In guten wie in schlechten Zeiten.

In guten wie in schlechten Zeiten.

eine der notizen, die ich mir mal vor ewigkeiten gemacht habe – eigentlich nur vor ein paar wochen, aber es fühlt sich aktuell alles so langatmig an – war: „er wollte nicht sterben.“ irgendjemand hat mir in einem kommentar geschrieben, dass er sterben wollte und als wir da gewesen waren, konnte er endlich loslassen und gehen. er wollte nicht sterben. bis zum letzten tag, als er noch „klar“ im kopf war oder zumindest sich einigermaßen ausdrücken wollte, wollte er sogar noch auf die philippinen auswandern, obwohl er schon so lange bettlägerig war. hat mit meiner mutter immer wieder geplant und versucht sie zu überreden, ihn aus dem heim zu holen und mit ihr in eine wohnung zu ziehen und am ende doch noch auf die philippinen auszuwandern.

keine ahnung, warum ich das jetzt so erzähle. ich hab eigentlich auch keine emotionen, die ich dazu niederschreiben will, aber es war eine notiz, die noch abgearbeitet werden wollte. da gibts nochmal drei, aber .. zwei davon .. sind eh schon verflogen. da finde ich den vibe nicht mehr, als lass ich es. und das letzte… muss ich mal in einem emotionalen moment machen.

irgendwie denke ich in letzter zeit immer mal wieder an .. freunde. freunde aus meinem reallife. die ich zu mir nach hause einlade. thanksgiving-freunde. ungefähr die hälfte davon weiß von meinem vater, die andere hälfte.. naja, mit denen hatte ich jetzt ne weile keinen kontakt. ich würde behaupten, das sind so meine „lieblings-freunde“, also .. welche, die ich vom charakter her sehr dolle mag. die eine hälfte, die davon weiß, hat mir ihr beileid in einer message ausgesprochen und seither habe ich nichts mehr von ihnen gehört. und ich meine das nicht so negativ, wie es vielleicht klingen mag, sondern ich gebe nur den ist-zustand wieder.

früher hätte ich mir da jetzt voll.. hm. gedanken gemacht. oder hätte mich gefragt: „oh manno, wieso lassen mich alle alleine? wieso hängt an mir keiner? wieso mag mich niemand so wie ich andere, ich würde doch auch alles für sie machen und da sein“, blablablaaaaaaa. gejammer halt.

ein paar jahre später hätte ich gesagt: „ach, sollen se sich doch alle ficken. arschlöcher.“

heute denke ich mir eigentlich gar nichts von beidem. ja, es gibt so zwei kandidaten, von denen bin ich schon etwas … schockiert, dass da so gar nichts kommt, weil das echt welche waren, mit denen ich vorher täglich kontakt hatte und jetzt hab ich seit drei wochen nix mehr von denen gehört, bzw. ein „und wie gehts dir mittlerweile?“ noch gar nie seit dem tod meines vaters. aber die klammere ich jetzt mal mehr oder weniger aus.

heute nehme ich einfach nur wahr. ich hatte an thanksgiving fast zehn leute eingeladen. alles leute, für die ich da wäre, wenn irgendetwas wäre, wenn sie mich brauchen. wo ich alles stehen und liegen lassen würde, wenn was ist. und mit nicht einem einzigen davon habe ich über meinen vater geredet. keinen davon habe ich angeschrieben, keinen von ihnen gefragt, ob er mal zeit hätte.

ich fühle mich nicht wirklich … allein gelassen. die hälfte weiß nicht mal, was los war. ich fühle.. mich eigentlich ganz okay. ich weiß, das klingt so bockig und trotzig, wenn man das sagt, ich habe jedoch nicht das gefühl, dabei irgendwelche negativen emotionen zu haben, aber… ich brauche auch niemanden. ich habe sowieso meistens den eindruck, dass, egal, was andere menschen zu mir sagen, ich es sowieso (oh wow, das klingt jetzt arrogant XD) besser weiß. also ich meine jetzt nicht, dass ich so allwissend bin, sondern.. emotional gesehen. einen guten ratschlag, eine umarmung, beistand. ich behaupte mal, ich bin reflektierter als die meisten menschen und ich kann meine emotionen und probleme schon gut einsortieren und selber verarbeiten. ich brauche eigentlich nie eine „schulter zum anlehnen“. und ich bin mir sicher, dass ich das auch ausstrahle. ich will das gar nicht schön reden, es gibt sicherlich den ein oder anderen, bei dem man sagen kann: „boah, jetzt nimmste den aber in schutz, da kann man als freund wirklich mehr machen!“ (deshalb die zwei, auf die ich bissl grantig bin), aber … ich seh das eigentlich auch etwas anders. ich glaube, bei ganz vielen, dass .. die *können* einem einfach nicht beistehen. und ich brech das jetzt nicht nur auf freunde runter, sondern allgemein. auch zum beispiel die zwei arbeitskollegen, von denen ich jetzt schon erstmal dachte: „boah, geht gar ned..“ (einer der beiden war der, der unmittelbar neben dem nasenbohrer saß, als er mir das beileid ausgesprochen hatte, you know), die .. hm. die sind mit der situation einen arbeitskollegen zu haben, der einen nahestehenden verloren hat und nun damit zu dealen hat (vorallem erster tag auf arbeit wieder und all die scheiße) und dem man höflicherweise jetzt irgendwie beileid aussprechen „sollte“, mehr überfordert als der, der eigentlich den nahestehenden verloren hat. genau genommen kann man menschen nicht böse sein, weil sie .. eine fähigkeit nicht besitzen. kann ja auch niemandem böse sein, der – fies gesagt – einfach nur dumm ist. (außer scheißkuh, die ihr ticket zurückgeben will. XD)

ich finde es schon … okay so, dass sich .. fast niemand meldet, um zu fragen, wie es mir geht oder wie ich klar komme. bin da jetzt nicht wirklich sauer. aber ich nehme es wahr, wie gesagt. und, wie ebenfalls bereits erwähnt, ich nehme auch wahr, dass ich in schwierigen zeiten offensichtlich keinen brauche. und dann muss ich mir aber auch ehrlich die frage stellen, brauche ich denn dann in schönen zeiten jemanden? … das heißt jetzt nicht, dass ich alle aussortiere lol. aber .. es regt mich schon zum nachdenken an. und es ist schon so, dass es mir ein stückchen leichter fällt, loszulassen. nochmal ein stückchen leichter als davor schon.

normalerweise hätte ich mich jetzt bei allmöglichen leuten gemeldet. was geht so, wie gehts dir, was haste so gemacht, lass mal treffen, blah. aber.. ich hab da gar kein bedürfnis danach. und ich erwähne es auch gerne nochmal, das ist nicht negativ behaftet. und es ist auch nicht so, dass ich keine energie dafür hätte, weil ich durch meine emotionen so ausgebrannt wäre oder so. ich hab nur einfach kein bedürfnis danach. es ist okay, wenn .. freundschaften auch mal einschlafen, pausieren oder ganz zerbrechen.

und ich glaube auch – und auch das sag ich nicht mit so einem „mimimi“-unterton, sondern vollkommen wertfrei – dass all diese menschen an thanksgiving zwar meine engsten sind, ich aber nicht deren engste bin. und das denke ich einfach, weil ich gar niemanden habe, mit dem ich auch nur annähernd so eng bin, wie die mit anderen sind (bis jetzt mal auf tobi abgesehen, aber partner ist für mich immer noch ein anderes kaliber als freunde oder familie, für mich persönlich steht der partner über allem).

aber das ist auch okay so.

suzaku

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