Ich werde mich nie wieder so fühlen.

Ich werde mich nie wieder so fühlen.

am montag verabredeten wir uns für zwölf uhr mittagessen.

kurz nach zwölf bin ich vorgelaufen, an sein büro, zum witzbold und habe mich noch etwas mit ihm unterhalten. es wurde dann so locker zehn bis fünfzehn minuten nach zwölf, macht aber nix, er saß in seinem büro und machte noch etwas. wenn wir uns für zwölf verabreden, wirds ja mittlerweile meistens später.

irgendwann, ich stand noch beim witzbold und wir lachten zusammen über irgendwas, stand er auf und ging nach oben. keinen ton zu mir und ich bin mir ziemlich sicher, dass er gemerkt hatte, dass ich da stehe. ich alberte rum, von wegen: „ja toll, wasn das für ne treulose tomate, läuft einfach ohne mich hoch“, innerlich war aber sofort dieses verlustgefühl da, das ich immer habe, wenn ich fürchte, eine chance verpasst zu haben, mit ihm zusammen zu sein. ich würgte das gespräch sofort ab und lief ihm eilig hinterher, er ging ein paar meter vor mir, drehte sich beim öffnen der türe nach hinten, sah mich, verlangsamte seinen schritt, ging aber dennoch erstmal weiter und blieb erst draußen, nach den beiden türen, stehen, um auf mich zu warten.

 

als ich so beim witzbold stand und er an uns vorbeilief, als dieser stich in die brust kam, dieser gedanke: „oh gott, oh gott, lauf schnell, nachher ist kein platz mehr bei ihm, nachher verpasst du das mittagessen mit ihm“, und mich einfach diese pure abhängigkeit und die absolute, durch und durchdringende sucht packte, ich sofort ohne wenn und aber das gespräch abwürgte und den witzbold stehen ließ, dieser moment, in dem ich hinter ihm hersprintete, mitten durch’s büro, da habe ich mich erbärmlich gefühlt. gedemütigt. wertlos, und zwar von mir selbst heruntergestuft. sich selbst degradierend. zum ersten mal wurde mir die situation, wie sie nun seit monaten stattfindet, knallhart in der realität ins gesicht geschlagen. zum ersten mal konnte ich es spüren, nicht nur verstandesmäßig aufnehmen. er läuft an mir vorbei, ich sprinte ihm verzweifelt hinterher.

ich fühlte mich armselig, schon in der sekunde, in der es passierte.

 

und ich wollte mich nie wieder so fühlen. und ich werde mich auch nie wieder so fühlen.

 

suzaku

12 Gedanken zu „Ich werde mich nie wieder so fühlen.

    1. Komm, ne? Warum bist du so abartig pro hpa? Nicht mal ich kann da mithalten. Dem Typen hab ich ja nun mehr als nur meine Seele hingeworfen, wenn der sich in irgendeiner Weise zurückgesetzt fühlt (und das tut er nicht, ganz sicher), dann hat er *noch* mehr einen an der Klatsche als ich bisher dachte.

      1. Könnt ich mir auf Basis deiner Beschreibungen schon recht gut vorstellen, dass hpa die Nummer 1 sein will, ganz unabhängig davon, was er selbst für den anderen empfindet.

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        1. Kann ihn leider nicht zu meiner Nummer 1 machen, wenn er nur dabei ist vor mir zu flüchten xD Spaß beiseite, das kann schon sein bei einem solchen Ego, wie er es hat. Aber wir sind uns ja wohl alle hier einig, dass ich oft genug auf ihn zugegangen bin und er es einem einfach unmöglich macht, dauerhaft mit ihm gut auszukommen. Und wenn es wirklich so ist/wäre, dass er „nur“ beleidigt und eifersüchtig auf den Witzbold ist (was ich aber dennoch nicht glaube), also im Ernst… Das ist mir zu anstrengend mittlerweile. Wie oft ich ihm jetzt schon quasi meine Zuneigung/Bevorzugung bewiesen und zugestanden habe… Also nee. Keinen Bock mehr xD

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          1. Hey, das ist ja eine schöne Idee! Und wenn wir uns zufällig treffen sollten, kaufen wir gemeinsam Tassen für dich ein, ja? Damit du mal was Gescheites in den Schränken hast.

          2. Genau die trifft auf mich zu 🙂 / In etwa: daß ich keine „betreuende Mutti“ brauche und will,du mich auch nicht brauchst, da entsprechende Kandidaten eh‘ schon da :), das aber – heiter gemeint…, neckend und so hab‘ ich deinen Kommentar auch gelesen…, Gruß 🙂

  1. hpa hat das aber völlig vergessen in seinem ganzen Stress, wie sehr Ihr beide Euch immer aufgeheitert habt. Weil, ich denke da zurück an Deine Schilderung, wie sich bei Deiner Nachfrage zuletzt sein zunächst abwesendes Gesicht umwandelte, genauso, als sei ihm ein Licht aufgegangen: „Hey, ja, so war das, so nett war das immer mit der Suzaku. Mann, das ist mir jetzt schon ganz untergegangen.“ Nur – der Leistungsdruck – meine Freundin, Jahrgang 1960, nennt ihn den Wahnsinn – also dieser Druck besteht ja weiterhin.

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