Ich bin groß und brauche keinen Schnulli mehr.

Ich bin groß und brauche keinen Schnulli mehr.

es ist 11.42 und ich bekomme innere panik. wie jeden tag.

ich schaue auf die uhr und denke: „oh gott, wann soll ich pause machen? wird er eher früher gehen, wird er später gehen? bei ihm sitzt noch jemand im büro, tür geschlossen, besprechung. werden sie rechtzeitig fertig? soll ich den witzbold fragen, ob er mir bescheid gibt, wann die besprechung endet? nachher kann ich nicht bei ihm sitzen.“

das denke ich mir immer, sobald es auf die zwölf uhr zugeht. ich schaue, ob das controlling vollzählig ist, denn die sitzen ja immer bei uns. sind zu dritt. bambi, souvlaki und der zollstock. nehmen zu viele plätze ein. hoffe jeden tag, dass mindestens einer von ihnen homeoffice macht.

es ist schwer Ioszulassen. locker zu lassen. na dann sitzt er heute halt nicht bei mir. bloß, weil er heute nicht bei mir sitzt, heißt das nicht, dass er nie wieder bei uns sitzt. gestern kam er ja auch grinsend dazu und das, obwohl ich nicht damit gerechnet hatte.

gestern abend versucht an was anderes zu denken. bis zum schluss irgendwelche alten tagebucheinträge gelesen. über eltern, die alte firma, ganz andere zeiten, ganz andere themen.

komisch, aber okay. heute versuche ich auch schon den ganzen tag an was anderes zu denken.

schwierig, wenn man so viel leerlauf hat, mache gerade stupide Iisten auf arbeit.

aber es wird. es wird. der fantasie-holly muss verschwinden. und dieser mittagspausen-zwang auch. ich gehe konsequent um 12.01 in die pause. ob er nun bei uns sitzt oder nicht. ob er zeit hat oder nicht.

45 minuten später. er saß nicht bei uns. ich wollte ihn abholen, aber er musste noch auf jemanden warten, der noch vorbeikommen wollte. als er kam, waren alle plätze um mich herum besetzt. habe mit dem ironman, dem konstruktionschef und dem fo-mensch gegessen und es war trotzdem lustig.

ich bin groß und brauche keinen schnulli mehr. (hammergeile metapher!)

und trotzdem, ich habe so angst. angst, dass ich nicht schnell genug loskomme. ein jahr ist schon um, nur noch neun oder zehn und er ist weg. er geht in rente und ich bleibe hier. ich weiß, es klingt lustig, in anbetracht dessen, dass wir hier von jahren sprechen. aber dieses erste jahr ging auch wie ein fingerschnippen vorüber.

suzaku


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