Status Quo erhalten.

Status Quo erhalten.

so, hello everyone. hier bin ich wieder.

ich höre gerade so einen richtig oldschool klassiker, nämlich den hier:

manche lieder, die irgendwann mal in waren, hört man nur in dieser zeit, in der sie es eben sind und manche mag man so sehr, dass sie auch weiterhin immer mal wieder einen im leben begleiten. das hier, das war so ein lied, das mochte ich nur damals, als es in den charts war und danach ist es in der versenkung verschwunden. ich hab mich neulich mit einem kollegen über verschiedene live-konzerte unterhalten und irgendwie kamen wir auf electric callboy, also was ganz anderes, und er hat mir später am nachmittag den link zu einem ihrer live-konzerte geschickt, weil sie an einer stelle mal „i want it that way“ von den backstreet boys spielen. kurz davor singen sie „when you say nothing at all“. das war irgendwie gefühlt das erste mal seit damals, dass ich das lied wieder gehört habe, und ich musste sofort an meinen vater denken. all die musik, die damals, als ich teenager war, in war, die erinnert mich so oft an meinen vater, einfach, weils mich an meine jugendzeit erinnert und somit unweigerlich auch an meine eltern und noch viel mehr an meinen vater. gerade dann, wenn man mit etwas konfrontiert wird, womit man seit einer bestimmten zeit nie wieder konfrontiert war, wird einem einfach gezeigt, wie schnell die zeit vergangen ist. da setzt dieses typisch gefühl von „boah, war das nicht erst gestern?“ ein. und wenn ich eben genau dieses lied höre, dann denke ich vorallem an das schuljahr, als ich damals mit meiner klasse in london gewesen bin. an dieses überteuerte seestern-armkettchen, was irgendwann blau auf meinem handgelenk abgefärbt hat, das ich mir in brighton im sea world gekauft habe. oder sea life? .. na irgendwie sowas. und wie ich von all den kindern die meisten pfund dabei hatte und am ende derjenige war, der fast noch jemanden angepumpt hätte, nur um auf dem schiff einen ring kaufen zu können, weil ich all meine kohle rausgeballert habe.

ich denke mittlerweile wieder öfter an frühere zeiten und wie ich diese mittlerweile sehe. auch durch den streit mit meiner mutter zum beispiel oder generell die schlechten familienverhältnisse. und ich finde es schade, dass all die erinnerungen, je öfter man drüber nachdenkt, immer mehr in irgendeinem „jetzigen“ filter eingefärbt wird. also wenn ich zum beispiel jetzt gerade denke, dass meine mutter mich voll beschissen und unfair behandelt hat, dann sehe ich meine erinnerungen auch durch diesen filter. wenn ich nun aber jetzt denke, ich hätte die beste mutter der welt gehabt, wird meine erinnerung dadurch eingefärbt. ich finde es schade, dass erinnerungen dahingehend so „flexibel“ sind. vor der therapie dachte ich zum beispiel, meine kindheit war gar nicht so schlecht. bis ich realisiert habe, dass es blöd ist, schläge zu bekommen und es blöd ist, wenn man angst vor seiner mutter hat. aber irgendwie passiert (bis auf tode vielleicht) nichts prägendes mehr, was deinen persönlichen filter ändert und deine erinnerungen – einfach der abwechslung wegen – mal in wieder in einem anderen licht erscheinen lässt. ich will aber meine erinnerungen eigentlich nicht verfälscht wahrnehmen. aber das ist einfach der lauf der dinge – und naja, für den größten teil meines lebens habe ich ja das tagebuch, das mir hilft, momentane filter wieder zu neutralisieren.

was auch nach dem tod meines vaters sich sehr verändert hat, ist, dass ich das leben spürbar endlich empfinde. also ich habe es schon sehr lange als endlich empfunden, oder sagen wir, verstandesmäßig habe ich es gewusst und versucht mir regelmäßig vor augen zu führen und für den moment dankbar zu sein, aber richtig *fühlen* kann ich es erst seit mir eine endlichkeit, nämlich die meines vaters, eiskalt vor den latz geknallt wurde. was ich dahingehend als belastend empfinde, ist, dass ich die zeit mit tobi auch als sehr stark limitiert empfinde. ich erinnere mich hier an einen eintrag, der im titel sowas ähnliches trug wie „ein ganzes leben lang ist nicht genug“, in dem ich schrieb, dass ein ganzes leben mit tobi nicht ausreicht. seit mein vater verstorben ist, empfinde ich jeden menschen, mit dem ich irgendwie kontakt habe, jede beziehung und jede freundschaft in meinem leben, als gast. eine kurze begegnung, die vergänglich ist. ich denke oft darüber nach, wie es mal sein wird, wenn tobi nicht mehr da ist (auch wenn natürlich längst nicht gegeben ist, dass er der erste ist, der geht). zum beispiel am wochenende, als tobi und ich morgens noch im bett lagen und ich erstmal zu ihm rübergekrabbelt und auf ihn drauf geklettert bin, um eine halbe kissenschlacht zu machen. das sind solche momente, die mir ganz stark bewusst machen, dass es nicht für immer so sein wird, und wie brutal das leben eigentlich ist. man wird auf die welt geworfen, schlägt sich irgendwie durch, fängt an, sich daran zu gewöhnen, fängt an menschen zu lieben, die dir nach und nach einfach wieder entrissen werden, und am ende stirbt man selbst. manchmal empfinde ich das wirklich als belastend; zu wissen, dass das alles nur eine frage der zeit ist. ob es nun zehn jahre dauert, zwanzig oder dreißig, am ende stehste da und trägst einem geliebten menschen zu grabe, mit dem du nie wieder – nie wieder – reden, lachen, witzeln kannst. und das sogar im bestfall, im schlechteren fall bleibt dir die chance dazu verwehrt oder bist selber derjenige, der zu grabe getragen wird.

mensch, wie depressiv ey lol.

was anderes, bevor das ganze dann doch zu schwer wird.. – ich wollte nur noch kurz erwähnen, dass ich die frankreich-sprachreise im april erstmal auf eis gelegt habe. also zum einen hab ich einfach schiss XD und zum anderen gerade auch gar nicht soooo mehr das interesse, keine ahnung. ich lern zwar hier und da ein bisschen vor mich her, also so im großen und ganzen könnte ich mir schon mehr mühe geben, aber ich bin froh, dass ich überhaupt noch dran bin. ganz ehrlich, es ist gar nicht so einfach durchgehend motiviert genug zu bleiben, um da wirklich jeden fucking day zu lernen. zumal es mit so ner viertelstunde irgendwie nicht getan ist, man kommt erst ab so ner stunde richtig rein – und echt mal, wende mal jeden tag eine stunde für irgendetwas auf. und naja, es wäre schon gut, wenn ich wenigstens dann die viertelstunde machen würde, wenn ich es an manchen tagen schon nicht schaffe, eine stunde mich hinzusetzen und zu pauken, aber .. naja, ich bin leider so. entweder 150 prozent oder null. xD daher ist die sprachreise auch erstmal bei null. um ehrlich zu sein, atme ich da innerlich auch ein bisschen auf in sachen urlaub, weil ich schon die ganze zeit urlaubstage am hin- und herkratzen bin, weil ich dieses jahr so viele konzerte habe, wo ich überall freinehmen muss. NICHT UMSONST KOMM ICH NACH NEM TOKIO HOTEL KONZERT UM VIER UHR HEIM, PENN ZWEI STUNDEN UND FAHR DANN WIEDER INS BÜRO XD ..

stichwort französisch lernen – da hab ich mich mit tobi neulich auch drüber unterhalten, weil ich ja neulich da an dem sonntag einfach nur gechillt habe. einfach nur stundenlang auf dem sofa gelegen, süßigkeiten gegessen und am handy dumme games gezockt. richtig hirnlos und dumm. aber tobi und ich, wir haben ja beide so anstrengende hobbies, also immer nur produktive zeitvertreibe. bei mir ist es der gesangsunterricht, französisch lernen und sport, und er programmiert, bastelt irgendwie an … computerkram, keine ahnung man XD, fliegt drohne (was ich mir ungefähr so vorstelle wie singen von der „hirntätigkeit“ her) und macht auch sport. also wir haben beide nicht solche hobbies wie … freunde treffen oder dschungelcamp gucken. da hatten wir uns neulich auch drüber unterhalten, dass manche leute ja gar keine produktiven hobbies haben, sondern nur solche sachen machen wie .. serien gucken, freunde treffen, katzenvideos auf social media angucken oder chatten. also nichts, wo hinterher irgendein ergebnis rauskommt oder irgendeine fertigkeit erlernt wird. und da meinten wir beide: gott, wie … CHILLIG. – wie chillig so ein leben sein muss. ich hab ne freundin, deren einziges hobby freunde treffen ist. also die geht kaffee trinken, in den park, geht zu freundinnen nach hause, telefoniert und das wars. wie … entspannt xD manchmal wäre ich auch gern so, aber leider bin ich nicht so xD ich muss immer irgendwas tun, wohinter sich irgendeine form von weiterentwicklung verbirgt.

aber! dazu muss ich auch sagen .. ha. und zwar war ich ja letzte woche bei den tokio hotel konzerten und da hab ich durch die bank nur jüngere getroffen. also ich war da mit abstand die älteste. und wie ich da so auf den einlass gewartet habe, hab ich mich natürlich mit lauter leuten unterhalten, also ich knüpfe sowieso gerne neue kontakte und ganz viele meinten da sowas wie: „boah, ich kann nicht mehr stehen, mein rücken!“ katharina und anja, das sind die zwei schwestern, die ich in ludwigsburg getroffen habe, klagten gleich, dass das viele stehen ihnen voll ins kreuz und auf den rücken gehe. und ich so: „meint ihr das jetzt ernst oder ist das nur spaß?“ – „nee, echt jetzt. mein rücken tut jetzt schon weh.“ also die zwei waren anfang 30. ich konnte das überhaupt nicht verstehen, weil wir zu dem zeitpunkt auch erst .. keine ahnung, zwei stunden gestanden waren? also zwei stunden stehen (mit bissl hin- und herlaufen) find ich jetzt nicht so lang und das obwohl ich genauso einen bürojob habe wie die beiden (die eine arbeitet sogar nur teilzeit und die andere hat ne geringere stundenwoche als ich). also bei den backstreet boys bin ich schon deutlich länger gestanden XDDDD und ich so: „macht ihr keinen sport?“ und beide so: „nö, nie.“ – oha. also die waren jetzt auch nicht übergewichtig, sondern beide schlank und ganz normal halt. ich meine, ich find sport auch richtig ätzend und ich würde es niemals freiwillig machen, wenn ich es nicht „müsste“, aber darum gehts ja – ich MUSS es ja nicht mal. also ich hab jetzt keine fortschreitende krankheit oder irgendwas, wo ich angeordnet bekommen habe, dass ich jetzt gefälligst regelmäßig sport machen soll. und ich muss auch sagen, die meiste zeit hab ich auch nicht das gefühl, als ob das irgendwas bringen würde. ich zwing mich halt zu dem scheiß, weils halt .. ja, gemacht werden muss. weil man irgendwie aus der vernunft heraus weiß, man sollte mal. aber wenn ich dann höre, dass leute, die einfach mal knapp zehn jahre jünger sind als ich, schon rückenprobleme haben, gosh, dann weiß ich: so ganz umsonst wirds wohl nicht gewesen sein xD das hat mich dann wieder ein kleines bisschen motiviert, nicht jeden sonntag so ausarten zu lassen wie letzte woche xD ich glaube, man sollte auch einfach ein bisschen .. genügsamer in seinen zielen bzw. mit den ergebnissen sein. in vielen fällen ist es schon ein großes ziel einfach nur den status quo aufrecht zu erhalten (ICH SAG NUR FRANZÖSISCH LOL), auch bei solchen sachen wie gesunde ernährung oder sowas. es müssen nicht immer die wahnsinns body transformations sein. (wie sie rechtfertigt nicht abzunehmen… xD) auch bei psychischer und geistiger gesundheit, damit man nicht total einrostet. man denkt immer, es passiert nichts, weil alles gleich bleibt, aber mit zumehmenden alter (weil ich auch schon so alt bin!) kann man auch mal froh sein, dass nix passiert.

im übrigen, ich hab die tokio hotel bilder mittlerweile bekommen, also die vom meet and greet. die hab ich noch in den eintrag von neulich nachgetragen, siehe hier: Tokio Hotel Tagebucheintrag

irgendwie wollte ich noch mehr schreiben, bei uns auf der arbeit ist gerade relativ viel los wegen einem kollegen (der nasenbohrer), der so ein bisschen über die stränge schlägt, aber .. puh, da würd ich jetzt auch ein ganzes fass aufmachen, um das alles zu erzählen, so viel muße hab ich jetzt gerade nicht. und ein anderes thema, über das ich schreiben, wollte, das weiß ich jetzt schon gar nicht mehr … achso doch, halt, unser vermieter. aber puh, nee, das is mir jetzt auch too much xD aber naja, MAN MUSS JA IMMER DANN AUFHÖREN, WENNS AM SCHÖNSTEN IST UND DEN LESER MIT LUST AUF MEHR ZURÜCKLASSEN LOL.

in diesem sinne .. xD

suzaku

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