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Schlagwort: liebesgeständnis

Wenn es Vergangenheit ist..

Wenn es Vergangenheit ist..

es ist kurz nach vier, ich bin zuhause im wohnzimmer und tippe tagebuch. es ist montag.

eigentlich sollte ich jetzt noch auf arbeit sein. nein, eigentlich sollte ich das nicht, aber wenn es nach meinem gruppenleiter ginge. er hat das zwar nicht wortwörtlich zu mir gesagt, aber bei dem bewertungsgespräch hat er durch die blume kommuniziert, dass ich ja doch sehr früh immer gehen würde. dazu muss man sagen, mein zeitkonto platzt fast, aber ich sehe es nicht ein, mir auch nur eine minute ausbezahlen zu lassen (zumal das gerade gar nicht so gut geht, weil das system so scheiße ist, aber das erklär ich jetzt nicht näher). aber.. „wir sind ja alle erwachsen und müssen selber wissen, wann wir einen termin einhalten oder eben nicht einhalten können.“ ja, fuck you xD ich muss aber noch ergänzen, dass mein gruppenleiter ein totaler burn-outler ist, also jetzt wirklich. der arbeitet von morgens bis abends, hetzt von einem termin zum nächsten und das meiste davon nur deshalb, weil er alles selber machen und alles, was er nicht selber machen kann, kontrollieren will. und diese arbeitsweise (nämlich jeden tag mindestens zehn stunden im büro sein) erwartet er mehr oder weniger auch von allen anderen. entsprechend fallen auch seine leistungsbeurteilungen aus.

aber im ernst.. mir egal. das is es mir nicht wert. dann bin ich halt beschissen in meinem job und sitze dafür um kurz nach vier schon zuhause und tippe meinen eintrag in ruhe. wäre was anderes, wenn das ordentlich geschätzt werden würde, wenn man sich den arsch aufreißt, aber auch dann ist man nur „normal“ und nicht gut. zumal ich meine sollzeit ja mit meinem überfüllten zeitkonto mehr als nur erfüllt habe. von daher. fu XD

 

als die masterstudentin neulich da war, habe ich – quasi „einfach so“ – musik eingeschalten. so für nebenher, als ich sie geschminkt habe. dabei ließ ich einfach nur die musik von meinem handy laufen und auf meinem handy sind immer all die songs, die ich aktuell suchte und die ich die letzten monate so gesuchtet habe. und so kam die ganze musik, die ich seit september runtergeladen hatte, von vorne bis hinten. sämtliche musik, die ich mit den einzelnen phasen meiner holly-schwärmerei verbinde.

und irgendwann kam dann das hier.

ich schrieb erst vor wenigen monaten, dass ich mich nach dem zeitpunkt sehne, an dem dieser song vergangenheit sein wird. und das, was ich dabei empfunden habe.

wenn ich das heute höre, fühle ich ganz deutlich diesen schmerz, den ich hatte, als ich am tag meines geständnisses in der badewanne lag. wie sich das warme wasser auf der haut anfühlte, wie so langsam alles sackte, was passiert war, alles fühlte sich zart und verwundet an.

erstmalig seit monaten musste ich dann wieder an viele kleinigkeiten denken, die bis zu diesem tag passiert waren. erstmalig musste ich an diesen moment im auto denken. ich hatte irgendwie seither alles verdrängt und vergessen, was so gewesen ist, und das erste mal seit langem dachte ich daran, wie wir uns in diesem auto mitten in der nacht umarmten. wie mir plötzlich „holger..“ rausrutschte, leise, flüsternd, ausatmend, sich fallen lassend. wie es war, als ich sprach: „…ich hab dich ganz arg lieb“, wir uns langsam losließen, er mich verträumt ansah und sanft sagte: „ich hab dich auch ganz arg lieb.“ – und danach dieser moment, der irgendwie tausend jahre dauerte. als wir uns anschauten und die zeit für einen kurzen moment stillstand.

ich hab nie wieder an diesen moment gedacht, seit ich ihm sagte, was ich empfinde. nicht mehr so.

 

und was hat sich seither geändert? – jetzt, wo dieser song tatsächlich vergangenheit ist. – wenig. aber eins hat sich geändert. die spannungsspitzen sind weg, zumindest die negativen. ich sitze nicht mehr so oft zuhause und weine. wenig, aber nicht mehr so oft. es tut auch nicht mehr so weh. ich kann mich zwar noch in das negative reinsteigern, so wie jetzt mit diesem lied, aber es übermannt mich nicht mehr. ich habe jetzt die kontrolle über darüber. alles andere ist gleich geblieben. und irgendwie fürchte ich tatsächlich wirklich, dass ich immer was für ihn empfinden werde. so wie bei mister kopiermann. ich habe ihn zwar jetzt bestimmt .. neun jahre nicht mehr gesehen, aber ich denke immer noch hin und wieder an ihn und frage mich sehr oft, was aus ihm geworden ist. (ja, ich hatte mal versucht kontakt zu ihm aufzunehmen, aber ich weiß nicht mal, ob meine nachricht ihn je erreicht hat…). ich weiß, ich hab neulich schon mal darüber geschrieben und ich wiederhole mich nur (oh wow, beim hpa-thema wiederhole ich mich seit monaten nur noch und es gibt trotzdem noch leute, die hier lesen XD), aber ich fürchte, es wird ganz, ganz schrecklich, wenn er dann mal die firma verlässt. ich glaube, dann, wenn er seinen renteneintritt verkündet, werde ich erstmal wochenlang nur weinen. und wenn er dann weg ist, noch mehr. aber das sind immer so .. aktuelle prognosen. wenn es dann endlich mal so sein wird, wird es eh ganz anders sein. zumindest habe ich das in der klinik gelernt. nicht jetzt darüber den kopf zerbrechen, denn noch ist die zukunft nicht da. vielleicht wird es ganz anders.

 

ich weiß, klingt blöd, klingt nach so einem naiven „hoffnungsschimmer“, was es auch tief im innern ist, aber er hat tatsächlich sogar auch meinen status von gestern angeschaut. jedes bild, das ich am wochenende von mir hochgeladen habe – und das waren fünf stück – hat er sich angeschaut. er schaut nie status an. nie. ich bin jedes mal richtig erschrocken, als ich plötzlich seinen namen in der „gesehen“-liste entdeckt habe.

auch wenn ich eben noch schrieb, dass man sich nicht in eventualitäten der zukunft reinsteigern sollte, aber ich fürchte wirklich, dass ich diese hoffnung nie loslassen kann. ich dachte ja, die hoffnung würde ein für alle mal zerstört werden, wenn er mir einen korb gibt, aber.. zugegeben, schlummert in mir immer noch irgendwo dieses dämliche „vielleicht überlegt er sich es nochmal, vielleicht merkt er irgendwann, dass er einen fehler gemacht hat..“ – und das ist wirklich dämlich, denn selbst, wenn es so wäre, ich würde vor schreck mich nur noch zurückziehen und sofort zu tobi rennen. genauso wie ich in dem moment, als wir zusammen im auto saßen und er mich so angesehen hat – so angesehen hat – ich plötzlich erschreckt nach der türklinke griff und sofort aus dem auto stieg. und ich sage mir immer, hätte ich anders gehandelt, wäre es anders gelaufen. nicht, dass er mir plötzlich seine große liebe gestanden hätte, aber .. die straße hätte eine kurve genommen und wäre nicht straight geradeaus gegangen. aber die kurve hätte uns allen den kragen gekostet, von daher ist es gut, so wie es ist. keine ahnung.

 

vielleicht schreibe ich jetzt nochmal einen eintrag. nicht zu diesem thema. mal sehen.

 

suzaku.

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