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Schlagwort: sucht

egal, was ist, es ist immer scheiße.

egal, was ist, es ist immer scheiße.

die tage ziehen weiter. es gibt nichts zu erzählen.

er war heute nicht da. dienstreise. es war okay. wenn ich es vorher weiß, ist es okay. hin und wieder ein gedanke an die vergangenheit.

wir haben vorher über die messe gesprochen. nächsten monat ist es soweit. das event, auf das ich so lange hingefiebert habe, was aber jetzt nicht mehr so viel wert ist. am sonntag, also an meinem geburtstag, fahren wir hin, dort ist erstmal standbesprechung und abends noch eine feier von unserem firmenverbund, sprich, ein haufen leute, die ich alle nicht kenne. darunter mein kollege muffi und der, der mir gegenüber sitzt, für den ich im tagebuch immer noch keinen spitznamen habe. ich glaube, ich nenne ihn einfach streber, denn das ist er. und natürlich dann noch er, mein chef. und dann gehts los, montag, dienstag, mittwoch. während meine beiden anderen kollegen abwechselnd die maschine am stand betreuen und vorstellen müssen, werde ich durch die gegend ziehen und die wettbewerber aushorchen. na das kann ja heiter werden. – „da laufen wir die ersten zwei tage erstmal nur rum und gucken“, meinte mein chef zu mir. mit „wir“ meinte er natürlich ihn und mich. das sagte er mir, als er mich neulich abends, nachdem wir was trinken waren, nach hause gefahren hatte. der abend, an dem er sagte: „ich habe dich auch ganz arg lieb.“ – „naja, der wird aber nur ne stunde jeden tag rumlaufen“, meinte muffi dann vorher. keine ahnung, wie er auf diese annahme kommt, aber ich weiß, dass man nicht alles auf die goldwaage legen darf, was mein chef so von sich gibt. – „das heißt, ich renne dann den ganzen tag alleine rum oder was?“ – „jopp.“ – na geil. ich alleine, drei tage lang, auf der messe. minus die stunde jeden tag, in der ich mit meinem chef rumrenne, laut muffi. wenn dem eben wirklich so ist, dass es nur eine stunde ist. ich sags euch, das wird eine herausforderung für meine sozialphobie, zu so einem scheiß wettbewerber latschen, mit meinem tollen firmenblüschen, und sagen: „hallooooo, ich bin von der konkurrenz, was darf ich von euch erfahren, ohne, dass ihr mich verprügelt? und bitte erklärt es mir ganz deutlich, ich hab nämlich total null technisches verständnis, obwohl ich – wie schade – maschinenbautechniker bin.“ und das schwache wissen darf ich dann in ein tolles formular übertragen und meinem gruppenleiter abgeben, nachdem der mich schon letzte woche ausgeschimpft hatte. oh hardcore, wird das geil. wenn ich gewusst hätte, dass mein gruppenleiter mich zum negativ-gespräch zitiert, hätte ich mit meinem liebesgeständnis an meinen chef definitiv gewartet. zwei dinge, die mich fertigmachen, brauchte ich jetzt nicht innerhalb von so kurzer zeit.

ich hab muffi dann vorher so gefragt, wie so eine messe so abläuft. – „naja, abends wird halt ordentlich getrunken.. letztes jahr war es so, dass dann schon morgens um sieben der bus losging zur messe, da musstest dann halt fit sein.“ – oha. „und wann kommt man dann abends ins hotel?“ – „naja.. also unser chef, der bleibt dann schon so bis .. zwei, halb drei?“ .. what the…?! HALB DREI?! .. ich brauch für mein morgendliches schmink- und anziehritual schon.. keine ahnung, anderthalb stunden, und dann um sieben da…… what the fuck! .. – „oh gott, und ich bin auch noch so ein frühaufsteher und demnach so ein frühinsbettgänger“ – „wann wirst du denn abends müde?“ – „na so ab neun bin ich eigentlich schon im eimer..“ – „oha, da biste meistens noch am stand und noch nicht mal auf der party.. aber gut, du musst ja dann nicht so lange bleiben wie unser chef.“ – ja. denkt er vielleicht. aber wenn mein chef da irgendwo rumlacht und betrunken rumsitzt, .. dann muss ich da sein. jede sekunde, die ich zeit mit ihm verbringen kann, verbringe ich auch zeit mit ihm. aber naja, was mach ich mir vor? .. als ob der den abend mit mir verbringen würde bei den fünfundzwanzigtausendtrilliarden menschen, die da sonst auch noch sind. …………………….wird er aber. wird er aber.

ich muss leider sagen, ich bin wieder total .. im .. keine ahnung. wird er aber. genau in dem.

ich weiß nicht wieso, aber auf der heimfahrt musste ich an die weihnachtsfeier denken. vorallem an den satz, als er mich so angrinste und sagte: „komm.. so groß ist der altersunterschied zwischen uns doch nicht?“ – „sechzehn jahre..“ – „na also, das ist doch nichts. meinst nicht, dass man das überbrücken kann?“ .. ich musste daran denken, wie ich so ein bild von facebook zitierte… i’m in that age where a 22 year old guy looks kind of hot but so does his dad. wir sprachen darüber, wie groß altersunterschiede größtenfalls noch sein dürften. ich lachte: „solange keine große fünf davor steht!“ – daraufhin rückte er ein stück näher und grinste: „gut. dann hab ich ja auch noch eine chance bei dir.“

alles ist wie immer. alles bleibt gleich. und es ist so schwer nicht in alte muster zu verfallen, wenn dies aber jeder andere um einen herum tut.

noch kann ich es nicht sagen. aber bisher hat es nicht den anschein, als würde ich meinen status als „des chefs liebling“ verlieren. behandelt er mich aber trotzdem weiterhin genauso wie vorher, dann.. ist es weird. dann ist es echt weird. diese komischen flirtereien, diesen sonderstatus, den ich habe. ich muss leider sagen, ich frage mich, wie er sein wird, wenn er was trinkt. auf der messe. immer, wenn er getrunken hat, war er.. ja.. so. SO wie ich oben geschrieben habe.

ich weiß, dass ich einfach nur in dummen sprüchen der vergangenheit versinke und mich komplett reinsteigere und eigentlich sollte es egal sein, AKZEPTANZ, aber ich kann einfach nicht nicht nicht davon ablassen, dass er .. tief im innern auf mich steht. und nicht nur optisch, nicht nur sexuell, sondern ich kann einfach nicht davon ablassen, dass er tief im innern einfach eben doch für mich schwärmt. oder dies zumindest mal hat. das glaube ich nämlich eher. ich glaube, er hatte am anfang durchaus interesse und mittlerweile bin ich so in die friendssparte gerutscht durch den täglichen kontakt, whatever, KEINE AHNUNG, DÄMLICH IST DAS ALLES. es ist dämlich sich darüber den kopf zu zerbrechen, es ist dämlich, immer noch – nach all dem, nach dem geständnis, nach der abfuhr, nach meinem blauen auge, mit dem ich aus der sache gerade noch rausschlitter – in dem hamsterrad zu sitzen. es ist einfach dämlich, weil ich bei einer .. 1:1 konfrontation doch eh nicht tobi verlassen würde. es ist einfach superdämlich. und es ist so superdämlich, weil .. oh gott, weil er vermutlich einfach genau in der gleichen fucking lage ist. hundertpro, ich schwöre es bei gott und allem, was ich war, bin und jemals sein werde. ich meine, das sagte er ja.. wäre er nicht verheiratet, wäre seine frau nicht, wäre es anders. und genau so ist es doch bei mir auch. hätte ich tobi nicht, wäre die sache anders. nur dass er nicht drunter leidet, ich schon. klar, er ist auch kein ads-suchti.

und immer, wenn er getrunken hat, dann kam .. das so raus. es kam so raus. dann bröckelt so ein bisschen die fassade. dieser augenblick im auto vor ein paar wochen. sein verhalten an der weihnachtsfeier.

keine ahnung, wie es jetzt an der messe sein wird, jetzt, wo er es weiß. entweder wird er genauso sein wie immer, genauso flirty, genauso anhänglich, oder es wird ganz und gar anders, er wird die ganze zeit mit anderen leuten rumhängen und ich .. ja. ich muss es leider so sagen, ich werde nachts im hotelzimmer liegen und heulen, weil er eben doch nicht mehr mit mir flirtet und ich eben doch meinen sonderstatus verliere. von dem ich es weird finde, wenn ich ihn behalten würde. egal, was ist, es ist immer.. blöd. und komisch.

und ich muss auch sagen, ich verstehs auch nicht. als ich ihm vor meinem urlaub sagte: „is mir jetzt egal, ob das doof kommt, aber… ich vermisse dich jetzt schon.“ und er lächelnd antwortete: „ich dich auch.“ ich meine…. ich verstehe das nicht. wie kann man das denn sagen und es nicht SO meinen?!.. natürlich war das SO gemeint. auch wenn ich daran denke, wie sein gesicht dabei ausgesehen hat. das war nicht freundschaftlich gemeint. das war nicht freundschaftlich gemeint.

was weiß ich. diese ganze scheiß lage macht mich wahnsinnig. ich fürchte, mein geständnis wird gar nichts ändern. und gleichzeitig fürchte ich, mein geständnis wird etwas ändern.

egal, was ist, es ist immer scheiße. und ich weiß, dass ich allen damit auf den sack gehe und ich seit monaten über nichts anderes mehr schreibe. es ist einfach die sucht nach der sucht. die sucht nach dem kick. die sucht nach dem süchtigsein. und ich habe keine ahnung, wie lange das noch so weitergeht. wenn ich mir vorstelle, dass ich tobi sechs jahre hinterher getrauert habe und das, obwohl ich ihn nur drei monate kannte (und das ist übertrieben formuliert, denn genau genommen habe ich ihn da nur.. fünf, sechs mal getroffen?!) und danach nie wieder kontakt zu ihm hatte. sechs jahre. trotz absoluter funkstille. und meinen chef sehe ich jeden tag. und noch dazu – wer sagt mir denn, ob ich von tobi je abgelassen hätte, wäre ich damals nicht mit ihm zusammen gekommen? vermutlich würde ich ihm immer noch hinterhertrauern, wenn er mir damals, nach den sechs jahren, wieder einen korb gegeben hätte.

egal, was ist, es ist immer scheiße. herrlicher titel.

fenza.

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