I’m not here for your entertainment.

I’m not here for your entertainment.

es ist ganz selten, dass ich mal einen tag lang durchgehend die gleiche laune habe. es ist schon nicht ganz so häufig, dass ich mal eine stunde lang die gleiche laune habe, geschweige denn mehrere am stück.

aber heute war es so.

 

begonnen hat es beim frühstück. ich habe mich extra neben holgers platz gesetzt, diagonal von meinem eigentlichen, um ihn nicht direkt sehen zu müssen. keinen bock auf ignoranz directly frontal in the fresse. von der seite kann ich ihn wenigstens dann auch gut ignorieren und mich wegdrehen. doch mein plan wurde durchkreuzt, indem der sympathische heute außerordentlich lust hatte, sich zum frühstück zu uns zu setzen und sich somit auf holgers platz hockte. somit saß holger auf meinem platz, also diagonal von mir. na toll. trotzdem habe ich mich nur meinem gegenüber gewidmet, mein schulungskollege, mit dem ich ja sonst auch immer während der frühstückspause rede.

um ehrlich zu sein, war mir bis zur frühstückspause gar nicht klar, wie wenig ich ihn mittlerweile ertragen kann. nicht aus traurigkeit oder so, sondern.. aus abscheu. verachtung. genau das wort habe ich heute schon mal gesucht, als ich das gefühl beschreiben wollte. verachtung ist ganz genau die richtige beschreibung, es ist .. perfekt, um mein gefühl ihm gegenüber auszudrücken.

als er sich also zu uns setzte, unterhielt ich mich schon mit meinem schulungskollegen und beachtete ihn nicht weiter. ich sagte nicht mal richtig „guten morgen“, weil ich da gerade im gespräch war und das auch unterbewusst irgendwie zum anlass nahm, ihn auch weiterhin zu ignorieren. er schaute mich zweimal an, das habe ich gemerkt, aber ich habe nicht reagiert, ich bemerkte es nur aus dem augenwinkel heraus. die pause ertrug ich fast gar nicht, meine laune, die … sehr reserviert war, ruhig mit einem neutralen bis schroffen, forschen, abweisenden, missbilligenden gesichtsausdruck, verstärkte sich immer mehr, sodass ich dann irgendwann zu meinem schulungskollegen meinte: „ich glaub, ich packs wieder.“ und er so: „ja, ich will heute auch früher gehen.“ und so verließen wir den tisch bereits fünf minuten vor pausenende.

die laune blieb. den ganzen tag über. heute fiel es mir so leicht wie noch nie die jungs meiner gruppe zu ignorieren. ich versuche sie ja tagtäglich zu ignorieren, weil sie selbiges mit mir tun, aber .. wie bereits erwähnt, bin ich in meiner laune nie beständig, sodass ich dann leider doch ab und zu lachend wieder mit ihnen rede (also ich von mir aus zu denen zugehend), obwohl ich straight von denen zu 99% ignoriert werde. die sind halt so für sich und tun auch keinen zucker, mich irgendwie zu integrieren. als ich sie zu meinem geburtstag einlud und zwei davon ja kamen, verlor am folgetag (bzw folgemontag) auch keiner nur ein wörtchen darüber. normalerweise würde man ja so eine oberflächliche floskel wie: „na, wie lange gings noch am freitag?“ oder sowas ablassen, selbst, wenn einen die antwort eh nicht interessiert. so ein anstandsding halt. nö. da nicht.

nun ja. zurück. die laune wechselte sich nicht. im gegenteil. zum mittag hin hatte ich immer noch weniger bock mich hpa’s dämlicher grinsefresse gepaart mit seiner absoluten abweisung mir und seiner hochflammenden liebe souvlaki gegenüber auszusetzen, sodass ich.. das auch nicht tat. ich ließ mich stets in meiner positiven emotion hpa gegenüber treiben, so tue ich dem nun gleich und lasse mich jetzt auch von meinen negativen gefühlen ihm gegenüber leiten.

ich wartete also bis 12.10, vom witzbold erfuhr ich um 12.06, dass er soeben zur kantine hochgelaufen war. im system sah ich, dass souvlaki, bambi und der zollstock bereits oben sitzen mussten, da sie auf „pause“ gebucht waren. die masterstudentin, der sympathische und der liebe onkel hingegen waren noch arbeitend. gut gut. also gehe ich nun hoch, dann habe ich gelegenheit vielleicht mit der masterstudentin und den anderen zu essen, hpa würde mit sicherheit bei seiner großen liebe souvlaki sitzen. ich ging also nach oben und da sah ich die gesamte tischreihe, die ich normalerweise immer reserviere. allesamt saßen sie da, an einem tisch souvlaki, bambi, der zollstock und hpa, am anderen tisch, der stoß an stoß stand, die masterstudentin, der sympathische und der liebe onkel. ein platz war noch frei. mein platz. na herzlichen glückwunsch. somit blieb mir nur die wahl: sich dazusetzen und sich volle breitseite hpa’s geschisse reinziehen oder… alleine essen. woanders hinsetzen. kenne aber niemanden. hm. nun ja, meine wahl verkündete ich ja bereits, ich holte mir also meinen salat, währenddessen ich mich selber echt fragte: „okay, was machst du nun?“ – und im übrigen ich mehrmals zu der reihe sah, um deutlich zu machen, dass ich sie tatsächlich bemerkt habe und sie nicht übersehen würde, sollte ich mich woanders hinsetzen -, stellte mich an die kassenschlange – mich immer noch fragend, was ich tun sollte -, wurde abkassiert, nahm mein tablett und setzte mich… straight an den allerersten freien platz, der mir entgegenkam. der war auch noch direkt diagonal gegenüber von meiner crew. ich saß also alleine an dem tisch, aß meine salat und drückte nebenbei am handy rum.

und wisst ihr was? ich fühlte mich nicht einsam. nicht traurig. gar nichts davon. ich fühlte mich.. frei. einfach.. meine ruhe genießend. es war einfach.. gut. es war gut. denn ich hätte auch keine lust gehabt ohne hpa fröhliche laune zu schauspielern. manchmal will man einfach alleine sein.

nach zehn minuten, als mein salat alle war, stand ich auf und ging. ich nahm sogar extra einen anderen weg, um nicht an meiner crew vorbeilaufen zu müssen. als ich mein tablett aufräumte, sah ich von weitem hpa’s fröhliches lachen und hätte quer im kreis kotzen können, wie ein rasensprenger.

 

den restlichen arbeitstag über hin und wieder mit dem witzbold gelabert, hin und wieder mit ihm kaffee trinken gewesen, an hpa’s büro vorbeigelaufen, manchmal lachend, manchmal normal redend, aber stets ohne einen blick zu ihm hinein.

das war so witzig. als ich oben saß und meinen salat gegessen habe, schrieb ich im whatsapp mit dem witzbold hin und her und irgendwie aus einem insider heraus meinte ich: „ja, wie aus nem song von pink: keep your drink, just gimme the money“, woraufhin ich dann einen ohrwurm von dem song hatte und als ich ihn dann später im büro während meiner noch anhaltenden mittagspause (ich war ja nur kurz in der kantine) hörte, fiel mir auf, dass er sogar ein bisschen zur heutigen situation und laune gepasst hatte.

 

etwas später begegnete ich dem sympatischen auf dem gang, er lief an mir vorbei und grüßte, ich unterhielt mich gerade mit dem witzbold bzw. beendete gerade unser gespräch und grüßte ihn dabei zurück, lief dann ein paar meter hinter ihm her, worauf er sich umdrehte und fragte: „haben wir dich heute mittag beim essen irgendwie verärgert?“ – ich lächelte gerührt und meinte: „nee, ich war ja nur ganz kurz oben heute“, er grinste und nickte: „ach okay“ und lief weiter. das erzählte ich auch gleich dem witzbold, welcher fragte: „tja und wie machst es morgen? die anderen werden fragen, was los ist.“

tja. das weiß ich auch noch nicht. ich weiß nur eins: i can’t stand him anymore. keine sekunde. im ernst jetzt. alle meine launen sind stets überwältigend und seit freitag empfinde ich überwältigende verachtung ihm gegenüber. ich ertrage nicht mal mehr seinen anblick, und ich fürchte, würde ich ihn anblicken, könnte man mir meine ablehnung noch in tausend kilometer entfernung ansehen. ich bin auf jeden fall zuversichtlich, dass sich die dinge schon irgendwie fügen werden. und ich hoffe, sie werden das vor donnerstag nächste woche tun, denn da hat der affe geburtstag und ich werde gezwungen sein, ihm zu gratulieren. ich weiß nur noch nicht mit welcher laune und wie. früher hätte ich ihn verliebt lächelnd in den arm genommen und ihm alles liebe und gute gewünscht, heute.. muss ich mich zusammenreißen, dass ich noch „mitarbeiterin gegenüber chef“-mäßig nett genug bleibe.

 

japp. so viel zu „es ist mein tisch“, ne? .. allerdings muss ich ehrlich zugeben, fühle ich mich nicht von meiner gang vertrieben, sondern allenfalls in stolz und würde gegangen. rücken zudrehend. und dass dies nicht so bleibt, bin ich, wie gesagt, zuversichtlich. bzw. dass es sich schon irgendwie von selbst ergibt. jedoch verwette ich eine milliarde euro, dass er mich niemals darauf ansprechen wird, selbst, wenn ich von nun an jeden tag alleine essen würde oder werde. ich denke mal, seine „meinung“ darüber ist irgendwo zwischen „froh sein, dass sie weg ist“ und „oh, hab ich gar nicht bemerkt“.

 

naja, mehr auch nicht für heute. ich hab hunger und nichts mehr zu erzählen.

suzaku

4 Gedanken zu „I’m not here for your entertainment.

  1. Holger ignorieren und Dein Team ignorieren finde ich total ok. Schwierig stelle ich es mir mit der restlichen Pausengruppe vor, wenn das die Leute sind, die Du eigentlich magst und mit denen Du gerne abhängst. Das Gesündeste wäre wahrscheinlich ein distanziert-abgeklärtes Verhältnis zum Chef, welches es möglich macht, ganz normal die Pausen zu verbringen.

    Vielleicht klappt das ja irgendwann. Bis dahin wäre es evtl gut, den ein oder anderen ins Vertrauen zu ziehen, dass Du genervt von Holger bist und deswegen ein bisschen Abstand nimmst.

    Hm, weiß natürlich nicht, ob das praktikabel ist, aber wären meine Gedanken zur Situation, damit Du Dich nicht ganz sozial isolierst.

    LG + lass Dich nicht ärgern

    1
    1. Ja ich würde mit Bambi und souvlaki reden, bei dem sympathischen und dem lieben Onkel bin ich mir nicht sicher, inwieweit die da nicht mit Holger reden würden oder so. Keine Ahnung, mit denen bin ich nicht ganz sooooo dicke, bzw die sind halt schon etwas älter, während die anderen beiden ja jünger sind als ich. Auf jeden Fall habe ich darüber auch schon nachgedacht. Habe mir auch für heute auch schon einen Plan zurecht gelegt, mit dem ich sehr diplomatisch unterwegs wäre, allerdings muss ich zugeben, bin ich heute immer noch in derselben Aggro-Laune wie gestern und würde das heute genauso machen wollen wie das letzte Mal xD Und ja, die distanzierte Chefbeziehung wäre natürlich das Optimum, aber bei dem, was war, kann dieser Zustand meiner Vermutung nach, wenn überhaupt, dann nur über den Umweg „Abneigung“ erreicht werden. Mal schauen. Dank dir & grüß dich! 🙂

    1. Richtig ins Vertrauen gezogen hab ich ja schon einen, den Witzbold. Wobei ich, wenn, dann nur sagen würde, dass ich von hpa gerade bissl genervt wäre wegen seiner Launen – und das wäre ja nix besonderes, da er ja dafür bekannt ist xD allerdings möchte ich das selber auch umgehen, wenn es möglich ist.

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