Freiheit.

Freiheit.

seit ich mich dazu entschlossen habe, fantasie-holly zu streichen, träume ich jede nacht von ihm. jeden abend vor dem einschlafen, naja, bisher warens ja erst zwei an der anzahl, denke ich krampfhaft an irgendwas anderes. heute träumte ich davon, dass er mir erzählte, wie er seinen begehbaren kleiderschrank renovierte. er zeigte mir bilder davon und es war luxus pur. es standen auch überall so ankleidepuppen mit abendkleidern seiner frau rum. der traum war aber nicht mit großen gefühlen verbunden, also nach dem erwachen. im traum selber war es nur.. angenehm. lustig und fröhlich.

ich merke auch im alltag, wie ich mich richtig zu anderen gedanken zwingen muss. das einzige, wo ich es mir erlaube, ist hier (HAHA HABT IHR DIE ARSCHKARTE! XD), aber hier viel mehr gedanken über die gedanken.

dabei fällt mir erst auf, wie durchdringend er ist. sobald irgendetwas passiert, ich irgendeinen tollen film sehe, ein gutes lied höre, schießt es mir sofort durch den kopf: „oh, muss ich holly erzählen!“ und ich meine nicht dieses „beste freundin“-raster, wo man alles erzählen muss, was so passiert. ich meine: „das ist flach genug, damit er das interessant und lustig finden könnte.“ nicht, weil ich den film toll finde, nicht, weil mir das lied gefällt, nein, weil es vielleicht etwas ist, das in sein sehr begrenztes und präzise abgestecktes spektrum fällt.

es ist witzig, wenn man sich seine freiheit zurückholt. es ist witzig, dass, sich von ihm zu lösen, nicht nur mit schmerzen verbunden sein muss. es kann auch angenehmes bedeuten. man kann sich auf andere menschen konzentrieren, auf andere themen. nicht mehr krampfhaft am tisch sitzen und sich überlegen, was für tolle, oberflächliche themen man sich aus dem arsch ziehen könnte, um für ihn interessant zu sein. ihn nicht mit funkelnden augen irgendeinen sportquatsch zu fragen, sich nicht für ihn interessieren zu müssen, nur, weil es ihn umschmeichelt, weil er dann strahlt, weil er sich dann freut. weil er dann auch anfängt, sich dir zu widmen. und zwar nur, weil du interessant geworden bist, weil du dich für ihn interessierst. sein interesse ist nur sein widergespiegeltes interesse an ihm selbst, nicht an dir, an deiner wahren person. ich weiß das. ich wusste das schon immer.

aber irgendwie hat er mich, trotz dieses wissens, eingenommen. durch und durch. gut. er hatte mich eingenommen. ich hol mir meine freiheit zurück.

als ich gestern vom zahnarzt nach hause gefahren bin, schaute ich auf die uhr an der anzeige meines autos und der erste gedanke, den ich hatte, war: „19.07 – ob er noch auf arbeit ist? ich glaube nicht, heute waren ja keine besonderen termine im outlook gestanden.“ und als ich vorher auf die uhr
sah, kam mir sofort in den sinn: „ob er schon aufgestanden ist?“, er hat heute namlich frei. wahnsinn.

das sind aber gedanken, die ich sofort wieder aus dem kopf verbanne. mir fällt es ein und kaum, dass ich merke, was mir da einfällt, versuche ich sofort mich abzulenken.

 

ich hatte hier an dieser stelle eigentlich noch etwas anderes geschrieben, über den alltag, aber irgendwie hat das nicht hergepasst. ich wollte auch noch etwas über meine eltern schreiben, aber dazu brauche ich mehr zeit, was es jetzt nicht reicht. das mache ich am wochenende. am wochenende muss tobi eh arbeiten, da kann ich dann ruhe mal wieder das familiäre chaos aufrollen.

was aber gut passt, ist etwas, das ich schon gestern einer freundin schrieb. und das tippe ich jetzt einfach ab, da sich das als schlusswort für heute gut eignet. eigentlich viel mehr für gestern. mhm. genau genommen passt dieser schlusssatz fürs ganze jahr.

 

es ist inzwischen klar, dass ich mit holger nicht zusammen komme. und es ist klar, dass ich tobi nicht verlassen will. also was soll das alles? es sollte egal sein, wie der kontakt ist. ob man zusammen essen geht, zusammen auf der weihnachtsfeier einen säuft, ob er in rente geht oder nicht. es sollte egal sein, was ist, denn es ist wie es ist und dieses ist unabänderlich. unverrückbar. für immer. und das zu schlucken, das ist akzeptanz. wenn ich dieses zauberwort schon so oft predige.

 

suzaku


4 Gedanken zu „Freiheit.

  1. Es ist wirklich Kopfsache. Wenn du dich traust, den Schnuller loszulassen (und damit all das Angenehme, Bequeme und Gewohnte, das mit so einem Schnulli ja auch verbunden ist), dann geht’s in die richtige Richtung. Stell dich doch in schwachen Momenten gedanklich auf einen Berg und guck von oben, von weeeit weg, auf Eure Firma. Kratzt es dich wirklich, was Holly dort unten gerade treibt? Eigentlich kann dir das doch herzlich egal sein. Er gehört eh nicht in deine persönliche WElt, jedenfalls nicht so, wie du es gerne hättest. Also ist er nur ein Pünktchen am Horizont, ein Floh in deinem Universum 😉

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