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Schlagwort: depression

It’s the same old theme in 2018.

It’s the same old theme in 2018.

dieses lied kam neulich im radio.

 

wer mich schon länger liest, weiß, dass dieser song für mich eine ganz besondere bedeutung hat, also das original.

 

als kind mochte ich diesen song, wusste aber nie, von wem der war und wie er hieß. klar, ich war ja auch noch ein kind, trotz dessen, dass der songtitel jetzt nicht so schwierig zu erraten wäre, aber ich wusste da nicht mal mehr, was die singt, sondern nur diese i-i-i-töne.

 

auf der abifeier 2006, auf der ich tobi kennenlernte, lief dieser song. ich stand mitten auf der tanzfläche, es war wildes gedränge und mit einem schlag ertönte dieser song und dröhnte durch die ganze halle. ich hab sofort die nächstbeste person wild angestubst und gefragt: „alter, wie heißt dieser song, wer ist das?“ – derjenige schaute mich stirnrunzelnd an und meinte: „zombie?“, mir schoss es plötzlich durch den kopf: „richtig, von den cranberries.“ seit meiner kindheit hatte ich diesen song gemocht und immer gesucht, aber trotzdem hab ich ihn nie gefunden, paradox, wie man so lange von so einem klassiker davonkommen kann. und an dem abend, mit 21 jahren, hab ich ihn dann endlich gefunden.

an dem abend habe ich tobi das erste mal gesehen. unzählige male schon schrieb ich, wie er damals an mir vorbeigelaufen ist, mit seiner goldenen mähne im licht der straßenlaterne. so ein wunderschöner mann. so wunderschön, dass es mir in der allerersten sekunde die sprache verschlagen hat, mit der allerersten sekunde war ich hin und weg, in der allerersten millisekunde schon dieses brennen, diese niemals zu stillende sucht nach genau diesem mann.

seit diesem abend ist mein song, den ich seit der kindheit suchte und endlich fand – ich schmunzele bei dem gedanken, dass ich genau mit diesem song auch tobi, meine liebe, fand -, mein tobi-song. damals, als ich mal bei ihm war und wir nach dem sex zusammen nackt nebeneinander lagen, erzählte ich ihm davon. dass das mein tobi-song sei. wir hörten ihn den ganzen tag, bis tief in die nacht, als die sonne längst untergegangen war.

 

ich kann mich an einen schlusssatz einer meiner vielen tagebucheinträge erinnern, nachdem tobi mich verlassen hatte und sich alles in mir und um mich nur zerbrochen anfühlte. einer meiner vielen einträge aus dieser schlimmen, depressiven zeit, aus der zeit, in der ich hungerte, trank und mich selbst verletzte, eine zeit, wie ich sie nie wieder so lange so schlimm erlebt hatte. ich fragte in diesem letzten schlusssatz:

„wirst du bei zombie an mich denken müssen?“

 

als wir jahre später zusammenkamen, lagen wir kuschelnd im bett und unterhielten uns über diesen song. er meinte, er habe seit diesem einen tag, an dem wir dieses lied in dauerschleife gehört hatten, jedes mal, wenn dieser song wieder irgendwo lief, an mich denken müssen.

als ich diesen schlusssatz damals ins tagebuch schrieb, erschien es mir so surreal, dass tobi auch je irgendwann nochmal einen gedanken an mich verschwenden könnte, grundsätzlich, egal, ob bei diesem song oder eben nicht.

 

auch wenn dieses lied „unser“ song ist und auch, wenn sich alles zum guten gewendet hat, dieses lied ist für mich mit so viel schmerz verbunden, dass es mir heute noch die luft abschnürt, sogar dieses cover. natürlich wird das original immer mein original bleiben, aber nun höre ich dieses neue variante genauso gerne. und ich finde, auch diese neuere version trägt genau den alten schmerz mit sich, zumindest für mich.

auch wenn dieses lied „unser“ song ist, verkörpert es für mich totale einsamkeit. nicht das dumpfe gefühl von alleinsein, das sich langsam, still und heimlich, aber doch dominant über alles legt, nein, es fühlt sich für mich an wie die stechende einsamkeit, die nackte angst und der durchdringende schmerz zu wissen mutterseelenallein zu sein. nichts und niemand nimmt mir je dieses gefühl, das ich immer haben werde, wenn ich diesen song höre, nicht mal tobi selber. das gefühl vor schmerzen zu ersticken. das gefühl nicht gewollt zu werden. nicht auszureichen, nie ausgereicht zu haben.

 

suzaku

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