Where is the love.

Where is the love.

es ist 16.07 und ich komme endlich zum tagebuch schreiben.. zur zeit macht mir das schreiben wieder richtig spaß und ich war heute auch schon den halben tag in tb-stimmung, aber jetzt, wo ich zeit habe, da bin ich irgendwie raus. ich weiß auch nicht, ob ich nochmal reinkomme, aber man wird sehen. hm. wisst ihr, was mir gerade so durch den kopf ging? .. dass leute, die noch nie einen blog oder sowas hatten, das gar nicht nachvollziehen können. ich meine, es gibt so viele hobbys und ich habe auch von den meisten keine ahnung, denn ich.. keine ahnung, habe noch nie in einem orchester ein instrument gespielt, ich bin in keinem sportverein und ich habe mich noch nie im sommer in eine wiese gesetzt und ein gebäude gezeichnet, da gibts so viele sachen, die bei solchen hobbys passieren und die leute sind da einfach dran gewohnt, wo ich als jemand, der das noch nie gemacht hat, sich denkt: „haha, witzig. auf die idee wäre ich gar nicht gekommen.“ zum beispiel, dass man begeisterter landschaftszeichner ist und irgendjemand vom bekanntenkreis kommt und sagt: „oh wow, kannst du mich auch mal zeichnen?“ und man sich selbst denkt: „äh nein? ich kann keine menschen malen, ich male landschaften!“, oder so xD keine ahnung XD WEIL ZEICHNE ICH LANDSCHAFTEN? NO. also! – genauso wie ich vor zwei jahren noch gar keine ahnung davon hatte, wie es ist, wenn man nach einer gesangsstunde heim kommt und total kaputt ist, weil das körperlich/kognitiv/keine ahnung halt auch einfach manchmal anstrengend ist. wo ich mir sonst früher gedacht hätte: „ja pff, der hat halt mehr talent und der weniger.“

aber ja.. es ist so krass, eigentlich ist ein tagebucheintrag zu 100% dadurch… formbar, wie man drauf ist, also.. selbst, wenn man ein thema hat, sogar eine ganz genaue geschichte, die man erzählen will, auf wie viele tausende art und weisen man eine einzige simple sache erzählen kann. ich merke das bei mir ständig, zum beispiel, wenn ich was habe, worüber ich mich aufrege und ich habe „spaß“ daran, mich darüber aufzuregen, dann.. ja, das sind so die typischen einträge, die immer sehr viele kommentare bekommen haben von wegen: „haha, ich weiß, das ist voll scheiße, dass dir das passiert ist, aber ich habe mich köstlich amüsiert! XD“ .. dabei fällt mir auf, ich habe mich schon ewig nicht mehr aufgeregt, ne? .. keine ahnung.. ich werde alt und langweilig lol.

naja, wie gesagt, heute morgen, eigentlich noch bis zum mittag, hatte ich so einen bock auf tagebuch schreiben, aber irgendwie… isses dann am nachmittag durch lauter stress auf arbeit verflogen. ich hatte nachmittags noch eine besprechung, die ich sogar selbst angesetzt hatte und selber dann von meiner eigenen besprechung früher gehen musste, weil meine gesangslehrerin den unterricht von montag auf heute verschieben musste und ich beim zusagen die besprechung total vergessen hatte. deshalb wars am ende ein bisschen hetzerei. und dadurch bin ich jetzt auch total aus der laune raus.

 

ich habe jetzt verzweifelt in zwanzig verschiedene songs reingezappt, um mir irgendwie eine schreiblaune zu entlocken, aber.. um ehrlich zu sein, hat es nur so mittelmäßig was gebracht. hängen geblieben bin ich jetzt irgendwie bei celine dion mit „where is the love“.

als ich so dreizehn, vierzehn war, war ich total krasser celine dion fan. genau genommen ist celine dion eigentlich diejenige, die so meine liebe zur musik entfacht hat, gott, meine eltern haben monate-, jahrelang 24/7 nur die hören müssen. vorallem bin ich ja so ein mensch, der, wenn ihm ein song gefällt, das lied dann tausendtrilliarden mal hintereinander hört.

das lied hier ist jetzt nicht unbedingt ein lied, das mir besonders viel bedeutet hat, von celine dion gibt es einfach viel zu viele songs, die mir viel bedeuten, die ist so mein weiblicher patrick fiori. ich glaub, die zwei, celine und fiori, das sind meine.. highlights. da können backstreet boys noch so backstreet boys’en, wie se lustig sind. aber wisst ihr, was ich mit diesem lied verbinde? .. ha, etwas, das ich tatsächlich noch niemals jemandem erzählt habe. und zwar habe ich irgendwann mal, als ich ganz alleine daheim war, zu diesem lied mitgesungen – und ich singe schon seit jeher immer zu musik mit, egal, wie wo wann was – und habe das auf kassette aufgenommen und mir das dann angehört. und ich fand es so grauenvoll und furchtbar, ich war nicht in der lage mehr als zehn sekunden da reinzuhören, ach, ich glaub, es waren nicht mal zehn sekunden xD .. na jedenfalls fand ich es so schrecklich, dass ich es sofort gelöscht habe und dann habe ich bestimmt ein jahr, vielleicht sogar noch länger, einfach nicht mehr zu musik mitgesungen, obwohl das für mich.. echt anstrengend ist. für mich ist mitsingen einfach ein natürlicher reflex zu musik. ich finde auch nicht, dass ich besonders gut bin, finde ich jetzt immer noch nicht, aber damals fand ich es so schlimm, dass ich mich vor mir selber geschämt hab und allein deshalb schon nie wieder mehr mitsingen wollte. total lustig, ich finde das lied total schön, und mit dieser eigenen aufnahme habe ich mir das irgendwie für jahre versaut. also, selbst heute „gefällt“ mir das lied nicht mehr so wie davor, also bevor ich meine eigene stimme damit gehört hab. ha. irgendwie lustig. über zwanzig jahre später „konnte“ ich mal „darüber sprechen“. heute kann ich drüber schmunzeln. jedoch tatsächlich vor jemandem zu diesem lied singen, das könnte ich heute noch nicht. ich glaub, das dauert dann nochmal zwanzig jahre.

 

voll krass, wenn ich das heute höre. die musik von celine dion ist für mich seit jeher so.. hm. keine ahnung, mir fällt da einfach nur ein, wie ich daheim alleine in meinem zimmer saß und stundenlang das gleiche lied gehört habe. das ist etwas, was ich schon als kind mit niemandem teilen konnte. tatsächlich, muss ich sagen, waren das zeiten, in denen ich mich sehr alt gefühlt habe als kind. alt und allein. aber nicht einsam, sondern einfach nur… alt. und für mich. einfach nur an meinem schreibtisch sitzen und musik hören, gar nichts tun, gar nichts reden, gar nichts spielen. sondern einfach nur.. genießen.

ich erinnere mich an meinen inneren zwiespalt, den ich als kind dann auch öfter hatte, je älter ich wurde, desto größer wurde der. ich saß so oft gerne einfach nur in meinem zimmer für mich alleine, eingesperrt in meinem kopf und in meinen gedanken, aber ich wusste, dass meine eltern gerne zeit mit mir verbringen wollten und ich hatte mich irgendwie immer verpflichtet gefühlt, dass ich regelmäßig zu denen runtergehe ins wohnzimmer und da mit denen abends fernsehe. also nicht, dass das für mich immer nur ein zwang war, ich habe das auch sehr gerne gemacht. aber oft wollte ich auch einfach nur meine ruhe und in meinen gedanken und emotionen versinken und mich nicht.. um die „kümmern“. witzig, dass ich schon als kind das so empfunden habe, dass ich mich um meine eltern kümmern muss. je älter ich wurde, desto mehr wusste ich, dass diese zeit vergänglich ist und ich mich zwingen musste, positive erinnerungen zu schaffen. auch wenn das jetzt für mich gedanklich nicht irgendwie dazu passt, aber thematisch passt es ganz gut, aber ich frage mich so oft, was der letzte abend war, der letzte film, den wir zusammen geschaut haben. ich weiß, dass ich nie wieder mit meinen eltern zusammen im wohnzimmer sitzen und einen film schauen werde und so oft frage ich mich, wann das letzte mal war.

 

hmm…. eigentlich wollte ich über etwas ganz anderes schreiben, den ganzen tag schon. aber ich finde mich einfach nicht mehr in dieser emotion wieder. und jetzt gebe ich es auf. vielleicht kommt es morgen nochmal. dann bleibts halt heute bei den paar fetzen, auch okay.

 

suzaku

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