Flugmodus.

Flugmodus.

es ist 22:52, eigentlich viel zu spät für einen tagebucheintrag, aber nun ja.. so isses halt. es ist freitagabend, ich bin schon auf dem sofa eingeschlafen gewesen und vor anderthalb stunden aufgewacht. eigentlich standardprogramm, ich schlafe – vorallem freitags – immer recht früh auf dem sofa ein und meistens guckt dann tobi irgendwas alleine. manchmal, so auch heute, wenn auch eher selten, lässt er mich dann im wohnzimmer schlafen und geht ins büro und zockt eine runde. ich bin also eben, bzw. vorher aufgewacht und habe überlegt, was ich machen soll. normalerweise würde ich mich umdrehen und weiterschlafen, bis ich dann schließlich irgendwann ins bett gehe, aber irgendwie.. bin ich nun doch wach. also „wach“, eigentlich bin ich immer noch recht müde, aber kann nun nicht weiterschlafen. wisst ihr, wie ich mich gerade fühle? .. wie bei einem nachtflug. einem längeren nachtflug. wenn alles um einen herum dunkel ist, alle dösen, manche sind vereinzelt wach und schauen irgendeinen film auf ihrem bildschirm. man sitzt schon stundenlang in diesem flieger und hat sich schon an diesen fluglärm von der maschine gewöhnt, man schaut um sich, es wirkt alles total ruhig, aber eigentlich ist es eben doch gar nicht ruhig aufgrund des fluglärms eben. wow. ich hätte auch nicht gedacht, dass ich dieses jahr nochmal kurz so ein gefühl hätte, ich meine .. so dieses.. verschlafene, zusammen mit dieser detaillierten erinnerung daran. ich vermisse das wirklich. ich vermisse alles. ich vermisse, was corona weggenommen hat. aber ich will nun echt nicht über corona reden, das hängt mir sonstwo raus.

es läuft gerade „io sì“ von laura pausini.

tobi und und ich haben gestern einen film gesehen, ich weiß schon gar nicht mehr, wie der deutsche titel dazu war, weil der film echt langweilig war und ich – haha – eingeschlafen bin. aber kurz vorm schluss bin ich wieder aufgewacht und im abspann kam dieses lied. und ich habe mich sofort verliebt, noch während dem zweiten refrain habe ich schon nach dem lied gegoogled. seitdem läuft das in dauerschleife, wenn ich auch glaube, dass das einer der songs ist, in die man sich auf den ersten hörer hin verliebt, aber genau aufgrunddessen ihn nach zwei tagen schon nicht mehr hören kann. ich muss sogar sagen, selbst jetzt bringt er schon nicht mehr diese krassen gefühle rüber, die ich heute morgen noch damit verbunden habe.

immerhin bin ich so süchtig nach dem song, dass ich mich heute tatsächlich hingesetzt und den italienischen text durchgepaukt habe, damit ich den spontan am montag im unterricht singen kann. das lied gibts ja genau genommen noch in vier weiteren sprachen, darunter auch in englisch, aber.. mir gefällt die italienische version einfach am besten. hab eigentlich andere hausaufgaben für den gesangsunterricht auf, aber ist mir egal. meine lehrerin meinte eh, ich bin eine ihrer ganz wenigen musterschüler, aber dazu später, falls ich es nicht vergesse.

hmm. und jetzt sitze ich hier und höre das lied. eigentlich wollte ich übelst den… emotionalen ausbruch niederschreiben, super leidenschaftlich und einen herzzerfließenden eintrag, allerdings.. bin ich jetzt so in diesem.. dösigen flugmodus und .. das lied verliert jetzt auch schon leider so langsam den zauber, dass .. ich diese super passion gar nicht mehr einfangen kann. ich kann ohnehin nicht wirklich über das schreiben, über das ich schreiben wollen würde. aber ich finde.. dieses lied hat, obwohl es eigentlich einen positiven text hat (ja, italienisch blabla, ich weiß, glaubts mir einfach), irgendwie etwas total trauriges, für mich zumindest.

ich frage mich, ob ich mich, wenn ich das irgendwann lese, dran erinnern können werde, womit ich das lied verbunden habe, wenn ich es nicht aufschreibe. und ob ich mir selber so viele versteckte hints geben kann, um .. es mir selbst zu sagen, ohne es für den öffentlichen leser klar zu machen. obwohl ich das eigentlich hasse. versteckt zu schreiben, so, dass es keiner blickt. kai hat das früher auch mal gemacht, ich glaube sogar, als sie mich betrogen hatte, um eben doch alles mögliche zu dokumnetieren, aber sich nicht zu verraten. hach, jetzt musste ich gerade dran denken, an… mit schwarzer schrift auf schwarzem hintergrund schreiben, haha. mensch, das hat mich jetzt zum lächeln gebracht.. die gute, alte tb zeit.

ob versteckt doof ist oder nicht. es gibt momente, da gehts halt doch nicht anders.

manchmal frage ich mich, ob das je enden wird. ich meine… mein schwarzes loch. also mein verstecktes thema 2020. es ist natürlich nun überdramatisiert, alles .. vergeht irgendwann. zumindest so, dass es nicht mehr.. im alltag überwiegt. aber ich frage mich, wie es kommen wird. und genau jetzt, wo ich das aufschreibe, habe ich angst, dass ich es verschreie und … das karma, schicksal, keine ahnung, das hört und genau in dieser sekunde irgendwas zu mir runterschickt, um alles über den haufen zu schmeißen. es wird auf jeden fall irgendwann anders. und dann… triffts mich. aber … da ich grundsätzlich irgendwie davon überzeugt bin, dass … all meine phasen zu 99% mit einem „wow, das hab ich nicht kommen sehen“ enden, habe ich so einen kleinen hoffnungsschimmer, dass ich doch nicht mit tränen aus dieser geschichte rausgehe. aber ich kann mir das gar nicht vorstellen. wie es anders enden soll außer eben mit tränen. egal, wie es weitergeht, es gibt nämlich fast gar keinen ausweg ohne. fast. gibt’s schon. aber der scheint mir irgendwie unwahrscheinlich. vorallem.. wenn das nächstes jahr wirklich.. so klappt. wenn corona da nicht dagegenschießt. aber das scheint mir so unrealistisch. selbst, wenn corona keinen strich durch die rechnung macht, scheint mir das trotzdem… hardcore unrealistisch… alles. keine ahnung.

eigentlich wollte ich weiterschreiben, aber.. nun kommt tobi ins wohnzimmer. ohne ankündigung. nervt mich sowas. weiß genau, dass ich mich nicht aufs schreiben konzentrieren kann, wenn er daneben hockt. aber vielleicht besser so.

suzaku

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