Entwicklungen.

Entwicklungen.

gott, ist das ein matschiges wochenende, ey.

ich hatte irgendwie den ganzen gestrigen tag hardcore migräne, richtig schön mit schwindel und übelkeit, sodass ich nur auf dem sofa lag und immer mal wieder vor mich hingedöst habe. tobi saß auch mit im wohnzimmer und hat seinen neu bestellten 3d drucker zusammen gebaut und obwohl er nicht wirklich laut war, kam es mir vor, als würde ein presslufthammer neben mir böllern. ich hab dann auch zwei novaminsulfon eingeworfen, die knüppeldinger schmeiße ich eigentlich nur ein, wenn ich wirklich am arsch bin, habe ich seit der klinik, glaub ich, nur einmal gemacht. hat aber nicht wirklich was gebracht.

heute sitze ich wieder auf dem sofa und mein kopf ist immer noch wie halb durch den fleischwolf gedreht. ich hasse es, wenn man wirklich nur den ganzen tag auf dem sofa rumlungert und nix tut, da kriegt man schon vom vielen rumliegen schmerzen. also wenigstens ein bisschen was produktives muss ich dann machen, wie zum beispiel etwas im haushalt. aber daran war gestern nicht zu denken.

aber was dann auch geil war, oh man.. ich lag dann gestern halb verreckend auf dem sofa und plötzlich klingelte unser festnetztelefon (wo sonst niemand anruft, außer tobis eltern) und tobi schaute so drauf – meine eltern. ich wusste schon, dass da wieder irgendein drama wär und bin gerade deshalb – und auch wegen meiner überragenden kopfschmerzen – nicht hingegangen. etwas später schrieb mir dann mein bruder, dass der malteserdienst bei ihm am handy angerufen und auf den anrufbeantworter gesprochen habe. ich mir natürlich erstmal sorgen gemacht, dass was schlimmeres gewesen sei und auch ein klein bisschen schlechtes gewissen, weil ich nicht hingegangen bin (aber wirklich nur ein klein bisschen, zu mehr hab ich keinen nerv mehr in diesem leben).

naja, das ganze hat sich dann aber wieder als großer fail erwiesen.

es war dann so, dass mein vater sich irgendwie aus dem bett gekämpft hat und auf der toilette saß. da kam er dann nicht mehr hoch und weil meine mutter ihn ja nicht einfach hochheben kann mit ihrem rückenleiden (zumal die toilette wirklich so klein ist, dass das nicht mal ein bodybuilder schafft – das is wie so eine kabine in einer öffentlichen toilette, wo rechts und links, wenn man auf der schüssel sitzt, direkt die wand ist), meinte sie auch so von wegen, pech, jetzt siehste zu, wie du da wieder rauskommst, ich trage dich nicht. quasi selber schuld, wenn er nicht in die bettschüssel macht. nun ja. aus trotz wollte sie dann auch nicht bei diesem malteser-notdienst-blabla anrufen, weil sie den schon so oft anruft und es ihr eben peinlich war. daraufhin hat dann mein vater angerufen und weil der natürlich auf drama steht, hat er direkt bei 112 angerufen und nicht bei dem malteserdienst. die sind dann gekommen, haben dem geholfen und daraufhin wollten sie mich anrufen, um mich davon zu unterrichten, was passiert sei. da ich nicht hin bin, versuchten sie es bei meinem bruder. und joa. so war das.

meine mutter hat mich dann abends nochmal im whatsapp angeschrieben und mich gefragt, wo ich denn gewesen sei, weil ich nicht ans telefon gegangen bin, als die versucht haben bei mir anzurufen. (da dachte ich mir schon: nette begrüßung, mir gehts auch gut, fick dich mal.) dann meinte ich so, dass ich den ganzen tag migräne hatte und auf dem sofa geschlafen habe, weils mir so schlecht ging und tobi musste arbeiten. (musste er sogar wirklich, da er bereitschaft hat und zwischen dem 3d drucker immer mal wieder gearbeitet hat.) und sie so: „oh, der tobi muss aber lang arbeiten!“ dachte mir auch: danke, hättest ja auch fragen können, obs mir wieder besser geht. – und sie so weiter: „ja, ich hab auch kopfschmerzen.“ oh okay. fick dich. so geil ey, da erzähle ich zwei „negative“ sachen, eine über tobi, eine über mich, bei tobi heißts: „oh der arme“, bei mir heißts: „joa, hab ich auch.“ dann hat sich mich darüber zugejammert, wie beschissen alles mit meinem vater ist und blah, dass sie das nicht aushält und alles scheiße und wie blöd er ist und blah.

ich hab dann den halben abend versucht das gespräch mit meiner mutter auszublenden, hab ich auch ganz gut geschafft, aber wenn es mir dann doch wieder in den kopf kam, habe ich mich unweigerlich natürlich drüber aufgeregt.

 

also ich musss leider einfach sagen, ich wünschte mir manchmal echt, die… ja, keine ahnung, ich trau mich fast nicht, das auszusprechen, aber so oft denke ich einfach dran, wie entspannt es wäre, wenn sie tot wären. oder zumindest mein vater. dann wäre das gejammer und geschisse vorbei und ich hätte meine ruhe. ohne fuck. ich weiß, blabla, wenn es dann soweit ist, dann denkt man es wieder anders und blablabla, is mir alles klar, aber .. ja. keine ahnung. ich glaube, das können wirklich nur menschen nachvollziehen, die genauso schlimme eltern hatten. ich meine, das alles wäre ja echt kein ding und auch super in ordnung, wären sie gute, fürsorgliche eltern gewesen. aber sie waren einfach nur beschissen. mein vater ist ein egoistisches arschloch, der immer nur nach seinem vorteil guckt, egozentrisch und dumm, wissentlich mit seiner diabetes sich richtig hart mit seiner absoluten fresserei (anders kann man es nicht nennen) in den abgrund runtergerockt hat und meine mutter mit ihrer möchtegern-fürsorglichen, märtyrerischen mutter teresa art hat das ganze noch unterstützt. sie sind beide auf ihre weise so egoistisch, dass es knallt. und das schlimme dabei ist, meine mutter hält sich noch für so … ja, ich wiederhole mich, aber für mutter teresa. ich meine, bloß weil sie sich so super aufopfert und theatralisch vor sich hinleidet, ist sie dann.. irgendwie.. bemerkenswerter? heiliger? nee, sie ist dümmer. immer diese ausrede: oh, ich tue das nur für meine kinder. – das macht mich am meisten wütend. dass sie sich einredet und einbildet, das wäre irgendwas für uns. sie versteckt ihre eigene unselbstständigkeit und abhängigkeit zu meinem vater hinter dem ach so selbstlosen märtyrerhaften „alles bloß für meine kinder“, verschleiert ihr defizit noch mit etwas, das sie heilig dastehen lassen soll, und schiebt somit uns indirekt die schuld in die schuhe für ihr verkacktes leben. wir kinder sind dann noch in den augen ihrer genauso dummen philippinischen freundinnen (zumindest die meisten bzw die, von denen ich bissl was mitkriege) noch die egoistischen, bösen kinder, die sich zurückziehen und die mutter im unglück lassen.

am meisten hasse ich die beiden dafür, dass sie mir so einen beschissenen start ins leben bereitet haben. und dass sie zu dumm sind, das zu kapieren.

und dann geht diese ganze scheiße noch weiter. dumme eltern sind echt was schlimmes. echt. ich meine, wenn man wenigstens ignorante eltern hätte, die lassen einen gänzlich in ruhe. aber nicht nur, dass sie dir so viel leid in deiner kindheit zugetragen haben, nein, sie fallen dir auch noch zur last, wenn du älter bist. und dann dazu verglichen eltern, die einen lieben und unterstützen. ganz ehrlich, wenn ich mir tobis eltern anschaue, die ihm beiseite stehen, unterstützen, die ihm kluge ratschläge in mancherlei lebenslage geben, etc, da kann ich nur in schallendem gelächter ausbrechen, vor übertriebener absurdität, wenn ich da meine eltern anschaue im vergleich. wie groß da der unterschied ist. nicht nur die arbeit, die meine eltern mir heute machen, die nerven, die sie mich kosten und das leid, das ich erfahren habe, die ängste und scham in meiner kindheit, sondern auch, diese liebe und unterstützung, die fürsorge und das interesse von tobis eltern ihm gegenüber. das ist einfach nur wahnsinn. krass.

niemals würde ich kinder wollen. niemals. all diese liebe, die ich kindern geben „müsste“, die kann ich nicht aufbringen, da ich meine eigenen löcher stopfen muss und möchte. ich weiß, kinder geben einem viel zurück und blah, aber.. nee, der zug ist abgefahren. ich hab keinen nerv dafür, irgendjemandem irgendetwas entgegenzubringen, ich möchte alles mögliche mir selbst entgegenbringen.

 

ich hoffe einfach so sehr, dass die beiden endlich auf die philippinen auswandern und mich mit ihrem scheiß in ruhe lassen. ganz ehrlich. die sollen einfach tausende kilometer weit wegziehen und dann.. tschüss. ich weiß selbst, wie hart das klingt, aber das ist auch eine sichtweise, die erstmal 33 jahre vor sich hingereift ist und kommt nicht von heute auf morgen, einfach so aus einer laune heraus.

ganz oft habe ich mich gefragt, ob ich es bereuen werde so gedacht zu haben, wenn sie dann doch irgendwann mal sterben. ganz oft hatte ich dann auch angst davor so zu denken und zu fühlen, wie ich es tue. einfach mit dem hintergedanken: „oh gott, wenn sie dann aber mal sterben, dann wirst du bereuen.. dann hast du ein schlechtes gewissen.. dann…“ und all sowas. und ganz lange hat mich dieser hintergedanke auch dazu gebracht, dass ich trotz allem immer und immer wieder kontakt und anerkennung zu und bei meinen eltern gesucht habe. dass ich ständig mir einredete: „komm, jetzt sei nicht so..“ und dennoch immer wieder etwas für sie getan, sie eingeladen, sie angeschrieben habe. dass ich mich immer in diese… degradierte position begeben habe, diese .. bittende, bettelnde, suchende position.

aber mittlerweile sage ich mir mit ruhigem gewissen: dann könnte es eben so sein. dann werde ich vielleicht ein schlechtes gewissen haben und bereuen, wenn sie mal fort sind. aber jetzt ist jetzt. die umstände, weshalb ich so denke, wie ich es tue, sind jetzt. und man kann ihnen auch nicht helfen, denn egal, was man tut, was man sagt, sie hören eh nicht. sie wollen gar nicht hören, sie wollen weiter ihrem .. egoistischen, kaputten sumpf bleiben. mein vater in seiner egozentrik, meine mutter die mutter teresa. das einzige, was sie von einem wollen, ist mitleid und bewunderung. ein bisschen bubu von ihren kindern.

ich bin jetzt nicht böse zu ihnen oder so. wenn sie sich melden, wenn geburtstage anstehen, so wie in den nächsten zwei wochen, dann gehe ich hin, bin freundlich und nett. aber ich höre mir nicht mehr ihren scheiß an, suche nicht mehr nach kontakt, versuche sie nicht mehr zu beeindrucken oder irgendwie für mich zu gewinnen, begebe mich nicht mehr in diese untergeordnete rolle. ich lasse das einfach so an mir vorbeiziehen, zumindest versuche ich das.

 

ansonsten habe ich heute leider von hpa geträumt.
ich hatte ja nun seit weihnachten zwei wochen frei, dann war ich anderthalb tage auf arbeit und bin nun seit fünf tagen krank geschrieben und morgen gehts dann wieder los. ab morgen beginnt der alltag wieder und ich muss sagen, die letzten fünf tage, in denen ich nun krank war, waren irgendwie auch so eine kleine… gelungene flucht. mich überhaupt nicht mit dem auseinandersetzen zu müssen, mich nicht zu fragen, ob es in „davon loskommen“ reinpasst, mit ihm mittagessen zu gehen oder so. wie man „loskommen“ einfach in die realität überträgt, der balanceakt, da er ja auch noch mein chef ist.

die letzten tage habe ich tatsächlich nie wirklich an ihn gedacht, weder so normal, noch als fantasie. diese dämliche nicht-reaktion hat mir einfach den rest gegeben und hat sogar fantasie-holly irgendwie.. vergiftet. was gut ist. und nun träume ich von ihm, auch noch von momenten, in denen wir zusammen lachen und uns dabei gegenseitig in die seite stupsen, und es macht mich wütend, so von seinem unterbewusstsein verraten zu werden. mal wieder. das witzige ist, im traum fuhr er übrigens das auto meines vaters. was witzig ist, da ich schon einen haufen parallelen zwischen meinem vater und hpa sehe, aber auch nicht erst seit diesem traum. dieses egoistische nach-mir-die-sintflut-denken und sich selbst für so hypergeil halten.

 

naja, mehr nicht. ich weiß jetzt auch nicht, was ich noch machen werde. keine lust weiter auf dem sofa zu gammeln, aber irgendwie.. gibts jetzt nicht viel, was ich erledigen könnte. hm.

 

suzaku


12 Gedanken zu „Entwicklungen.

  1. Ich weiß aus guter Erfahrung und auch aus der Erfahrung von vielen anderen, dass du FROH sein kannst, wenn sie endlich tot sind!

    Bitte lass dich von ihnen nicht nerven: a) hast du selbst genug Probleme und b) ist das Eltern-Kind-Verhältnis eines, wo BEIDE Seiten etwas geben sollten. Sie haben dir nicht das gegeben, was nötig gewesen wäre. Also brauchst du ihnen umgekehrt auch nichts zu geben.

    Ich wünsche dir Ruhe, Gelassenheit, gesundheitliche Besserung. Ales andere wird sich ergeben.

  2. Wenn Du jetzt schon ein schlechtes Gewissen hast, weil Du denkst, dass Du es später dann vielleicht doch nicht haben wirst, dann hast Du zweimal beziehungsweise dauernd und durchgängig ein schlechtes Gewissen, was letztlich niemandem nützt. Dein „Jetzt ist jetzt“ ist schon ganz richtig. Jetzt und überhaupt immer. Liebe Grüsse!

  3. Solche Migränegespräche kenne ich auch. So nach dem Motto: Wie kannst DU es wagen, krank zu sein; meine Probleme sind wichtiger, außerdem ist JEDER andere Mensch wichtiger als du.:-( Man weiß ja, dass sie so reagiert, aber einen kleinen Stich gibt es trotzdem.

  4. Oh Mann… „Hallo Notruf, ich komm‘ nicht vom Klo runter.“ So stelle ich mir den Anruf gerade vor.

    Die Märtyrernummer hat meine Mutter auch wunderbar drauf. Ich habe sie z.B. mal gefragt, warum sie sich nicht einfach selbst von meinem Vater getrennt hat, wenn sie so unglücklich war. „Na, wegen euch! Kinder brauchen doch einen Vater.“

    Ja, danke. Mein Vater ist ein brüllender Choleriker. Ich war immer froh, wenn er nicht da war… aber sie sieht wieder nur sich selbst.

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