly war einfach nur grundsätzlich müde und schlecht drauf und sehnte sich quasi dann eher nach lustiger, flacher unterhaltung, zu der ich nicht wirklich in der lage war, weil ich eben durch seine schlechte laune, gepaart mit meiner angst, ihn mit meinem geständnis nun zu „verlieren“, eingeschüchtert war und mich auch nur so neutral wie möglich gab.

keine ahnung. ich werde es auf jeden fall so weiterführen, wie die letzten tage auch. ich werde versuchen nicht mehr hinter ihm .. herzurennen. also ich meine zumindest, was diese .. unterhaltungen angehn. unterhaltungen in seinem büro. ich gehe morgens kein wasser mehr holen in der hoffnung, ihm zu begegnen. immer, wenn ich dann meine flasche ausgetrunken habe und auf das leere glasbehältnis schaue und spüre, wie ich doch leicht in die versuchung gerate, dann denke ich daran, wie ich heulend in seinem büro saß. tränenüberströmt an dem kleinen tisch, ich verdeckte mir mit beiden händen das gesicht, weil ich mich so geschämt hatte und schluchzte: „jeden morgen laufe ich mit meiner verdammten glasflasche zum wasserspender, nur in der hoffnung, dass ich dir begegne und ein paar minuten mit dir reden kann, denn ich bin einfach so süchtig nach dir. ich will immer nur bei dir sein. und was für eine angst ich hatte, dich das erste mal nach einer gemeinsamen mittagspause zu fragen. oh gott, hatte ich angst, ich wollte dich schon tagelang vorher fragen und habe mich nie getraut.“ – immer, wenn ich meine leere glasflasche anschaue, dann denke ich daran und lasse mir vom großen bärtigen wasser mitbringen, wenn er das nächste mal seine flasche auffüllt. ich versuche auszublenden, wie er mir sagte: „und du kommst weiterhin zu mir ins büro und ich werde mich auch weiterhin jedes mal genauso freuen wie vorher, wenn ich dich sehe und wir ein bisschen miteinander reden.“ eine naive kleine hoffnung in mir lebt noch, dass er mich vermisst, wenn ich nicht mehr zu ihm gehe. eine naive kleine hoffnung in mir pocht darauf, dass es ihm auffällt und er bedrückt ist, weil ich nicht mehr komme. ich weiß, dass es dumm ist. es wird ihm nicht mal auffallen.

keine ahnung. im übrigen, da bin ich jetzt gar nicht drauf eingegangen, aber ich habe keine einzige sekunde alleine mit ihm verbracht. wir trafen uns zusammen mit dem kollegen direkt an einem treffpunkt und dieser andere kollege war vor holly da.

kurz noch am rande, meinem vater gehts.. joa. besser. naja, was heißt besser? zumindest ist er heute entlassen worden und direkt in kurzzeitpflege in ein heim gekommen. in drei wochen soll er entweder ins nächste altersheim gebracht werden oder mit vollzeitpflege zu meiner mutter zurück in die gemeinsame wohnung. jetzt planen sie, dass er ins heim kommt, er sei wohl sogar gar nicht so abgeneigt (welch wunder), aber ich denke dennoch, dass er wieder zurückkommen wird/will. vorallem wenn er dann drei wochen pflegeheim-kostprobe hinter sich hat. aber meine schwägerin pocht da drauf, dass meine mutter dann auszieht und er somit tatsächlich alleine wäre. sie soll sich den scheiß nicht mehr geben. nun ja. der plan ist, dass er eben entweder auf kurz oder lang ins heim kommt – das wäre sogar finanziell stemmbar, ohne, dass irgendjemand von uns noch zur kasse gebeten werden muss (OH GOTT SEI DANK EY!!!) – und sie soll sich dann eine kleine wohnung mieten, auf 450-euro-basis jobben, was sie eh will (keine ahnung, wie das funktionieren soll, da sie ja eigentlich nicht arbeitsfähig ist mit ihrem kaputten rücke, knie, herzinfarkt blablabla) und ihr grundstück auf den philippinen verkaufen, sodass sie dann für den rest ihres lebens in deutschland gut leben kann. whatthefuck? .. wieso in deutschland? sehr strange. also ich glaube, das ist so die wunschvorstellung von meiner schwägerin und meinem bruder, also dass sie nicht komplett weg ist. aber .. naja. KEINE AHNUNG.

ich muss – so hart das klingt – auch einfach sagen, dass ich überglücklich bin, dass das altenheim ohne mich finanziert werden kann. nach dem – ich muss es so krass ausdrücken – möglichen tod meines vaters, war das meine größte angst. und dass ich mich da drum kümmern muss. aber so gehts meinem vater wieder gut, und ich muss mich nun weder um das finanzielle, noch um das organisatorische kümmern. geil. einfach nur geil. hab eh meine eigene scheiße an der backe, da brauch ich nicht das noch.

dabei fällt mir ein.. so witzig. gestern schrieb mir meine mutter, dass mein vater ja nun wach ist und er direkt sagte: „die zwei (meinen bruder und mich) kann man echt vergessen. kommen nicht mal zu besuch!“ – da musste ich echt.. lachen. ja. ich meine, klar, das stimmt zwar, dass wir nicht zu besuch da waren, aber zum einen war er nicht mal wach und zum anderen.. sorry, aber.. was hat der bitte groß für uns getan? und als ob ALL DAS – ALLES ALLES ALLES DAS – was mit seiner gesundheit zu tun hat, nicht einzig und allein seine eigene, komplette schuld wäre?! .. noch dazu so geile aussagen wie: „mir scheißegal, ob meine niere am arsch ist, meine blutwerte am arsch sind, ob ich einen schlaganfall oder einen herzinfarkt kriege. ich hab ja ne frau und kinder, die mich dann pflegen müssen. ich fresse weiter, nehme meine tabletten nicht und gehe auch nicht zum arzt, mir bumsi.“ OLOL! naja, jedenfalls schrieb mir meine mutter eben, dass man meinen bruder und mich ja vergessen könne und alles und dass er gemeckert habe und blah.
da dachte ich ganz kurz daran, wie ich am tag zuvor heulend hier saß und tagebuch schrieb. ich dachte daran, was für einen fickscheiß ich gerade auf arbeit erlebe, wie mich diese ganze emotionale gefühlskacke mit meinem chef die letzten monate beschäftigt hatte und wie tobi darunter leidet und all sowas und dann fiel mir kurz ein… wow. die haben keine ahnung von deinem leben. und wow, das hatten sie noch nie. – in meinem gesamten – wirklich – in meinem allumfassenden, kompletten leben, in seiner fucking gesamtheit betreffend und ohne irgendwelche ausgrenzungen oder ausnahmen, habe ich mich noch gar niemals nie nicht never ever NOCH NIE wegen einem problem, das mich fertig gemacht hat, an sie wenden können oder gewandt. noch NIEMALS GAR NIE NICHT. egal, welche schlimmen ängste und sorgen, depressionen oder was weiß ich, die magersuchtszeit oder als ich mich geschlagen habe oder was weiß ich, noch niemals konnte ich mit ihnen darüber reden. und sie reden nur über ihre probleme, von morgens bis abends zerkauen sie nur probleme und haben gefühlt noch nie etwas anderes mit mir seit meinem auszug geredet.

ich weiß noch, wie barbara, meine älteste freundin, und ich uns über ihre schwierige beziehung unterhalten hatten und sie sich an niemanden wenden konnte, nur an ihre mutter (ihr vater ist an einem herzinfarkt gestorben, als sie noch ein kind war). sie sagte: „voll krass, dass ich ohne vater aufwachsen musste. und noch krasser, dass du ohne eltern aufgewachsen bist.“

jopp. genau das.

ich glaub, ich geh jetzt laufen. ich hab neulich übrigens noch meine 10km gemacht. drei minuten schneller als das letzte mal. wenigstens ein erfolgserlebnis gehabt, wenn es auch nicht sehr geholfen hat. mal schauen.

fenza.

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