Sich erfolgreich in die Scheiße reiten.

Sich erfolgreich in die Scheiße reiten.

alter. ohne scheiß. ohne dreck jetzt.

meine laune war heute morgen nicht anders als gestern. verachtung bis zur perfektion.

ich habe dann gewartet, bis er laut system schon da war, um ihm ja nicht auf dem gang direkt zu begegnen und somit ein lächelndes „guten morgen“ aus mir zu erzwingen. ich hatte gewartet, bis er schon in seinem büro saß, denn dann würde ich nur an ihm vorbeigehen können. lässig, gleichgültig, ohne großes, frontales geschleime.

mit dem witzbold verabredete ich mich zum kaffee, ich ging zu ihm hin, hpa saß in seinem büro am rechner, ich unterhielt mich mit dem witzbold, während wir zum kaffeeautomaten liefen, ich war gerade eifrig und lachend was am erzählen, als wir an hpa’s büro vorbeiliefen und ich muss es einfach zugeben… die verachtung hat in dem moment einfach überhand genommen, meine emotion hatte mich. ich habe dann so getan, als hätte ich hpa nicht gesehen, habe fröhlich weiter dem witzbold was erzählt und war quasi offensichtlich komplett in dem gespräch drin und habe somit hpa nicht „guten morgen“ gesagt, sondern bin einfach den gang weitergelaufen. ist ja jetzt auch nicht so, dass ich direkt an ihm vorbeigelaufen bin, sondern eben an seinem büro. ich hatte vor mich beim kaffeeautomaten darauf gefasst zu machen, dass ich auf dem rückweg gleich etwas zu ihm sagen musste, irgendein hallo oder sowas. ich hatte mich darauf gefasst gemacht, es nicht zu freundlich oder zu unfreundlich zu sagen, konzentrier dich auf deine fucking gesichtszüge, denn die machen gerne mal, was sie wollen.

der kaffeeautomat wurde geputzt, sodass wir einen umweg machen mussten, auf zum nächsten, nicht mehr an hpa’s büro vorbei. naja, auch nicht schlimm, dann muss ich schon mal nicht grüßen, auch okay. wir holten also auf der anderen seite unseres büros einen kaffee, liefen gerade zurück, beim rückweg blieben wir kurz stehen, weil wir noch den satz vollends zu ende sprechen wollten, kam hpa um’s eck‘ angeschossen, der brauchte ja ebenfalls noch seinen kaffee und hatte dann auch gesehen, dass der andere automat gerade geputzt wird. er grinste von weitem mit seiner schleimer fresse, ein richtiges fake-smiley, blieb bei uns stehen, er versuchte lockerflockig zu sprechen, aber es kam dann doch sehr bestimmend aus seinem mund: „also leute, kaffee holen ist ja in ordnung, aber danach dann bitte auch wieder ab an eure plätze!“ ………………………………………………..ooooooooooooook. ich bin sofort abgedampft, ohne einen ton, der witzbold meinte nur: „ja okay“, stellte sich an den kopierer und kramte da irgendwas rum.

errrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr ja. der große mann hat gesprochen. der große mann mit dem kleinen selbstvertrauen, weil seine freunde ohne ihn spielen waren.

der witzbold schrieb sofort im whatsapp, der war total baff und außer sich, während ich einfach nur in mich hineingegrinst habe. er gleich: „alter, wie er drauf war grad. wenn ich mit xyz dastehe, sagt er nie was, dann stellt er sich noch dazu und lacht rum. und jetzt mega pissig. und hast gesehen? der hatte mega pipi in den augen, bestimmt, weil keiner mehr mit ihm spielen mag.“ alter. XD ich bloß: „haja, dreimal darfst raten, warum das jetzt kam.. xD“ junge, der witzbold hat sich so aufgeregt, der hats gar ned fassen können XD der meinte gleich: „ja aber hauptsache ich darf mir 15 minuten seine scheiß wochenendstories reinziehen, die keinen interessieren! und bitte, wie lang waren wir weg? ned mal zwei minuten!“ XD

keine ahnung, ich finde witzigerweise auch jetzt nicht mal viele worte dafür. ich meine.. jetzt im ernst.. klar. also, ernsthaft. seinem chef sollte man schon mal „hallo“ sagen (aber bitte lasst uns jetzt nicht das fass aufmachen, was ein chef gegenüber seiner mitarbeiterin alles sollte und umgekehrt XDDDD DIE KATZ‘ IS‘ D’BAUM SCHO‘ RAUF!, um es mal auf gut schwäbisch zu sagen xD), klar, aber genauso gut.. ähm, ja. ne? .. ich meine, ich war ja mega im gespräch vertieft, hätte ja auch sein können, dass ich direkt nochmal zu ihm gegangen wäre, um was mit ihm zu labern?.. oder dass ich ihn nicht gesehen habe? oder ka? .. nach dem kaffeeholen zu ihm zu gehen hatte ich ja schließlich sonst auch immer gemacht bis er MOMENT MAL! ANGEFANGEN HAT MICH TOTAL ZU IGNORIEREN, DER KLEINE PENNER.

der witzbold beobachtete die lage, er lief dann sogar zwanzig minuten später nochmal an hpa’s büro vorbei und schaute hinein, dabei sah er, dass hpa mega wütend war und nur giftig in seinen bildschirm starrte. woooou.

ja egal. ich beschloss zum frühstück trotzdem hochzugehen und mal einen auf.. normal zu tun. nicht sonderlich nett, ich hatte nicht vor, groß mit ihm zu reden, aber immerhin ihn mal zu grüßen, wenn er alle am tisch begrüßt. ich hatte ihn zwar zu dem zeitpunkt schon gesehen, also als er uns angemeckert hatte, aber ist jetzt keine seltenheit sich mehrmals bzw später zu grüßen, wenn man bei frühstück zusammensitzt.

das frühstück war.. ja. nicht so wie geplant. ich setzte mich wieder diagonal gegenüber meines eigentlichen platzes, weil ich wieder der frontalen ignoration aus dem weg gehen wollte, doch auch heute setzte sich der sympathische auf holgers eigentlichen platz – links von mir – und die masterstudentin dann, ebenfalls außerordentlich, auf meinen eigentlichen platz. so kam es dann, dass nur noch ein einziger platz frei war, als holger kam, und der war rechts neben mir. sprich, er musste dann bei „meiner“ crew sitzen, denn an dem einen tisch sitzen ja meist nur leute von mir und am anderen seine. so kam es, dass souvlaki mir gegenüber saß und mein schulungskollege gegenüber von hpa. zu beginn der pause schaute er dann auf, ein platz bei seinen kumpels wurde dann kurzzeitig frei, und so meinte hpa quer über den ganzen tisch zu seinem kumpel rufend: „ach da drüben ist noch frei? ja dann hätte ich mich ja da hinhocken können!“ – gute gelegenheit für die passende anspielung, ich grinste, diesmal aber nicht mehr wie früher mit funkelnden bewunder-augen um aufmerksamkeit kämpfend, sondern eher stolz, reserviert, direkt: „sag doch gleich, dass du uns nicht leiden kannst.“ die anderen lachten, er tat sofort auf neutral-sachlich-überrascht, wie er es ja schon seit wochen ist, wenn ich ihn anspreche und meinte etwas erschrocken/erklärend: „nee, weil.. das wäre ja dann der nächste weg gewesen zum nächsten stuhl.“ – jaja. souvlaki und ich beherrschten das gespräch des tisches, wenn es auch eher etwas.. weniger heiter war. er war müde und ich nicht in stimmung für albereien. so zogen wir das ganze gespräch doch sehr in den schwarzen humor, hpa mischte sich auch ab und zu mit ein, doch der steigt immer aus, wenn das thema zu düster wird, selbst, wenn es nur zum spaß, sarkastisch, gemeint ist. er mag das nicht. er mag alles funny funny happy life. ich weiß nicht mehr was, aber irgendwas hab ich noch zu ihm gesagt. er hat mich sogar einmal angeschaut, ich muss sagen, er war sogar echt .. „gut“ drauf. also „gut“ wie die letzten wochen. nicht „gut“ wie vor seinem urlaub.

das frühstückspausengespräch endete damit, dass souvlaki und ich, immer noch sarkastisch, über arbeitsmotivation redeten und ich sagte mit so einem leichten sich-selbst-verarsch-ton: „naja, ich bin froh, dass ich hiermit die miete zahlen kann. und was zu essen.“ – souvlaki grinste: „ja und wenns wieder ganz schlimm wird, wenn quasi die fassade bröckelt, dann eine bestellung bei douglas.“ ich lächelte ihn an und meinte: „gutes schlusswort, auf dass die grinsende fassade, hinter der eigentlich was ganz anderes steckt, niemals bröckelt. in diesem sinne!“, ich stand als erster, ein paar minuten früher als sonst, auf und verließ den frühstückstisch, während alle noch kurz sitzen blieben.

 

die stunden zur mittagspause vergingen, ich überlegte schon, was ich heute machen würde. ich hatte eigentlich echt keinen bock mehr auf den typen, allerdings würden die anderen wirklich irgendwann zu fragen beginnen, wenn ich wieder „außerordentlich“ agiere und mich woanders hinsetze oder nicht zur pause käme. (musste eh hoch, hatte nix zu essen dabei.) der witzbold informierte mich inzwischen darüber, dass hpa seit der frühstückspause nicht mehr wütend, sondern wieder gut gelaunt sei. kleine marionette. ein wort und er verzieht das gesicht. ein anderes wort und er is wieder babyface. was stimmt mit dem nicht?!

gut. zur mittagspause wählte ich den „leichten“ weg, ich ging früher als sonst nach oben und setzte mich wie eh und je an eine leere tischreihe. das controlling (also souvlaki und co) würde sich als erstes zu mir setzen, da die masterstudentin, der sympathische und der liebe onkel immer etwas später dran sind. wer weiß, ob dann hpa bei uns sitzt. mit sicherheit. er liebt souvlaki. und er will die fassade mit aller gewalt aufrechterhalten. deshalb mag er auch meine art nicht. ich bin ihm zu krass. ich zeige zu offensichtlich, dass hier was im argen ist. ich muss lächeln und so tun als wäre nichts und stillschweigend seine ignoranz ertragen, damit es für ihn so okay ist und auch ja keiner verdacht schöpft. (wohingegen es aber komplett in ordnung wäre, wenn er mich ganz nach außen hin zeigend abschießt. ein hpa darf das, ein hpa darf abservieren. aber ein hpa darf nicht abserviert werden. nein. niemals.)

es kam, wie ich es vorhersagte. souvlaki und der zollstock setzten sich als erstes zu uns und plötzlich – ich hatte ihn gar nicht bemerkt, als er in die kantine kam – platzierte sich auch hpa neben mich. oha. ein wunder. allerdings war es logisch, ich hatte es ja vorhergesehen. er unterhielt sich natürlich angeregt mit seinem souvlaki-schatz, während ich wieder the ignoration of doom abkriegte. ja okay, ich übertreibe. im ernst jetzt, beim mittagessen ging es sogar. es ging echt. er unterhielt sich zwar fast nur mit souvlaki und auch mit dem zollstock, den er eigentlich gar nicht leiden kann (aber offensichtlich mittlerweile mehr als mich), aber wenn ich etwas zu souvlaki sagte, das hpa thematisch involvierte, hatte dieser wenigstens zwei sätze für mich übrig. doch. das ist neuer rekord. einmal hat er sogar zu mir rübergesehen. wow.

 

tja, das mittagessen dauerte nicht allzu lange, wir standen auf, ich musste mich bei der tablett-rückgabe anstellen, während hpa schon vor mir fertig war, er ging wie immer zur kaffeemaschine und holte seinen espresso, wo ich früher immer auf ihn gewartet habe, aber seit er ja nur noch the ignoration of doom für mich übrig hat, mache ich das ja nicht mehr. ich lief also zurück und beim reinlaufen ins büro sah ich leicht in der scheibe seine reflektion etwas weiter hinter mir, es war komisch, weiterzulaufen und so zu tun, als hätte ich ihn nicht gesehen. früher hätte ich mich einen ast gefreut, hätte mich grinsend umgedreht und auf ihn gewartet.

 

ja. das war der tag.

ich kann da eigentlich gar nicht mehr so viel dazu sagen. ich bin ziemlich reserviert in meiner meinung und laune. und tatsächlich fühle ich mich jetzt, wo der tag nun vorbei ist, .. eingeengt. gut, im ernst, geschieht mir auch alles recht, ich meine, ich hab ja mitgemacht und ernte nur das, was ich fast ein jahr lang gesät habe. schon klar. trotzdem muss ich sagen, dass ich zwar keine version davon im kopf hatte, aber mit so einem „ende“ habe ich trotzdem nicht gerechnet. ich weiß auch nicht, wie ich weiter verfahren soll. vermutlich werde ich einfach immer nur stets wieder das machen, worauf ich lust habe. ich zwinge mich jedoch jetzt trotzdem jeden morgen mal zu einem „hallo“, bzw. ich hatte mir schon überlegt, ob ich einfach gleich zum anderen kaffeeautomaten gehe bzw mir nur kaffee hole, wenn er nicht da ist.

jedoch muss ich sagen, als ich heute nach hause fuhr, war ich total unzufrieden mit dem tag. also… dass die beiden pausen wieder mit ihm verbracht wurden, zwar habe ich nicht viel mit ihm geredet, trotzdem tat ich so, als wäre nix, und gegen dieses verhalten bin ich allergisch. ich weiß, blabla, auf arbeit muss man oft so tun, als wäre nix und blabla. aber im ernst, auf arbeit wird man normalerweise auch nicht mit… beziehungszeug konfrontiert. wenn eine normale arbeitsbeziehung herrscht und es da reibereien gibt, kann ich das schon schlucken und so tun, als wäre nix, aber das mit hpa geht mir einfach auf den piss. zumal das meine freizeit (=die pausen) beeinflusst und nicht meine reine arbeit und berufliche tätigkeit. ich muss mir das doch nicht reinziehen?! wobei ich aber sagen muss, dass er heute in den pausen nicht ganz so ranzig zu mir war wie sonst die letzten tage, also das wirklich. – „mit sicherheit ist er in der mittagspause nachher nett oder tut so voll auf locker und normal, weil er sich dämlich vorkommt, dass er uns heute morgen so angezickt hat“, vermutete der witzbold. – „ach was, meinste? niemals..“ – „doch doch, so ist der. ich glaube, der wollte ursprünglich der coole sein und nichts sagen und so tun, als würde dein verhalten voll an ihm abprallen, aber als er uns dann da mit dem kaffee stehen gesehen hat, konnte er nicht anders und da isses wieder aus dem aggro-typen rausgeplatzt. und jetzt kommt er sich dämlich vor, vorallem, nachdem du beim frühstück ganz normal warst. denkt jetzt wahrscheinlich, du warst gar nicht sauer auf ihn und er hat das missverstanden und versucht jetzt so einen auf normal zu tun, als wäre nie was bei ihm gewesen.“ – ja, finde diese analyse passt wie arsch auf eimer.

 

trotzdem. mir gefällt das ganze so nicht. ich weiß noch nicht, was ich tun werde, aber diese mittagspausen werde ich so nicht fortführen. dieses happy life hihihihi geschisse, obwohl ich in einer tour von ihm ignoriert werde, während er zu allen nett und bestfriends ist. früher oder später werde ich mich irgendwie zurückziehen, ganz neue leute für die mittagspause suchen oder keine ahnung. oder ich spreche ihn nochmals darauf an. und damit meine ich nicht, dass ich ihn irgendwas frage, denn da kommen eh nur fake smile, lügen und nicht ernst zu nehmender shit, aber.. keine ahnung. keine ahnung. echt. ich bin einfach ganz schlecht in diesem elefant-im-raum-spiel, wenn etwas ist, dann soll man gefälligst sein maul aufmachen oder, wenn man sich das nicht traut, seinen dreck runterschlucken und sich zusammenreißen – und zwar so, dass es andere nicht belastet und nicht so ignorant-beschissen wie hpa das macht.

 

und ja, ich weiß, er ist mein chef. ist mir auch klar. aber in dem fall bin ich einfach dumm und nicht strategisch. genau genommen bin ich immer dumm und nicht strategisch, und emotional. wenn ich mich hiermit richtig tief in die scheiße reite, dann ist das halt so. hab ich ja jetzt schon fast ein jahr ganz gut hingekriegt, also sich-in-die-scheiße-reiten. aber ich sehe mich jetzt schon in hpa’s büro stehend und das ansprechend. dass mein rückzug und meine vermeintliche ignoranz nur eine antwort auf seine ist. dass ich merke, dass er nichts mehr mit mir redet, dass er mich ablehnt und mich nur hinnimmt, weil ich gezwungenermaßen dazugehöre. keine ahnung, ob er es bemerkt (das halte ich sogar mittlerweile tatsächlich für eine echte option), aber ich tue es. und dass irgendetwas in seinem urlaub passiert ist, dass es so ist. dass er mir keine rechenschaft schuldig ist, aber dass ich daraus auch meine konsequenzen ziehen muss, denn ich werde mich dem nicht mehr aussetzen. das klingt zwar alles voll gemein und beschuldigend und nach dem „hallo-desaster“ von heute morgen könnte mir sowas den kopf kosten, das weiß ich auch, aber ich würde versuchen, das so sachlich und neutral wie möglich zu formulieren. vielleicht sogar auch schriftlich. keine ahnung. das – also mit ihm zu reden – ist nicht nur mein plan b, sondern mein plan z. okay, ich hab keine pläne, aber die letzte option. jedoch weiß ich, dass ich dieses „nein, ist gar nichts, mach dir keine sorgen“-ignoranz-spiel nicht länger mitspielen werde. das heute war schon wieder zu viel.

 

es bleibt spannend. HÖHÖHÖ. (oder auch nicht. die meisten werden froh sein, wenn ich von hpa gefeuert werde, damit dieser nie wieder im tagebuch auftaucht XD)

 

in diesem sinne,

suzaku

2 Gedanken zu „Sich erfolgreich in die Scheiße reiten.

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